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studie16/transformation_trifft_tradition

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Die Studie

Eine Initiative der Commerzbank




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Die Kernergebnisse der Studie im Film

Unternehmen Zukunft: Transformation trifft Tradition

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... der digitalen Innovatoren halten es für erfolgskritisch, Mitarbeitern, die Neues entwickeln, Fehler zuzugestehen

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In Deutschlands Mittelstand kommt digitale Bewegung. Das Ziel: effizienter und schneller werden. Doch digitale Transformation eröffnet noch ganz andere Möglichkeiten: Jedes fünfte Unternehmen nutzt neue Technologien bereits konsequent für die Entwicklung von Innovationen und neuer Geschäftsmodelle. Vernetzung und gesteuerte Autonomie prägen dementsprechend die Unternehmenskultur 4.0.

Digitale Transformatoren gestalten Arbeitsabläufe flexibel und abteilungsübergreifend. Hier haben Mitarbeiter größere individuelle Freiräume, mehr Verantwortung zur Gestaltung der ihnen übertragenen Projekte und externe Kooperationen gewinnen an Bedeutung. Ohne Offenheit für Einflüsse und Expertise von außen sind echte disruptive Innovationen nicht möglich.
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... aller Mittelständler rechnen damit, dass die digitale Transformation mehr Arbeitsplätze schafft als kostet

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Digitale Transformation erfordert mehr und qualifiziertere Arbeitsplätze. Es wird zwar Einspareffekte durch Automatisierung geben – die werden aber durch Wachstum ausgeglichen. Fachkräftemangel und Qualifikationsdefizite bei Mitarbeitern bremsten den digitalen Wandel jedoch aus, so die Befragten.

Bei den Mitarbeitern erzeugt die Digitalisierung gleichzeitig hohe Erwartungen, aber auch Veränderungsblockaden. Die Bereitschaft zu Weiterbildung sowie die Ansprüche an technische Ausstattung und Work-Life-Balance steigen. Auf der anderen Seite fürchten Mitarbeiter Statusverlust, Schwierigkeiten bei der Umstellung auf neue Technologien und das Arbeiten in ungewohnten neuen Strukturen.
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... der Arbeitgeber bemerken ein verstärktes Interesse an Weiterbildung und Qualifizierung

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Die Personal- und Organisationsentwicklung steht angesichts der digitalen Transformation vor neuen Herausforderungen. In den Belegschaften steigt das Interesse an lebenslangem Lernen und der Sicherung ihrer Beschäftigungsfähigkeit. Je digitaler und jünger die Belegschaften umso größer der Weiterbildungswille. Gute Chancen haben auch Unternehmen, die offen sind für die gezielte Ansprache von Quereinsteigern, Wiedereinsteigern und Umschülern – gerade dann, wenn die gefragten Spezialisten von größeren Unternehmen weggefischt werden.

In den Unternehmen verändern sich die Konzepte von Arbeit: Abteilungsübergreifende Innovationsprojekte, Kooperationen mit Wettbewerbern und Zusammenarbeit mit Hochschulen nimmt deutlich mehr Raum ein, je stärker die Unternehmen digitalisieren.
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... der Befragten sind überzeugt, dass Respekt und Vertrauen in der Führung im digitalen Wandel noch wichtiger werden

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Digitaler Wandel bedeutet keinesfalls Abkehr von klassischen Mittelstandstugenden. Das Top-Management ist aus Sicht der Unternehmen künftig noch stärker als Vorbild und Motivator gefragt, muss Respekt und Vertrauen ausstrahlen und dabei selbst Mut für Innovation und schnelle Entscheidungen aufbringen. Führung bedeutet künftig weniger Kontrolle, eher Koordination, weil Mitarbeiter autonomer agieren werden. Manch eine Hierarchieebene wird so überflüssig.

Bei aller Aufgeschlossenheit für einen neuen Führungsstil: Die Rolle des besten fachlichen Experten wollen viele mittelständische Unternehmens-lenker offenbar dennoch nicht aufgeben. Zwar unterschreiben 93 Prozent von ihnen, dass Führungskräfte künftig stärker als Motivatoren und Moderatoren gefragt sein werden. Aber nur gut die Hälfte glaubt, es werde weniger wichtig, dass Führungskräfte auch die besten fachlichen Experten sind.

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...der befragten Unternehmen erwarten von ihren Finanzpartnern Unterstützung bei der Vernetzung

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Vom Geldgeber zum Ideengeber: Der Mittelstand erwartet bemerkenswert häufig, dass seine Finanzpartner Plattformen für Austausch und Kooperation bieten. Ob Kooperationspartner, Start-ups oder Experten, die Unternehmen wollen sich vernetzen und fordern dabei Unterstützung. Im digitalen Wandel wird die Rolle der Banken substanziell erweitert: Social Networking ist gefragt!

Der Wunsch der Unternehmen, ihr Finanzpartner möge Branchenexpertise im Beratungsgespräch einbringen und dort aktiv die Chancen von Digitalisierung thematisieren, scheint dagegen beinahe selbstverständlich.


Die vollständige Studie mit allen Zahlen, Daten und Fakten finden Sie auf der Website der UnternehmerPerspektiven.

Sie interessiert der internationale Vergleich? Dann empfehlen wir Ihnen die Lektüre unserer Schweizer Studie.
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Meinung und Hintergrund

UP Düsseldorf: 12. Mai 2016

Alte Federnhalle

UP Dresden: 26. Mai 2016

Hotel Taschenbergpalais Kempinski

UP Mannheim: 31. Mai 2016

Technomuseum

UP Nürnberg: 01. Juni 2016

Nürnberger Symphoniker/Kongresshalle

UP Berlin: 08. Juni 2016

Classic Remise

UP Hamburg: 09. Juni 2016

Cruise Center Altona

UP Frankfurt: 14. Juni 2016

Kap Europa, Messe Frankfurt

UP München: 23. Juni 2016

BMW Welt Event Forum

UP Essen: 23. Juni 2016

PACT Zollverein

UP Krefeld: 07. September 2016

Königspalast

UP Saarbrücken: 20. September 2016

Luminanz

UP Freiburg: 27. September 2016

Konzerthaus

UP Hagen: 28. September 2016

Kongress- und Eventpark Stadthalle Hagen

UP Stuttgart: 12. Oktober 2016

Mercedes-Benz Museum

UP Leipzig: 27. Oktober 2016

Porsche Leipzig GmbH

UP Köln: 09. November 2016

Barthonia Showroom

UP Bremen: 09. November 2016

BLG-Forum

UP Zürich: 14. November 2016

Aura

UP Erfurt: 15. November 2016

Steigerwaldstadion

UP Bielefeld: 23. November 2016

Lenkwerk

UP Hannover: 07. Dezember 2016

EXPOWAL EXPO PARK

UP Mainz: 17. November 2016

Opel Arena

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Geschäftsmodelle mit kürzeren Lebenszyklen und Unternehmen, die schneller werden müssen: Bereits 2015 haben die UnternehmerPerspektiven deutsche Mittelständler nach den technologischen und unternehmerischen Herausforderungen der digitalen Transformation befragt. In diesem Jahr wollten wir untersuchen, welche Folgen dies für die Unternehmenskultur und für die Menschen im Unternehmen hat - auf allen Hierarchiestufen. Die Ergebnisse belegen, dass die technologische Beschleunigung Um- und Neudenken erfordert. Das ist jetzt schon unabdingbar und wird künftig zur DNA erfolgreicher Mittelständler gehören. Es reicht nicht mehr, einmal ein Erfolgsmodell zu entwickeln und dann darauf zu bauen. Führungskräfte und ihre Mitarbeiter stehen hier vor immer neuen Herausforderungen. Nur wer Veränderungen als Normalzustand begreift, wird mit der digitalen Transformation Schritt halten und sie gestalten können – mit echten Innovationen, disruptiven Geschäftsmodellen und neuen Standards.

Wichtig ist auch: Unternehmen brauchen noch mehr als nur Erneuerung aus sich selbst heraus. Nur wer den Mut zu echter Kollaboration, zu enger Kooperation, im Einzelfall auch mit Wettbewerbern aufbringt, wird zukunftsfähig bleiben. Allzu starre Hierarchien werden dieses Klima der Veränderung behindern. Künftig gilt für das Selbstverständnis von Führung: Kompetenz schlägt Hierarchie. Führungskräfte sind stärker denn je als Motivatoren und Moderatoren gefragt. Sie müssen ihren Mitarbeitern Zuversicht vermitteln, Räume öffnen, Fehler zulassen, um dann wiederum Vertrauen, Eigenverantwortung und Engagement zu ernten. Aber auch die Mitarbeiter sind gefragt. Wer die Bereitschaft zu lebenslanger Weiterqualifizierung mitbringt und sich nicht auf dem einmal erreichten Status Quo ausruht, für den wird die Digitalisierung eine Chance sein. Insgesamt kann uns die digitale Transformation zusätzliche und hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen. Dafür wird es darauf ankommen exzellent ausgebildete und engagierte Belegschaften zu haben. So kann die digitale Transformation zum Motor für ein neues wirtschaftliches Denken und Arbeiten werden!

Der Beirat der UnternehmerPerspektiven











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Die digitale Transformation ist im Mittelstand angekommen. Mit all ihrer technischen Komplexität, ihrer Beschleunigung der Märkte und ihren Herausforderung an das Management von Unternehmen. Was wir 2015 als Bestandsaufnahme begonnen haben, setzen wir 2016 mit einer weiteren Studie der UnternehmerPerspektiven zur digitalen Transformation fort. In diesem Jahr geht es im Kern um die Frage: Wie führt man die Menschen in den Organisationen in Zeiten der digitalen Transformation?

Dabei sehen sich viele Unternehmer vor widersprüchliche Herausforderungen gestellt: Einerseits sollen sie mutig einen neuen Kurs einschlagen, Freiräume für Innovationen schaffen und die passenden Spezialisten finden und halten. Auf der anderen Seite müssen sie ihre angestammten Belegschaften mitnehmen, für deren Qualifizierung sorgen und die eigene Fehlerkultur überdenken. Und über alldem dürfen sie die Existenz ihres Unternehmens nicht aufs Spiel setzen und müssen mit bewährten Geschäftsmodellen Geld verdienen, um neue entwickeln zu können: Transformation trifft auf Tradition.

Für Deutschland mit seinem fast schon legendären Mittelstand gilt das in ganz besonderem Maße. Bewährtes erhalten, aber das Neue auch zulassen ist keine einfache Aufgabe – aber eine, die bewältigbar ist. Die Ergebnisse der vorliegenden Befragung von 4.000 Unternehmern stimmen mich bei aller Zuversicht jedoch auch nachdenklich. Wenn wir uns zu viel Zeit lassen mit den notwendigen Veränderungen und nicht bereit sind für ein offeneres, ein schnelleres und kooperativeres Denken in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft, dann werden andere uns überholen. Erfolg oder Misserfolg der digitalen Transformation entscheidet sich in den Köpfen und Herzen. Der Mensch steht mehr denn je im Mittelpunkt – das gilt bei aller Entwicklung der digitalen Technologie auch und ganz besonders im 10. Jahr unserer Mittelstandsinitiative UnternehmerPerspektiven.

Ihr Markus Beumer  


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Viel hat sich getan in den vergangenen zehn Jahren, in denen es die Mittelstandsinitiative UnternehmerPerspektiven gibt. Doch nirgendwo ist der Wandel so stark spürbar wie bei der Digitalisierung der Wirtschaft.  Von der Medienbranche bis hin zum Bankensektor: Viele Branchen wurden von ihr bereits mit voller Wucht erfasst. Unternehmen, die diesen Wandel nicht mitgestalten, werden vom Markt verschwinden – und das recht schnell. Damit dies nicht geschieht, müssen wir die Belegschaften mitnehmen. Das heißt konkret: Mit gezielter Qualifizierung müssen wir für „Employability“ sorgen - d.h. die Mitarbeiter auf die Anforderungen der Digitalisierung vorbereiten und mit den damit einhergehenden Veränderungen konstruktiv umgehen.

Die Voraussetzungen sind gut. Denn Mitarbeiter wollen sich entwickeln, sie wollen an Strategiefragen beteiligt und informiert werden, sie wollen mehr kreative Freiräume um neue Produkte, Geschäftsmodelle und Abläufe zu entwickeln. Dass Veränderung auch auf Widerstand trifft, ist normal. Aber wo Widerstand ist, ist auch Energie. Diese gilt es positiv zu nutzen. Manager und Führungskräfte sind längst nicht mehr die grauen Eminenzen von einst. Sie sind und werden immer mehr zu den Treibern von Weiterentwicklung, zu Ermöglichern und im besten Fall zu Visionären mit klarem Verstand. Aber wir brauchen auch die Mitarbeiter und deren Vertreter an Bord, wenn die digitale Transformation gelingen soll. Die Studie bestätigt es: Wenn der Wandel und die Weiterentwicklung von Kompetenzen gelingt, kann die Transformation zusätzliche Arbeitsplätze schaffen – und das Unternehmen zukunftsfest machen. Dies sollte eine Ermutigung sein, neue berufliche Perspektiven, flachere Hierarchien und ein innovativeres Klima im eigenen Unternehmen zu etablieren.

Die Märkte werden sich auch in Zukunft ständig verändern – Unternehmen sind daher gut beraten, diese Dynamik aufzunehmen. Hat eine Produktinnovation vor ein paar Jahren noch die Aussicht auf 15 Jahre Lebensdauer gehabt, so sind es heute im Schnitt fünf Jahre. Mehr Zeit verschafft uns die digitale Transformation nicht – aber vielfältigere Perspektiven und die berechtigte Aussicht auf Erfolg.

Ihr Dr. Jürgen Meffert
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Wie gestaltet die Commerzbank den digitalen Wandel?

Markus Beumer, Mitglied des Vorstands, Commerzbank AG

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Schafft Digitalisierung Arbeitsplätze?

Dr. Peter Bartels, Mitglied des Vorstands und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand, PwC AG

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Wo kommen neue Ideen her?

Prof. Dr. Rüdiger Kabst, Lehrstuhlinhaber und Leiter des Technologietransfer- und Existenzgründungs-Centers (TecUP) an der Universität Paderborn

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Wie bleibt der deutsche Mittelstand dort, wo er hingehört, nämlich vorn?

Dr. Jürgen Meffert, Director und Global Leader Digital B2B Practice bei McKinsey

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Was können Traditionalisten von den Innovationsführern lernen?

Rüdiger Andreas Günther, Vorstandsvorsitzender Francotyp-Postalia Holding AG

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Die Podiumsdiskussion

Ein "junger Wilder", ein Unternehmer der "old economy" und ein Banker: drei kluge Köpfe mit drei verschiedenen Perspektiven zur Digitalen Transformation. Max Orgeldinger (Torben, Lucie und die gelbe Gefahr), Detlev G. Moritz (GEMO G. Moritz GmbH) und Dr. Andre Carls (Commerzbank AG) im Dialog mit Jan Hofer.

Die Keynote Speech des Abends

Technologie, Gesellschaft und Wirtschaft: Die digitale Transformation durchzieht diese Bereiche überdurchschnittlich stark. Welche Chancen, Herausforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten es für den Mittelstand gibt, darüber referiert Max Orgeldinger.

Die Studienergebnisse

In Deutschlands Mittelstand kommt digitale Bewegung. Das Ergebnis: ein verändertes Verständnis von Arbeit, Karriere und Leben. Wie sich dieser Wandel in den mittelständischen Unternehmen Nordrhein-Westfalens gestaltet, erläutern Kai Uwe Schmidt (Commerzbank AG) und Jan Hofer.

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Das Vorwort

Wenn es um die Unternehmenskultur geht, wo würden Sie lieber arbeiten: bei Tesla oder dm? Jochen H. Ihler, Bereichsvorstand Mittelstandsbank Mitte und Kompetenzcenter Öffentlicher Sektor Commerzbank AG, eröffnet mit interessanten Einblicken die Veranstaltung in der Luminanz in Saarbrücken.

Die Keynote Speech des Abends

Von Start-up-Safaris über Tupper-Partys mit den Mitarbeitern bis hin zur kollektiven Entscheidungsfindung. Gregor Kalchthaler, Mitgründer der Strategieberatung Intraprenör, spricht in seiner Keynote Speech über Unternehmenskultur in der digitalen Transformation.

Die Studienergebnisse

Duzen oder siezen, hierarchische oder kooperative Strukturen, vier oder fünf Arbeitstage in der Woche: Die digitale Transformation bewegt den Mittelstand. Volker Stuckmann, Niederlassungsleiter Mittelstand Saarbrücken und Mitglied der Geschäftsleitung Commerzbank AG, berichtet im Dialog mit Christian D. Weis, wie die saarländischen Unternehmen dem Wandel gegenüberstehen.

Die Podiumsdiskussion

Ein Gründer mit Hornbrille, ein Commerzbanker und ein Saarländer, der CFO eines Infrastrukturunternehmens für Bergbau ist: Die Podiumsbesetzung könnte kaum spannender sein. Gregor Kalchthaler (Intraprenör), Jochen H. Ihler (Commerzbank AG) und Prof. Dr. Wolfgang Wegener (Becker Mining Systems AG) im Gespräch mit Christian D. Weis, Jan Hofer und dem Publikum.

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Die Podiumsdiskussion

Zwei Unternehmer, deren Unternehmen im 19. Jahrhundert gegründet wurden, treffen auf zwei Unternehmer, deren Unternehmen nicht älter sind als 15 Jahre: Das ist nur scheinbar ein Widerspruch. Denn sie sind alle vom Mindset der digitalen Transformation überzeugt - und stehen in ihren Unternehmen dafür ein. Jan Hofer im Gespräch mit Dr. Andre Carls (Commerzbank AG), Dietrich Alberts (Gust. Alberts GmbH & Co. KG), Jens Wagener (itemis AG) und Max Orgeldinger (Torben, Lucie und die gelbe Gefahr).

Die Studienergebnisse

In den deutschen Mittelstand kommt digitale Bewegung. Das geht auch an den Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nicht spurlos vorbei. Marc Werner, Niederlassungsleiter Mittelstand Hagen, und Thorsten Meier, Niederlassungsleiter Mittelstand Dortmund, stellen gemeinsam mit Jan Hofer die Studienergebnisse für das Bundesland vor.

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Das Vorwort

Tradition muss neu interpretiert werden: Unternehmen müssen sich von neuen Ideen inspirieren lassen, ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln und sich für die Zukunft neu ausrichten. Ein zentraler Erfolgsfaktor: die Mitarbeiter. Mit diesen einleitenden Gedanken eröffnet Edith Weymayr (Bereichsvorständin Mittelstandsbank Süd, Commerzbank AG) die Veranstaltung der UnternehmerPerspektiven in Stuttgart.

Die Studienergebnisse

Die digitale Transformation kann nur gelingen, wenn sie von allen Mitarbeitern getragen wird, so eine zentrale Erkenntnis der 16. Studie der Initiative UnternehmerPerspektiven. Dies betrifft auch die Unternehmen in Baden-Württemberg. Wie genau die Unternehmer mit dem Wandel umgehen und was sie tun, um den daraus resultierenden Herausforderungen zu begegnen, diskutieren Markus Hahn (Niederlassungsleiter Großkunden Südwest) und Patrick Greuter (Niederlassungsleiter Mittelstand Reutlingen) gemeinsam mit Jan Hofer.

Die Podiumsdiskussion

Wie sich die digitale Transformation in die Unternehmenskultur übersetzen lässt, aber auch wie künftige Entwicklungen in der Robotik und der Künstlichen Intelligenz unsere Arbeitswelt beeinflussen: Darüber diskutiert das hochkarätig besetzte Podium in Stuttgart. Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg (TU Darmstadt), Andreas Schellhammer (H. Stoll AG + Co. KG), Armin Pohl (Mackevision Medien Design GmbH) und Edith Weymayr (Commerzbank AG) im Dialog mit Jan Hofer.

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Das Vorwort

Wo stehe ich mit meinem Unternehmen? Was will ich ändern? Wohin werden sich die Bedürfnisse der Kunden entwickeln? Diese Fragen müssen Unternehmer beantworten, um ihr Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Die Begrüßungsrede von Ilona Schmitt, Niederlassungsleiterin Mittelstand Leipzig, Commerzbank AG.

Die Studienergebnisse

Zum zehnten Mal veranstaltet die Commerzbank die UnternehmerPerspektiven und erneut wurde ein Thema ausgewählt das den Unternehmern unter den Nägeln brennt: Wie kann die Belegschaft davon überzeugt werden, dass das, was auf sie zukommt von ihnen mitgestaltet werden kann? Die Studienergebnisse werden von Ilona Schmitt, Niederlassungsleiterin Mittelstand Leipzig, und Jan Hofer diskutiert.

Die Podiumsdiskussion

Auch, wenn die Sneaker von Prof. Wolfgang Henseler (Sensory Minds GmbH) nicht den Geschmack des Moderators Jan Hofer treffen, beeindruckt haben die Schuhe aus dem 3D-Drucker die Gäste dennoch allemal, denn: Mittels Sensoren in der Schuhsohle sammeln sie die Bewegungsdaten des Trägers und liefern sie an den Hersteller. Über dieses und weitere Themen der digitalen Transformation sprechen neben Prof. Henseler und Jan Hofer auch Robert Jacob (Deine Tür GmbH), Wolfgang Suerbaum (Igepa Großhandel GmbH) und Holger Werner (Bereichsvorstand Mittelstandsbank Ost, Commerzbank AG).

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Das Vorwort

Veränderungen verständlich machen: Eine Grundvoraussetzung dafür, die eigenen Mitarbeiter mitzunehmen. Angeregt durch die politischen Debatte um Donald Trump eröffnet Stefan Burghardt (Niederlassungsleiter Mittelstandsbank Bremen, Commerzbank AG) die Veranstaltung der UnternehmerPerspektiven in Bremen.

Die Studienergebnisse

Digitalisierung verändert nicht nur Geschäftsmodelle, sondern auch die Arbeitsorganisation. Wie damit umgegangen werden kann und welche Veränderungen besonders erfolgskritisch sind, diskutieren Stefan Burghardt (Niederlassungsleiter Mittelstandsbank Bremen) und Jan Hofer.

Die Keynote Speech des Abends

Mit 35 zum Geschäftsführer des familiengeführten Unternehmens Röhlig Logistics: Philip W. Herwig spricht in der Keynote Speech des Abends über neue Impulse, die ein Generationenwechsel im Unternehmen setzen kann und setzen sollte.

Die Podiumsdiskussion

Die Themen dieser Podiumsdiskussion: Veränderungen von Geschäftsprozessen durch Digitalisierung, die Finanzierung von Start-Ups und der Vorteil externer Berater. Marco R. Fuchs (Vorstandsvorsitzender OHB System AG), Philip W. Herwig (Managing Partner Röhlig Logistics GmbH & Co.) und Stefan Burghardt (Niederlassungsleiter Mittelstandsbank Bremen, Commerzbank AG) im Dialog mit Jan Hofer.

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Das Vorwort

Dirk Schamberger (Niederlassungsleiter Mittelstandsbank Köln, Commerzbank AG) eröffnet die Veranstaltung der UnternehmerPerspektiven in Köln mit folgenden Fragen: Wie können Mittelständler ihr Unternehmen erfolgreich in die neue digitale Arbeitswelt führen und welches Personalportfolio sichert den unternehmerischen Erfolg in der Zukunft?

Die Studienergebnisse

Was machen die digitalen Transformatoren eigentlich anders als traditionelle Unternehmen? Wie genau nutzen Kölner Unternehmen digitale Technologien? Dirk Schamberger (Niederlassungsleiter der Mittelstandsbank Köln) beantwortet diese Fragen im Gespräch mit Claudia Kleinert.

Die Podiumsdiskussion

Warum gilt Empathie als Erfolgsfaktor? Ist Digitalisierung ein globales Thema? Zu diesen und weiteren Themen haben die Experten auf dem Podium spannende Antworten: Dr. Jürgen Meffert (Director, McKinsey & Company Inc.), Paul Lütke Wissing (Geschäftsführer, sepago GmbH), Max Orgeldinger (Senior Digital Strategist, Torben, Lucie und die gelbe Gefahr) und Dr. Andre Carls (Bereichsvorstand Mittelstandsbank West, Commerzbank AG) in der Diskussion.

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Das Vorwort

Ein Management mit klaren Vorstellungen von den Werten und der Zukunft des Unternehmens und engagierte Mitarbeiter: Ohne diese beiden Eckpfeiler ist die Transformation nicht zu bewältigen. So fasst es Dirk Stoffregen (Niederlassungsleiter Erfurt, Mitglied der Geschäftsleitung, Commerzbank AG) in seinen einleitenden Worten in Erfurt zusammen.

Die Studienergebnisse

Wie beeinflusst die Digitalisierung die Unternehmenskultur der Mittelständler in Thüringen? Christian Sievers und Dirk Stoffregen (Niederlassungsleiter Mittelstandsbank Erfurt, Mitglied der Geschäftsleitung Commerzbank AG) diskutieren die bundesweiten und regionalen Ergebnisse der Studie "Transformation trifft Tradition".

Die Keynote Speech des Abends

Im Alter von 20 Jahren ein Unternehmen gründen, durch Verkauf aussteigen, eine Dissertation schreiben und wieder zum Gründer werden: Der Jungunternehmer Dr. Hubertus Porschen (CEO App-Arena) hat genau das getan. In seiner Keynote Speech spricht er die gesellschaftlichen Aspekte der Digitalisierung an und beschreibt, was dies für Unternehmen und Mitarbeiter bedeutet.

Die Podiumsdiskussion

Anhand praxisnaher Beispiele wird in der Podiumsdiskussion über die Digitalisierung in den verschiedenen Branchen und Unternehmensarten diskutiert. Zentrale Erkenntnis: Ganz egal welche Branche und welches Unternehmen, Kommunikation ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Teilnehmer dieser Runde sind Dr. Hubertus Porschen (CEO App-Arena), Holger Werner (Bereichsvorstand Mittelstandsbank Ost, Commerzbank AG) und Dr. Marcus Lange (Vorstand TUPAG-Holding-AG).

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Das Vorwort

Jürgen Schmieding (Niederlassungsleiter Mittelstand Mainz) und Peter Rademacher (Niederlassungsleiter Mittelstand Wiesbaden) finden in Ihrem Vorwort spannende Ansätze, wie Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen auf fruchtbaren Boden stößt.

Die Studienergebnisse

Digitale Transformatoren lassen sich in jeder Branche und Größenklasse finden. Diese und weitere interessante Erkenntnisse zur Studie liefern Peter Rademacher (Niederlassungsleiter Mittelstand Wiesbaden) und Jürgen Schmieding (Niederlassungsleiter Mittelstand Mainz) im Gespräch mit Jan Hofer.

Die Podiumsdiskussion

Online-Handel, Expansion, Robotik und Familienunternehmen - darüber diskutieren Christian Müller (Geschäftsführender Gesellschafter Müllerland GmbH), Oliver Fink (Geschäftsführer Neuwagen24.de GmbH), Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg (Dekanin des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, TU Darmstadt) und Jochen H. Ihler (Bereichsvorstand Mittelstandsbank Mitte und Kompetenzcenter) mit Jan Hofer.

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Die Studienergebnisse

Die digitale Transformation ist eine der wichtigsten und auch spannendsten Herausforderungen, die vor uns liegen. Bereits vor 40 Jahren begonnen, hat sie inzwischen stark an Tempo gewonnen. Diesen Schluss zieht Rainer Stackmann, Niederlassungsleiter Mittelstand Gütersloh, Commerzbank AG im Gespräch mit Christian Sievers.

Die Podiumsdiskussion

Von Service-Robotern für den Haushalt, coolen Unternehmensnamen und den unternehmerischen Vorbildern aus den Vereinigten Staaten: Eine themenreiche Diskussion mit Max Orgeldinger (Torben, Lucie und die gelbe Gefahr), Dr. Stefan Wess (Empolis Information Management GmbH), Christoph Plass (Unity AG) und Dr. Andre Carls (Bereichsvorstand Mittelstandsbank West, Commerzbank AG).

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Das Vorwort

Alexander Müller, Niederlassungsleiter Mittelstand Hannover (Commerzbank AG), spricht in seiner Begrüßungsrede über Elon Musk, sinnstiftende Arbeit und Fehlerkultur in Unternehmen.

Die Studienergebnisse

Die UnternehmerPerspektive bietet einen Austausch mit denen, die die Stütze der Gesellschaft sind, der Gruppe die Arbeitsplätze schafft und eine große Verlässlichkeit in den Produkten hat - dem MIttelstand. Die Studienergebnisse werden präsentiert von Thomas Riechmann (Niederlassungsleiter Mittelstand Braunschweig) und Jan Hofer.

Die Podiumsdiskussion

Wie stark lässt sich der Mittelstand auf die Digitalisierung ein und wie viele Arbeitsplätze die dadurch wegfallen werden durch neue ersetzt? In der Podiumsdiskussion gehen die geladenen Gäste diesen und anderen Fragen auf den Grund. Dieses mal dabei sind Dr. Stefan Otto, Bereichsvorstand Mittelstandsbank Nord, Thorsten Drews, Werner Achilles GmbH & Co. KG und Max Orgeldinger, Torben, Lucie und die gelbe Gefahr

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UP 2016: Die Veranstaltungen

Die alte Federnhalle auf dem Böhler-Gelände in Düsseldorf bot einen stimmungsvollen Rahmen für die Präsentation der Studienergebnisse und eine lebhafte Diskussion um die Frage, wie sich Unternehmenskulturen in Zeiten digitaler Transformation verändern. Vor allem ging es um die Frage, wann eine Organisation bereit sei für den kulturellen Change.

„Man kann nicht warten, bis alle Mitarbeiter in der Organisation abgeholt sind. Wir müssen Allianzen der Willigen schmieden“, so Max Orgeldinger, Senior Digital Strategist der Agentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr. Dass der Mittelstand, der nicht wie viele Großunternehmen mit Mikromanagement auf Effizienz getrimmt sei, es mit dem kulturellen Wandel sogar leichter habe, vertrat Dr. Jürgen Meffert, Director bei McKinsey. Die Zeit dränge, meinte auch Markus Beumer, der als Vorstand der Mittelstandsbank die Commerzbank vertrat. Wo man sich früher mehr Zeit für Entscheidungen lassen konnte, entscheiden heute oft Wochen über Erfolg oder Misserfolg digitaler Projekte. Das verändere auch das Entscheidungsverhalten in der Kreditvergabe. „Als Bank müssen wir uns darauf einstellen und mit den Kunden neue Prozesse und andere Entscheidungskriterien entwickeln, die sie bei ihren digitalen Vorhaben besser unterstützen.“

Dass Entscheidungsprozesse der Unternehmen nicht nur schneller, sondern vor allem komplexer geworden seien, machte Prof. Dr. Norbert Böhme, Geschäftsführer des IT-Systemhauses Böhme & Weihs, deutlich. Diese gelte es ständig zu managen. Kulturelle Veränderung heiße für sein Unternehmen auch, dass man sich vom Nerd-Outfit verabschiedet und sich den Business-Gepflogenheiten der mittelständischen Kunden anpasst, wenn Transformation auf Tradition trifft.
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„Mögest Du in interessanten Zeiten leben!“, zitierte Burkhard von der Osten, Commerzbank-Niederlassungsleiter Mittelstand Dresden in seiner Begrüßung eine chinesische Redensart. Die Diskussion in Dresden zeigte eindrucksvoll, wie interessant die Zeiten sind, in denen wir gerade leben. Denn Benjamin Bak, Geschäftsführer Lovoo GmbH, und Hans Schlickum, COO Europe beim Getriebebauer Sodecia Europe AG, stehen für sehr gegensätzliche Unternehmertypen: Auf der einen Seite der junge Start-up-Gründer, der mit seiner Dating-App in 20 Länder expandiert ist und von seinen Mitarbeitern vor allem Kreativität fordert, auf der anderen Seite der erfahrene Chef des Automobil-Zulieferers, der bei aller Digitalisierung zu Gelassenheit in der Beurteilung neuer Trends rät („Es gibt nicht nur Start-ups, sondern auch viele Start-downs!“) und vor allem darauf achten muss, erstklassige Qualität zu produzieren, um Produktion in Deutschland halten zu können. „Der Einzelne muss Verantwortung übernehmen, die durch digitale Kommunikation oft diffundiert“, findet Hans Schlickum. „Nicht eine einzelne Person, sondern das Team hat bei uns Verantwortung“, sagt der App-Betreiber.

Bei allen Unterschieden: Die Diskussion zeigte, dass Management-Tugenden, die man gemeinhin mit Digitalisierung verbindet, auch in der analogen Welt Gewinn bringen. Eine Angst-Kultur, wie es sie durchaus auch bei Start-ups gibt, ist niemals gut, und Führung nur auf Grund von Hierarchie wird nirgendwo mehr funktionieren in Zukunft, ist sich Commerzbank-Bereichsvorstand Holger Werner sicher. Kritikfähig sein, selbstständiges Arbeiten fördern, Mitarbeiter ermuntern, Fehler offenzulegen: Das alles wird oft im Kontext der Digitalisierung diskutiert, führt aber auch in der Produktion von Getriebeteilen zum Erfolg. Umgekehrt gelten in der neuen Welt viele Maximen aus dem vor-digitalen Zeitalter weiter. Das sollte zum Beispiel für den vielzitierten gesunden Menschenverstand gelten, rät Prof. Dr. Thorsten Strufe, Lehrstuhlinhaber für Privacy und IT-Sicherheit, TU Dresden. „Ich poste nichts auf Facebook, von dem ich nicht wollen würde, dass es in einer Zeitung steht.“  

Souverän, unterhaltsam und manchmal provokant lenkte ZDF-Moderator Christian Sievers in Dresden durch die Diskussion und sorgte dafür, dass sich die spannendste Talkshow im Land an diesem Abend nicht im TV, sondern im Dresdner Taschenbergpalais abspielte.

Ein herzliches Dankeschön an alle Podiumsteilnehmer für eine Gesprächsrunde, die keine Sekunde langweilig war!
 
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Ich habe eine Super-Idee für mein Unternehmen, die könnte aber auch nach hinten losgehen: Kann ich als Mitarbeiter trotzdem damit zu meinem Chef gehen? Wenn ja, ist das ein Zeichen für eine Unternehmenskultur, die Innovation ermöglicht, erklärte Dr. Volkhard Emmrich, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber&Partner bei der UnternehmerPerspektiven-Diskussion in Mannheim.

Im TECHNOSEUM, das die Entwicklung der Arbeitswelt von der Urzeit bis heute erlebbar macht, kristallisierte sich schnell heraus, dass die digitale Transformation eigentlich keine komplett neuen Anforderungen an die Unternehmensführung stellt. Die Offenheit für neue Ideen war schließlich auch im vor-digitalen Zeitalter schon gefragt. Aber noch nie war die Bereitschaft, über den Tellerrand zu schauen, so erfolgskritisch wie jetzt, wo die Digitalisierung in nicht gekanntem Tempo neue Geschäftsmodelle entstehen lässt und alte ablöst. „Unsere Kunden probieren die Digitalisierung des Rechnungswesens mit unserem Angebot erstmal aus, bevor sie komplett umstellen“, berichtete der Geschäftsführer der b4value.net GmbH, Dieter Keller. 

Diese Bereitschaft zum Experimentieren, ohne gleich alle bewährten Prozesse über Bord zu werfen, ist der Geist, der Unternehmen flexibel und zukunftsfähig machen. „Man muss auch mal den Mut haben, ein Projekt aufzugeben, und die nächste Idee zu verfolgen“, brachte es Jochen H. Ihler, Bereichsvorstand Mitte der Mittelstandsbank, auf den Punkt. Das Erfreuliche: Genau diese Möglichkeit, neue Dinge auszuprobieren, ist auch entscheidend, um junge Talente zu gewinnen und zu halten, findet der 27-jährige Senior Digital Strategist Max Orgeldinger der Berliner Agentur „Torben, Lucie und die gelbe Gefahr“. Oder anders gesagt: Zwischen der Einstellung des Unternehmers und der Einstellung gefragter Talente besteht ein Zusammenhang!

Angesichts der spannenden Impulse aus der Diskussion kann sich das Team der UnternehmerPerspektiven dem Dank, den Gastgeber Franz-Josef Becker den Podianten und dem Publikum zollte, nur anschließen. Und wir unterschreiben auch den Appell, den der Mannheimer Commerzbank-Niederlassungsleiter Mittelstand am Ende des Abends an die Gäste richtete: Bleiben Sie neugierig!
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Der Wandel der Unternehmenskultur macht sich manchmal an Details bemerkbar: zum Beispiel daran, dass sich vorher fremde Teilnehmer einer Podiumsdiskussion plötzlich duzen. Der lockere Umgangston mag sicherlich auch an der fränkischen Herzlichkeit liegen, vor allem aber ist er eine Frage der Haltung – beispielsweise bei Bernd Krebs, Geschäftsführer der MBFZ toolcraft GmbH. Krebs hat als Garagenunternehmer mit geliehenem Geld angefangen, heute macht er „verdammt coole Sachen“, wie er über sein Unternehmen, das Präzisionsteile fertigt, sagt. Neue Ideen entstehen beim Feierabendbier.  

Was nach Work-Life-Balance klingt, ist für Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender des Marktforschungsunternehmens GfK, bereits überholt. Das neue Schlagwort: Work-Life-Integration. Diese lebt auch Gregor Kalchthaler, Partner bei Intraprenör – Human Centered Consulting, der mit seinen Kunden via Snapchat und WhatsApp kommuniziert. Und während der Papierverbrauch in deutschen Büros in den letzten Jahren trotz Digitalisierung zugenommen hat, weiß er nicht mal, ob in seinem Büro aktuell überhaupt ein Drucker steht.  

Das papierlose Office ist bei der Commerzbank derzeit noch das Büro der Zukunft. „Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr man an einem Blatt Papier festhalten kann“, berichtete Edith Weymayr, die neue Bereichsvorständin der Mittelstandsbank für Süddeutschland. Ihr Umgang mit diesen Traditionalisten: „Wir als Führungskräfte müssen die digitale Transformation vorleben und unsere Mitarbeiter motivieren.“  

Für eine kurze Kontroverse und einige Lacher sorgte das Thema Fehlerkultur, die – nach amerikanischem Vorbild – immer wieder vom deutschen Mittelstand gefordert wird und bei MBFZ toolcraft bereits etabliert ist, so Bernd Krebs. Humorvolle Kritik dafür bekam er ausgerechnet von Start-up-Unternehmer Kalchthaler: „Du stellst Teile für Flugzeuge her. Du kannst dich doch nicht hier hinstellen und von einer ‚Kultur des Scheiterns‘ sprechen.“ Schließlich waren sich jedoch beide einig: Es geht darum, aus Fehlern zu lernen und sie nicht als Rückschläge zu betrachten.  

Wir bedanken uns bei den Talkgästen für die Einblicke in ihre Unternehmenskultur und wollen gerne einen letzten ergänzen: Für die Gestaltung der digitalen Transformation, Veränderungen in der Kultur des eigenen Unternehmens und insbesondere für eine positive Fehlerkultur braucht es eine Portion Mut. Um es mit den Worten von Kabarettist Timo Wopp zu sagen: „Beißen Sie immer mehr ab, als Sie kauen können.“
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Die Classic Remise in Berlin, ein Ort altehrwürdiger Automobiltechnologie und Designs, war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Commerzbank hatte auch im 11. Jahr des Bestehens ihrer Mittelstandsinitiative offensichtlich wieder den Nerv getroffen – diesmal mit dem Thema Unternehmenskultur 4.0. Professor Wolfgang Henseler weckte mit seiner Keynote Speech Begeisterung und löste damit den eigenen Anspruch an die neue Kultur ein. Er gab einen faszinierenden Einblick in das neue Denken, das sich mit der 4.0-Philosophie verbindet. Henseler unterrichtet an der Hochschule Intermediales Design und ist gleichzeitig Gründer und Managing Creative Director von Sensory-Minds. Sein Beispiel der Windel, dessen Sensorik den nassen Baby-Po nicht nur auf dem Smartphone der Eltern meldet, sondern auch gleich das günstigste Paket neuer Windeln anliefern lässt, entfachte eine lebendige Diskussion um die Frage, wie viel Wahlfreiheit der Mensch in der neuen Smart-Robotic-Welt hat. „4.0-Technologien sollen Menschen befähigen und entlasten, aber nicht entmündigen!“ so das Credo von Henseler. Ob aber Produkte in Zukunft erfolgreich seien, entscheide längst nicht mehr nur die Qualität von Produkt und Marketing, sondern die situative Relevanz, die der Nutzen des Produktes bei seinem Publikum stiftet, so der Professor weiter.

Extreme Führungskompetenz, in der der Chef oder die Chefin nicht alles besser können, aber klare und starke Visionen haben muss, sei der Schlüssel zur Unternehmenskultur der Zukunft. Das meinten auch die beiden Start-up-Unternehmer Tobias Börner von Shoepassion und Daniel Thung, Mitgründer, -gesellschafter und Aufsichtsratsvorsitzender der Super Vista AG, besser bekannt unter brillen.de. Angeregt durch zahlreiche Fragen aus dem Publikum, die via iPad Moderator Christian Sievers  zugespielt wurden, diskutierten die drei Unternehmer mit Holger Werner, Bereichsvorstand der Commerzbank. Dieser erläuterte, wie sich aus seiner Sicht der kulturelle Wandel für die Commerzbank darstellte. Er riet all den Unternehmern, die schon lange auf ihren Märkten sind, über Schnellboote, also digital transformierte Ausgründungen nachzudenken, um den Anschluss an neue Welten nicht zu verpassen.

An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Professor Henseler sowie Tobias Börner und Daniel Thung für die lebendige und anregende Diskussion!
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Digitalisierung braucht Phantasie für exponentielles Wachstum. Beispiel: Die Rechenleistung von Computern. Wie rasant die sich entwickelt hat und weiter entwickelt, illustrierte Günter Tallner, Bereichsvorstand der Mittelstandsbank im Norden: Eine Playstation Baujahr 2006 hat dieselbe Rechenleistung wie der 55 Millionen Euro teure, auf 150 Quadratmetern aufgebaute Supercomputer, den die US-Regierung zehn Jahre vorher zur Simulation von Atomtests hatte bauen lassen.

Mangelnde Phantasie für große Entwicklungen kann man dem Hamburger Publikum jedenfalls nicht vorwerfen: Satte 75 Prozent des Saals gingen davon aus, dass der Personalbestand in ihren Unternehmen im Zeichen der Digitalisierung wachsen wird. „In der Digitalisierung mehr zu sehen als nur die Chance, Kostensenkung und Effizienzsteigerung zu erzielen, ist die beste Voraussetzung für Veränderung“, freute sich Mittelstandsbank-Vorstand Markus Beumer. Vielleicht haben die international denkenden Hanseaten ja ein Stück amerikanische Mentalität verinnerlicht? „In den USA herrscht oft schiere Freude an neuer Technik. Man fragt nicht, was kann man damit machen, sondern sagt: cool, etwas Neues, lass es uns mal ausprobieren!“, beobachtet Max Orgeldinger, Senior Digital Strategist bei der Agentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr und mit seinen 27 Jahren der Jüngste auf dem Podium.

Freude und Begeisterung als Motor – auch Benjamin Schroeter, Managing Director der Facelift brand building technologies GmbH, kam so zu seiner Geschäftsidee. „Die Kraft des Internets hat mich immer fasziniert. Ich habe gesehen, wie sich große Ideen im Netz gegen alle Skepsis extrem schnell durchgesetzt haben – Amazon, ebay, Google. Bei Facebook habe ich diese Kraft auch gesehen und wollte sie nutzen.“ Das hat funktioniert: Mit 200 Mitarbeitern unterstützt sein erst fünf Jahre altes Unternehmen inzwischen Unternehmen und Marken dabei, sich klug der sozialen Medien zu bedienen.

Viele Kunden haben Schroeter also schon in der Start-up-Phase vertraut, was auch nicht gerade typisch ist für die deutsche Unternehmermentalität. Um die Kraft der Digitalisierung zu nutzen, braucht es auch die Bereitschaft, sich auf Experimente einzulassen. Auch eine Frage des Vertrauens, weshalb das Mehr-Generationen-Podium übereinstimmend feststellte: Wenn es um die Diskussion neuer Themen geht, führt auch im Technologie-Zeitalter am persönlichen Kontakt kein Weg vorbei. Den zu pflegen, bot sich im Anschluss an die Podiumsdiskussion mit Blick auf den Hafen reichlich Gelegenheit.

Herzlichen Dank an alle, die sich an der Diskussion in Hamburg beteiligt haben. Und allen Teilnehmern wünschen wir, dass sie Impulse mitnehmen konnten, die Kraft des Internets für sich nutzbar zu machen!
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Dass der Mittelstand das Fundament der deutschen Wirtschaft ist, ist hinlänglich bekannt. Dass er jedoch im Vergleich zu Konzernen und Start-Ups besonders flexibel und handlungsfähig ist, dürfte für den einen oder anderen Teilnehmer der UnternehmerPerspektiven-Veranstaltung in Frankfurt eine unerwartete Erkenntnis gewesen sein. Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg, Professorin für Marketing und Personalmanagement an der TU Darmstadt, illustrierte sie anhand eines Beispiels: Die Bestellung eines Smartboards gestaltet sich in mittelständischen Unternehmen vergleichsweise unkompliziert – große Konzerne sind wegen ihrer starren Strukturen zu langsam, Start-Ups hingehen fehlen die Mittel und Möglichkeiten. Mittelständische Unternehmen überwinden diese Hürden durch flachere Hierarchien (als Konzerne) und größere Finanzkraft (als Start-ups) und erhalten sich damit ihre Innovationsfähigkeit.

Diese Attribute – flexibel und handlungsfähig – haben, so summierte es Mittelstandsbank-Bereichsvorstand Jochen Ihler, dazu beigetragen, dass deutsche Unternehmen schon lang eine führende Rolle im B2B-Bereich einnehmen. Die Digitalisierung erzeugt jedoch aktuell einen Wendepunkt, an dem Unternehmer und Mitarbeiter auf neue Entwicklungen aufspringen müssen. Anlässlich der EM übersetzte Ihler seine These in Fußballsprech: „Nur so kann die zweite Halbzeit, die sich um das B2B-Geschäft dreht, gewonnen werden und nicht wie die erste Halbzeit zum B2C-Geschäft an die USA verloren gehen."

Damit dieser Sieg vom deutschen Mittelstand nach Hause getragen werden kann, braucht es zwei Dinge: „Erstens die Neugier zu lernen, zweitens den Mut, zu probieren“, erläuterte Vivek Batra, vorsitzender Geschäftsführer bei der Hess Natur-Textilien GmbH. Dieses Konzept, mit dem Batra neue Sprachen lernt, lässt sich problemlos auf die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen übertragen. Ein häufiges Problem: Die sogenannte „German Angst“ verhindert Machermentalität, Mut und Dynamik – ein „Mutanfall“ müsse her, so Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg. Für eine positive Fehlerkultur helfe das „amerikanische Spielergen“, berichtete Max Orgeldinger, Senior Digital Strategist von Torben, Lucie und die gelbe Gefahr, doch die Orientierung an den USA sei nicht immer notwendig: „Wir brauchen ein Upgrade des Mittelstands, aber keine Kopie des Silicon Valley.“

Die CRYTEC GmbH, ein führender Entwickler von Computerspielen, hat ein solches Upgrade nicht mehr nötig, das Geschäftsmodell ist per se digital. Der Rat von CFO Dr. Achim Illner: „Man muss die Bereitschaft entwickeln, sich digitalen Themen anzunehmen und zu widmen.“ Daran, dass das gelingen wird, hat er keine Zweifel: „Alles, was man digitalisieren kann, wird digitalisiert“. Wichtig ist dabei allerdings, dass die Digitalisierung und ihre Früchte, etwa Virtuelle Realität und Künstliche Intelligenz, nur als Unterstützung verstanden werden, den Menschen aber nicht ersetzen können. Denn wie es ein Dachdeckermeister im Publikum auf den Punkt brachte: „Keine App der Welt kann mir einen Nagel in die Wand klopfen“.

Für die lebhafte Diskussion mit vielen interessanten Anstößen und Beiträgen bedanken wir uns bei allen Gästen und Teilnehmern. Die nächsten Veranstaltungen finden am 23. Juni in München und Essen statt.
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Digitalisierung verändert etablierte Unternehmen – und sie senkt zugleich die Einstiegsbarriere für Neugründer, die oft mit nicht viel mehr als einer guten Idee an den Start gehen. Edith Weymayr, Bereichsvorständin der Mittelstandsbank für den Süden Deutschlands, brachte es in ihrer Begrüßung auf den Punkt: „Junge Unternehmen, die vor neuen Ideen sprühen, schießen wie Pilze aus dem Boden!“ Auch an Orten, wo man Start-ups vielleicht nicht unbedingt vermutet. Im schwäbischen Rottweil hat Dr. Karoline Bader gemeinsam mit ihrem Bruder eine Firma gegründet, deren Produkt vor allem Großstadtbewohnern hilft: Parkpocket sorgt dafür, dass Smartphone oder das Navigationsgerät Autofahrern den Weg zum nächsten freien Parkplatz weist. Im Fall von Parkpocket ist die Antwort auf die einfache, aber essenzielle Frage damit klar, mittels der Commerzbank-Vorstand Markus Beumer Hype von tragfähigen Geschäftsmodellen unterscheidet: „Wo liegt der Nutzen?“

Dass digitale Vernetzung oft auch an unvermuteter Stelle stattfindet, bewies Prof. Wolfgang Henseler, Gründer und Managing Creative Director von SENSORY-MINDS und Professor für digitale Medien. Stolz hielt er seinen in Deutschland per 3D-Druck gefertigten Schuh in die Höhe. Der ist nicht nur individuell und ressourcenschonend gefertigt, sondern verdient Geld, indem er Nutzerdaten sammelt und übermittelt, zum Beispiel an Energieversorger. Dieser Grad der Vernetzung mag für viele Menschen noch gewöhnungsbedürftig sein, ebenso wie der Gedanke, dass vernetzte Roboter den Menschen immer mehr ersetzen könnten.

Die Podianten erwarten freilich eine andere Entwicklung: „Die Technik ergänzt den Menschen, sie ersetzt ihn nicht“, meint Henseler. Und Dr. Karl Ulrich, Geschäftsführer der Süddeutscher Verlag GmbH, beobachtet im Digitalzeitalter eine Renaissance von persönlichen Treffen, Konferenzen und Messen: „Niemand trifft sich so oft persönlich wie die Digitalen.“ Offenheit und gute Zusammenarbeit von Menschen scheinen in der Digitalisierung wichtiger denn je zu sein. „Die Rock`n Roller im Unternehmen, die neue digitale Sachen entwickeln, sind auf diejenigen angewiesen, die ganz traditionell und solide Geld verdienen, und umgekehrt. Oder, wie Karoline Bader sagt: „Besser eine mittelmäßige Idee und ein Hammer-Team als umgekehrt.“ Die Menschen stehen also im Mittelpunkt – ganz egal, ob die sich in Kalifornien oder in einer baden-württembergischen Kleinstadt finden.
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Was haben eine Wasch- und Umkleidekaue eines Kohlebergwerks in Essen mit dem Mittelstand gemeinsam? Richtig: Transformation. Denn der ehemalige Tagebau hat sich grundlegend verändert: von der Zeche zum Tanz- und Kulturzentrum. Auch der Mittelstand steht vor einer essentiellen Verwandlung, nämlich vom Mittelstand 3.0 zum digital revolutionierten Mittelstand 4.0. Dass sich der PACT Zollverein in Essen wegen seiner transformativen Geschichte daher wie kaum eine andere Location anbietet, die UnternehmerPerspektiven 2016 zu beherbergen, dürfte offensichtlich sein.

Nun haben eine Zeche und ein Tanz- und Kulturzentrum überhaupt nichts miteinander zu tun. Wie konnte es also einen so radikalen Umbruch geben? Jens Koschik, Niederlassungsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung der Mittelstandsbank Essen, kennt die Antwort: „Die Frage der Digitalisierung ist: Bleibe ich bei meinem Geschäftsmodell oder schaffe ich etwas komplett Neues?“ – eine Feststellung, die bei allen Gästen zustimmendes Kopfnicken auslöste und die die transformierte Zeche treffend verkörpert. Damit jedoch Neues geschafft werden kann, muss sich etwas Grundlegendes an der Unternehmens- und Führungskultur ändern, weiß Max Orgeldinger, Senior Digital Stategist bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr: „Wir müssen zu einem Selbstorganisationsprozess bei unseren Mitarbeitern kommen, bei dem wir sagen: Hier habt ihr ein Budget, probiert es aus, kümmert euch darum und wenn ihr Fragen habt, kommt zu mir.“

Natürlich, und das kennt nahezu jeder Unternehmer, fällt es nicht immer leicht Budgets für Projekte freizugeben, deren Erfolg nicht zumindest ansatzweise gesichert ist. Es ist mit jeder Menge Risiko und Bedenken verbunden, denen jedoch mit drei einfachen Schritten begegnet werden kann. „Die wichtigste Aufgabe von Unternehmen und auch von uns als Bank ist es zu lernen, wie man scheitert, beteiligt und lernt“, gibt Dr. Andre Carls, Bereichsvorstand der Mittelstandsbank West, zu bedenken. Lernen zu lernen und zu scheitern – dazu braucht es vor allem Mut. Mit diesem Mut muss man auch der Digitalen Transformation begegnen und dabei nehmen die eigenen Mitarbeiter eine herausragende Rolle ein. Das kennt Shayan Faghfouri, Geschäftsführer bei der DextraData, aus eigener Erfahrung. Denn selbst als Mittelständler in der IT-Branche ist die Digitale Transformation eine echte Herausforderung, die nur gemeinsam mit den Mitarbeitern bewältigt werden kann: „Das müssen Leute sein, die sich trauen, die sich daran wagen, weil sie sich und ihr Unternehmen weiterbringen und ihm zum Erfolg verhelfen wollen“, so Faghfouri. Das beste Unternehmen ist also nichts ohne seine Mitarbeiter, die es voranbringen – ein fast poetischer Grundtenor des Abends und eine weitere UnternehmerPerspektive, die diesen Abend so spannend gemacht hat.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern, Gästen und Diskutanten für die spannenden Einsichten, Fragen und Kommentare und freuen uns nach der Sommerpause auf weitere interessante Gespräche am 07.09.2016 in Krefeld.
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Der Streaming-Dienstleister Netflix lockt Mitarbeiter mit einer unbegrenzten Zahl an Urlaubstagen, der Anbieter für Social-Business-Lösungen Asana bietet seiner Belegschaft 10.000 Euro für die Gestaltung des Arbeitsplatzes, und bei dem Outdoor-Ausrüster Patagonia können die Mitarbeiter in der Mittagspause surfen gehen. „Das sind zwar drei Extrembeispiele, aber sie zeigen, dass Unternehmen in Zukunft mehr tun müssen, um Mitarbeiter zu motivieren und zu halten. Und dabei wollen wir als Bank nicht nur Geld, sondern auch Ideen geben.“ Mit diesen Worten eröffnete der gebürtige Krefelder Dr. Andre Carls die erste UnternehmerPerspektiven-Veranstaltung der Herbstwelle zum Thema Unternehmenskultur im digitalen Wandel im Krefelder Königpalast. Passenderweise ein Heimspiel für den Bereichsvorstand der Mittelstandsbank eine Woche vor dem ersten Heimspiel der „Krefelder Pinguine“. Und passenderweise am Tag der Vorstellung des neuen iPhone 7, für viele der Inbegriff der Digitalisierung.

Die Keynote Speech des Abends lieferte der Senior-Digital-Stratege Max Orgeldinger von der Digital-Agentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr. Wenn man „Senior-Digital-Stratege“ hört, stellt man sich vermutlich einen älteren Herrn im grauen Anzug und mit Fliege vor. Max ist gerade mal 27, trägt eine Uhr in Wassermelonen-Optik ("Weil das Design so sommerlich cool ist.") und ist mit seinen Anregungen zum und Vorstellungen vom digitalen Wandel in vielen großen Unternehmen der „exotische Satellit“. Dass es trotzdem funktionieren kann, das Denken auf Führungsebene zu ändern, zeigt seine Beratung bei Lufthansa, E.ON und Co. „Es geht nicht darum, die ganze Unternehmenskultur auf den Kopf zu stellen. Wir helfen den Unternehmen vielmehr, eigene exotische Satelliten zu gründen, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen“, erläuterte er in Krefeld.

Den Wandel selbst gestaltet hat Detlev G. Moritz, Geschäftsführer der GEMO G. Moritz GmbH, einem Metallverarbeitungsunternehmen aus der „old economy“. „Ich komme aus einem alten Berliner Unternehmen. Dort hieß es noch ‚führen und folgen‘. Bei uns kann man heute durchaus mal kontrolliert ein Projekt an die Wand fahren. Wir räumen unseren Mitarbeitern Freiräume ein, neue Ideen auszuprobieren. Fehler gehören dazu“, berichtete Moritz auf dem Podium.

Neue Ideen entstehen vor allem durch Austausch. Raum für ebenjenen bot das Grillbuffet im Anschluss an die Diskussionsrunde bei sommerlichen Temperaturen. Ein herzliches Dankeschön an den Wettergott und die Teilnehmer auf dem Podium für ihre Beiträge. Und die Diskussion geht natürlich weiter: Am 20. September sind die UnternehmerPerspektiven in Saarbrücken zu Gast.
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„Die UnternehmerPerspektiven sind älter als das erste iPhone und schon vor dem ersten Facebook-Like im deutschsprachigen Raum haben die UnternehmerPerspektiven vier Studien zu Papier gebracht.“ Mit diesen Worten begrüßte Jochen H. Ihler, Bereichsvorstand Mittelstandsbank Mitte und Kompetenzcenter Öffentlicher Sektor der Commerzbank AG, die Gäste im zehnten Jahr der UnternehmerPerspektiven zu einer weiteren Jubiläumsveranstaltung in der Luminanz in Saarbrücken.

iPhone und Facebook, das sind nur zwei kleine Beispiele für die rasante Entwicklung der Digitalisierung. Die macht auch vor der Arbeitswelt und -kultur nicht halt.

In der digitalen Welt ändert sich zum Beispiel das Verständnis von Führung: Expertenwissen ist keine Frage der Hierarchieebene und des Alters mehr. „Unsere Nachwuchskräfte bringen uns digitalen Dinosauriern die neue Welt, egal ob es Hardware-Themen oder ob es Applikationen sind, bei“, berichtete Volker Stuckmann, Niederlassungsleiter Mittelstand Saarbrücken und Mitglied der Geschäftsleitung der Commerzbank AG, vom sogenannten umgekehrten Mentoring in seiner Niederlassung.

Ein Experte in diesem umgekehrten Mentoring ist auch Gregor Kalchthaler, Mitbegründer der Strategieberatung Intraprenör. Der 27-Jährige berät namhafte Unternehmen und deren gestandene Führungskräfte bei der Gestaltung der Unternehmenskultur. In seiner Arbeit stellt er immer wieder fest, dass es innerhalb der Unternehmen – und damit auch in der Unternehmenskultur – „starke Ambivalenzen gibt, mit denen umgegangen werden muss.“ Egal ob es um das divergierende technische Know-how zwischen jüngeren und älteren Mitarbeitern, die Unterschiede zwischen digitaler und analoger Arbeit oder das ambivalente das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine geht: Der Mittelstand hat, so Kalchthaler, im aktiven Umgang mit diesen Ambivalenzen die einmalige Chance, Arbeit und Unternehmenskultur neu zu definieren.

Prof. Dr. Wolfgang Wegener, Chief Financial Officer der Becker Mining Systems AG, arbeitet sehr bewusst an diesen Definitionen für sein Unternehmen – in direktem Dialog mit seinen Mitarbeitern und damit fernab von jeglicher digitaler Technik. Er ist der Meinung, dass Unternehmenskultur eine Frage der Überzeugungsarbeit ist: „Gehört heißt noch nicht verstanden, verstanden heißt noch nicht einverstanden und einverstanden heißt noch nicht gemacht.“ Damit aber genau das gelingt, entführt Wegener seine Kollegen schon einmal für ein Wochenende nach Sibirien zum Ski fahren – wo ganz analog an der Unternehmenskultur gearbeitet wird. Denn in Sibirien hat man ohnehin keinen Handy- und Internetempfang.

Wir danken allen Podiumsteilnehmern und Gästen für die interessanten Einblicke sowie anregenden Diskussionen und möchten alle Interessierten herzlich zur nächsten Veranstaltung am 27. September in Freiburg einladen.
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„Wir sind mit Fintechs, mit Kundentools wie Banking-Apps und digitalen Netzwerk-Services als große und traditionelle Bank schon sehr gut unterwegs, aber reißen Sie mal einem Banker das Stück Papier mit dem Kreditantrag aus den Händen – das tut erst einmal weh und braucht seine Zeit, bis alle Prozesse digital und sicher transformiert sind“, so umriss Edith Weymayr den digitalen Kulturwandel des Gastgebers Commerzbank. Wenig überrascht war die Bereichsvorständin, dass die Unternehmen in Baden-Württemberg schon wesentlich digitaler sind als im Bundesdurchschnitt. Wichtig sei es aber, auch die Unternehmenskultur auf diesem Weg mitzunehmen. Ein wichtiger Punkt ist dabei Fehlerkultur. „Die USA sind uns da voraus. Es ist erlaubt, auch einmal ein Projekt in den Sand zu setzen, sich wieder aufzurichten, weiter zu machen“, so Weymayr. Wichtig sei es, auch mal einen Fehler zuzulassen, um ihn dann zu analysieren und daraus zu lernen.

In die gleiche Richtung argumentierte auch Max Orgeldinger, der noch keine 30 Jahre alte Senior-Stratege der Berliner Digitalagentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr. „Unser Problem in deutschen mittelständischen Unternehmen ist, dass wir oft zu lange warten, um das optimale Projekt für den Start zu finden und alle möglichen Risiken auszuschalten. Einfach ausprobieren, Erfahrungen sammeln und es beim nächsten Mal noch besser machen. So gewinnt man schnell Erfahrung mit digitalen Projekten.“ Sein zweiter Rat an die anwesenden Unternehmer und Manager: eigene Software-Spezialisten, die die Kompetenz ins Haus bringen und dort passgenaue Lösungen entwickeln. Die Karten in vielen Märkten würden, so Orgeldinger, derzeit neu gemischt. Da sei es vor allem wichtig, frühzeitig aufmerksam zu sein, die eigenen Chancen zu sehen und sie auch zu ergreifen.  

Christians Sievers, Moderator des Abends und als Fernsehjournalist vor allem vom heute journal bekannt, entlockte dem jungen Digitalen zum Schluss noch einen Tipp zum heißen Thema Sicherheit und Passwörter: regelmäßig die Kennwort-Passwort-Kombination ändern und bei systemkritischen Seiten wie E-Mail und Konto individuelle Kombinationen mit einem Passwort-Manager verwalten.

Mit einem großen Dankeschön an Edith Weymayr, Max Orgeldinger und Moderator Christian Sievers beendete Andreas Weerth, Niederlassungsleiter der Commerzbank in Freiburg, den offiziellen Teil der Veranstaltung und bat die angereisten Unternehmer aus Freiburg, der Ortenau, aus Villingen-Schwenningen und Lörrach zum informellen Teil eines kurzweiligen und informativen Abends im Konzerthaus in Freiburg. Die kommende Veranstaltung hält dem Bundesland Baden-Württemberg die Treue und wird am 12. Oktober in Stuttgart stattfinden.
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Duzen oder siezen, Anzug mit Krawatte oder T-Shirt mit Chucks – das ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks, sondern auch eine Frage der Unternehmenskultur. Diese Beispiele stehen symbolisch für zwei verschiedene Welten: die digitalen Transformatoren auf der einen, die „old economy“ auf der anderen Seite. Was passiert, wenn diese Welten kollidieren? „Wenn Sie im Flugzeug nach Kalifornien sitzen und Sie sehen einen DAX-Vorstand ohne Krawatte, wissen Sie: Der will ins Silicon Valley, denn er verkleidet sich“, stellte Dietrich Alberts, geschäftsführender Gesellschafter der Gust. Alberts GmbH & Co. KG, als These auf.

Nun wäre es zu kurz gegriffen Unternehmenskultur nur auf Anrede und Dresscode zu reduzieren, sagte einer, der es wissen muss: „Kultur ist immer beeinflusst von Rahmenfaktoren, wie zum Beispiel organisatorische Strukturen oder Richtlinien“, so Max Orgeldinger, Senior Digital Strategist bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr. Klassischerweise denkt man bei Strukturen immer zuerst an Hierarchien: Chefs sagen, wo es lang geht, haben die volle Kontrolle und ohne sie läuft eigentlich nichts.

Dass es auch anders geht, verdeutlichte Jens Wagener, Chef der itemis AG: „Ich sitze eigentlich nur im Büro und achte darauf, dass bestimmte Dinge nicht gemacht werden. Ich treibe niemanden an, sondern ich lenke nur in die richtigen Bahnen.“ Wageners Unternehmen gehört zu den digitalen Transformatoren, doch auch bei traditionellen Unternehmen wie der Commerzbank wird bereits nach neuen Prinzipien geführt und gearbeitet. Thorsten Meier, Niederlassungsleiter der Commerzbank in Dortmund, ist es beispielsweise wichtig, Sinn zu stiften: „Die Mitarbeiter müssen sehen, wofür sie arbeiten.“ Sein Kollege Marc Werner, der die Niederlassung in Hagen leitet, setzt auf Freiräume, man müsse aufhören in Abteilungen zu denken – sowohl räumlich, als auch organisatorisch.

Dr. Andre Carls, Bereichsvorstand Mittelstandbank West, eröffnete eine weitere Dimension des Themas Unternehmenskultur: den Mut, Neues auszuprobieren – seiner Ansicht nach übrigens eine Stärke des deutschen Mittelstands. Mitarbeiter sollten viel mehr explorative Arbeitsaufträge bekommen, um sich auszutesten und um neue Ideen in das Unternehmen einzubringen, so Dr. Carls Überzeugung. Dass solche Projekte nicht immer funktionieren, ist klar, doch – und dabei waren sich alle Podiumsgäste einig – ein Scheitern sei auch eine Chance zum Lernen und idealerweise zum Nicht-Wiederholen. Ebenfalls einig waren sich die Gäste dabei, dass diese Einstellung bei den deutschen Mittelständlern weit verbreitet ist. „Andere Länder sind viel schlimmer“, pointierte Jens Wagener, „bei denen fackelt ein Mitarbeiter zum zweiten Mal das Haus ab und der Chef steht daneben und sagt ‚Alles in Ordnung‘.“

Wir danken allen Podiumsteilnehmern und Gästen für den spannenden Abend und freuen uns auf die nächste Veranstaltung der UnternehmerPerspektiven am 12. Oktober 2016 in Stuttgart.
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"Mach' ihn! Mach' ihn! Er macht ihn!" Mit diesen Worten kommentierte Tom Bartels den Siegtreffer von Mario Götze im WM-Finale 2014 gegen Argentinien. Es gibt wohl kaum einen Deutschen, der diesen Goldmoment nicht gesehen hat. Was jedoch kaum einer weiß: Der gelbe Schuh, mit dem Götze das entscheidende Tor erzielte, wurde nach speziellem Verfahren gestrickt und stammt aus der Produktion der H. Stoll AG aus Reutlingen, einer Firma für Flachstrickmaschinen.

Was das mit der digitalen Transformation zu tun hat? „Wir haben schon 1991 angefangen, unsere Maschinen zu vernetzen. Große Bekleidungshersteller wechseln alle sechs bis acht Wochen ihre Kollektion. Da spielt Geschwindigkeit eine zentrale Rolle, die wir ohne die Digitalisierung nicht leisten können“, erzählte CEO Andreas Schellhammer bei der UnternehmerPerspektiven-Veranstaltung im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Ein passender Ort für die Begegnung von Tradition und Transformation, wie die Bereichsvorständin der Commerzbank für Baden-Württemberg und Bayern, Edith Weymayr, erklärte: „Vor 130 Jahren wurde hier die Geburtsurkunde des Automobils geschrieben. Künftig werden Autos wohl alleine fahren können.“

Die digitale Transformation ist bei der Commerzbank in diesen Tagen ein großes Thema. „Bis 2020 wollen wir uns als Bank neu erfinden und eine echte Multikanalbank für unsere Kunden werden. Dazu haben wir einen digital Campus gegründet, auf sich dem Spezialisten mit diesem Thema beschäftigen“, so Weymayr. Tipps zur Rekrutierung der benötigten Spezialisten bekam sie von Armin Pohl, CEO der Mackevision Medien Design GmbH: „Stellen Sie um Gotteswillen jemanden ein, der besser ist als Sie selbst!“ Er verfährt in Bewerbungsgesprächen nach dem Motto ‚Zeig mir, dass du es kannst und du hast den Job‘. Der Studienabschluss spielt dabei keine Rolle. Das Durchschnittsalter bei dem Weltmarktführer für Computer Generated Imagery liegt bei 29,7 Jahren. „Das machen wir seit 20 Jahren so gibt’s daher bei uns nicht.“

Werden Roboter künftig 3D-Animationen bei Mackevision programmieren und die Kunden der Commerzbank bedienen? Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg, Professorin an der TU Darmstadt ist überzeugt, dass sie zumindest Routinetätigkeiten in naher Zukunft übernehmen werden. Im Future Innovation Lab, das sie zur Erforschung der Arbeitswelt 4.0 gegründet hat, beschäftigt sie sich unter anderem mit der Akzeptanz von Robotern im Kundenkontakt und macht überwiegend positive Erfahrungen.

Kabarettist Vince Ebert, der für einen humorvollen Ausklang des Abends sorgte, blieb beim Thema künstliche Intelligenz skeptisch: „Google hat ein künstliches Gehirn geschaffen, das Katzen erkennen kann. In 75 Prozent aller Fälle liegt es richtig. Der zweijährige Sohn meiner Nachbarin hat eine Trefferquote von 100 Prozent.“

Auch in Zukunft wird es also echte Menschen brauchen. Zum Beispiel auch für eine gelungene Podiumsdiskussion – herzlichen Dank an die Teilnehmer in Stuttgart!
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„Mit der Diskussion um Industrie 4.0 ist noch längst nicht alles erledigt, wenn es um Digitalisierung geht. Es geht um viel mehr – und es geht noch viel weiter.“ Mit diesen Worten begrüßte Ilona Schmitt, Niederlassungsleiterin Mittelstand Leipzig und Mitglied der Geschäftsleitung, die Gäste der Initiative UnternehmerPerspektiven in Leipzig. Denn neben den technischen Aspekten des digitalen Wandels geht es vor allem um eines: den Menschen. Die Digitalisierung ändert unsere Gewohnheiten, unser Verständnis der Welt, unsere Ansichten und Meinungen, vor allem jedoch unsere Art zu denken.

Diese Erfahrung hat auch Wolfgang Suerbaum, Geschäftsführer bei der Igepa Großhandel GmbH, gemacht: Im Rahmen eines digitalen Change-Prozesses hat das Unternehmen einen ungewöhnlichen Weg beschritten und, anstatt die konkrete Vorgehensweise in Management-Meetings auszuarbeiten, einfach einmal diejenigen befragt, die es betrifft: die eigenen Mitarbeiter und Kunden. „Wir waren überrascht, dass wir keine wirklich neuen Informationen herausbekommen haben. Aber die Qualität und Detailgenauigkeit hat uns überzeugt: Unsere Mitarbeiter und Kunden haben den Wandel bei uns schon sehr viel konkreter durchdacht als wir.“

Damit zeigt sich deutlich: Digitale Transformation findet im Kopf statt. Für Prof. Wolfgang Henseler, Creative Managing Director bei SENSORY MINDS, bedeutet digitale Transformation nicht mehr die Produkte, sondern die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Das betrifft auch Big Data. „Es geht nicht mehr um Datenschutz, sondern um Datennutz“, erläutert Professor Henseler und zeigt seine Adidas-Sneaker mit integrierten Sensoren, die die Träger-Daten an Adidas liefern. Für diese Daten zahlt Adidas den Trägern sogar bares Geld – es tut sich also eine zusätzliche Einnahmequelle für Sneaker-Liebhaber auf.

Auch, wenn diese Sneaker für Holger Werner, Bereichsvorstand Mittelstandsbank Ost, Commerzbank AG, keine Option sind (es sei denn, es ist Casual Friday bei der Bank), so ist dieses kundenzentrierte Denken auch bei der Commerzbank angekommen: „Damit unsere Mitarbeiter umdenken können, ist es wichtig, dass wir als Management den Freiraum für neue, kreative Ideen und Gedankenwege schaffen“ – und dazu muss die Komfortzone des bisherigen Handlungsspielraums verlassen werden.

Kaum jemand kann das so gut nachvollziehen wie Robert Jacob, Gesellschafter bei der DeineTür GmbH. Ganz analog schreinert das Unternehmen seit 25 Jahren Massivholztüren – und dennoch hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Mittlerweile betreibt es den europaweit größten Onlineshop für Türen: „Wir haben uns gefragt, was der Kunde braucht und ob er gut versorgt ist. Dabei haben wir festgestellt, dass jeder der ein Haus baut und eine Tür braucht, eben nicht gut versorgt ist. Denn Vergleich, Transparenz und Beratungen können wir online besser.“  

Das Geheimnis der digitalen Transformation heißt also mentale Transformation. Für diese Erkenntnis danken wir den Podiumsteilnehmern und Gästen der Veranstaltung herzlich. Die nächsten Events der UnternehmerPerspektiven finden am 9. November 2016 in Köln und Bremen statt.
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Regen. November. Berufsverkehr. Und ein neuer US-Präsident, der die Schlagzeilen des Tages dominierte. Die Rahmenbedingungen für eine Abendveranstaltung zum digitalen Wandel im Mittelstand hätten besser sein können. Doch ein hochkarätig besetztes Podium bei der UnternehmerPerspektiven-Veranstaltung in Köln sorgte dennoch für ein volles Haus. In der Geburtsstätte des „Kölnisch Wasser“, die heute als Eventlocation genutzt wird, diskutierten Deutschlands bester Arbeitgeber, der Schirmherr der aktuellen Mittelstandsstudie und ein echter Digital Native mit Dr. Andre Carls, Bereichsvorstand der Commerzbank, über Empathie, Hoodies und das Feiern als Kernkompetenz von Unternehmen.

Was das alles mit Digitalisierung zu tun hat? Eine Menge! Denn im Mittelpunkt der digitalen Transformation steht immer noch der Mensch. Und der ist nicht mehr alleine mit Geld und einem sicheren Arbeitsplatz zufrieden. In der Arbeitswelt 4.0 zählen vor allem auch die weichen Faktoren. Mitarbeiter wollen wertgeschätzt werden – für Paul Lütke Wissing, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters sepago, ist Empathie deshalb ein Wirtschaftsfaktor. Wertschätzung bringt Deutschlands bester Arbeitgeber seinen Mitarbeitern mit gemeinsamen Ausflügen und monatlichen Zusatzbudgets für die schönen Dinge des Lebens entgegen, beispielsweise ein Whisky-Tasting. „Feiern ist bei uns eine Kernkompetenz“, so Lütke Wissing.

Um neue Anforderungen geht es auch im Kundenkontakt. „Im Rahmen der Digitalisierung müssen wir neu lernen, was der Kunde will“, erklärte Dr. Jürgen Meffert, Schirmherr der UnternehmerPerspektiven und Director bei McKinsey. „Das Problem: Der Kunde kennt seine eigenen Bedürfnisse häufig selbst nicht. Unternehmen müssen daher flexibel sein und schnell auf sich ändernde Kundenwünsche reagieren können. Daraus resultieren neue Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeiter.“ Nicht immer lässt sich eine passende Lösung intern entwickeln. Der Appell von Dr. Carls: „Wir müssen offener werden und mit Experten außerhalb des Unternehmens zusammenarbeiten.“ Die Commerzbank hat deshalb selbst in diesem Jahr einen Digital Campus ins Leben gerufen, auf dem 800 Mitarbeiter an innovativen Lösungen für ein neues digitales Geschäftsmodell der Bank arbeiten. Ob die Mitarbeiter dort Krawatten tragen – die häufig als optisches Indiz für einen Wandel angeführt werden – ist Dr. Carls egal: „Bei uns sind ja sogar Hoodies quasi Berufskleidung, wie man aus unseren Werbespots weiß.“

Ob Employer Branding oder das Management der Komplexität: Max Orgeldinger, 27 und Senior Digital Strategist in einer Digitalagentur, ist der Meinung, dass sich der deutsche Mittelstand bisher ordentlich im digitalen Wandel schlägt. „Vor zwei bis drei Jahren haben meine Kunden gefragt, wie sie ihre Produkte digital absetzen können. Heute beschäftigen sie sich mit den Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell und die Arbeitsorganisation.“ Das notwendige Umdenken hat offensichtlich stattgefunden.  

Was die Wahl Donald Trumps für die Weltwirtschaft bedeutet, wurde beim Get-together am Buffet zwar heftig diskutiert, eine Antwort auf diese Frage brachte die Veranstaltung in Köln logischerweise jedoch nicht. Welchen Stellenwert der Faktor Mensch in der Wirtschaftswelt von Morgen hat, darüber waren sich die Gäste der Talkrunde aber einig: Geschäfte werden auch in Zukunft zwischen Menschen gemacht. Digitalisierung hin oder her! Wir bedanken uns bei den Talkgästen für den inspirierenden Austausch.
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Die Präsidentschaftswahl in den USA, die Donald Trump in der Nacht für sich entscheiden konnte, beschäftigte auch die Gäste der UnternehmerPerspektiven in Bremen. Stefan Burghardt, Niederlassungsleiter der Mittelstandsbank in der Hansestadt, wagte einen Erklärungsversuch. Seine Vermutung: „Tempo, Anzahl und Komplexität der Veränderungen, denen wir ausgesetzt sind, haben derart zugenommen, dass der ein oder andere sie nicht mehr versteht. Umso wichtiger ist es, die Leute mitzunehmen, zu überzeugen und möglichst sogar zu begeistern. Und das ist wohl in den USA nicht gelungen.“

Nicht nur in der Politik, auch im Unternehmen ist es wichtig, die Menschen mitzunehmen. Beispielswese bei Veränderungen, die aus der digitalen Transformation resultieren. Philip W. Herwig, Managing Partner bei dem Logistikdienstleister Röhlig Logistics, berichtete in der Keynote Speech des Abends über seine Erfahrungen in der Mitarbeiterführung. Mit gerade einmal 35 Jahren übernahm er das Familienunternehmen 2015 in der sechsten Generation und widmete sich gleich einer Mammutaufgabe: das Unternehmen nicht nur technisch, sondern auch kulturell in die digitale Zukunft führen. Dazu hat er das Programm „Blue Future“ entwickelt. Der Ansatz: Wachstum und Weiterentwicklung können nur mit dem Rückhalt der Mitarbeiter erzielt werden. Um diesen zu gewinnen, wurden Mitarbeiter aller Hierarchiestufen dazu befragt, wie sich das Unternehmen verbessern kann. Die Ergebnisse der Befragung flossen konsequent in die Neuausrichtung ein. Das Geheimrezept lautet also zuhören. „Wir haben umfangreiche Interviews auf allen Hierarchieebenen im Unternehmen und in allen Ländern unseres Netzwerks durchgeführt. Dieser Bottom-up-Input ist schließlich in unser Konzept eingeflossen und ist enorm wichtig für den Erfolg“, so Herwig.

Auch im europäischen Raumfahrtgeschäft und der Fußballbundesliga ist zuhören ein wichtiger Erfolgsfaktor. „Das Leben ist so opportunistisch, dass man sich viele Ideen einfach anhören muss, damit man aufgeweckt wird“, berichtete Marco R. Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB Systems AG und Mitglied des Aufsichtsrats von Weder Bremen, in der Talkrunde aus seiner Erfahrung. Denn auf dem Weg zur digitalen Transformation können auch Mitarbeiter wichtige Impulse setzen. Und die sollte man als Chef berücksichtigen – nur Mitarbeiter, die sich ernst genommen fühlen, werden schließlich bereit sein, den Weg der Veränderung mitzugehen.

Apropos Zuhören: Die Commerzbank hat ihr Ohr nicht nur am deutschen Mittelstand. Denn die Digitalisierung ist kein nationales Thema. Deshalb hat die Initiative UnternehmerPerspektiven zum vierten Mal auch die Unternehmen in der Schweiz nach ihrer Einschätzung gefragt. Die Ergebnisse werden am Montag in Zürich vorgestellt. Wie der deutsche Mittelstand im Vergleich abschneidet, werden wir natürlich auch an dieser Stelle veröffentlichen.

Wir danken allen Gästen für eine spannende Diskussion und anregende Gespräche in der Bremer Überseestadt.
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Man hätte diese Location für das neue interaktive Arena-Format der Commerbank-Initiative UnternehmerPerspektiven erfinden müssen – wenn es sie nicht schon gäbe. Die vier wandfüllenden Media Walls zaubern eine Atmosphäre des „Think new!“ in den großen Saal des Aura, einer der angesagtesten Orte im Herzen Zürichs. Nur wenige Schritte vom Paradeplatz entfernt, hat die deutsche Commerzbank zu ihrem vierten grossen Firmenkunden-Event eingeladen. Selbstbewusst, reflektiert und nach vorne schauend in einer Zeit, die für die Banken selbst viele Traditionen ihrer Geschäftsmodelle in Frage stellt. Ebenfalls gross ist das Thema an diesem Abend. Es geht um nicht weniger als die Veränderung von Unternehmenskultur und Führung in der digitalen Transformation: Transformation trifft Tradition, so der Titel der aktuellen Studie, die Marc Steinkat, Country Manager der Commmerzbank Schweiz, und Beatrice Müller, Moderatorin und langjährige Tagesschausprecherin, an diesem Abend den rund 300 interessierten Gästen aus der Schweizer Wirtschaft präsentieren.

Victor Calabro, Keynote-Speaker des Abends, ist ein typischer Vertreter der transformierten neuen Unternehmergeneration. Er gründete die Personalplattform Staff Finder. Die Idee: Nicht jeder Arbeitnehmer will immer zu 100 Prozent am gleichen Platz arbeiten und viele Unternehmen brauchen zu bestimmten Zeiten oder für besondere Projekte mehr Ressourcen, die aber nicht kontinuierlich beschäftigt werden können. Bis zur Gründung hatte Calabro nichts mit HR oder Personal zu tun – er ist IT-Experte. Für ihn kein Hindernis, ins klassische HR-Geschäft quereinzusteigen. „Tradition ist zwar die Basis, auf der wir heute arbeiten, aber es ist auch wichtig, dass man sich von gewissen Dingen lösen kann“, so der Unternehmer. Die Schweizer Unternehmen seien einfach etwas vorsichtiger, wenn es um die Umsetzung neuer Ideen gehe, so Calabro. Nur zwei Prozent der Arbeitnehmer könnten sich vorstellen, auf Abruf und mit unterschiedlicher zeitlicher Auslastung zu arbeiten. Da seien uns andere Länder, wie Großbritannien einfach voraus, wo es bereits sechs Prozent sind. Doch Flexibilität ist das Zauberwort: Sie kann zur wettbewerbsrelevanten Produkteigenschaft der Zukunft werden.

Christoph Birkholz, später neben Calabro auf der Bühne, die mitten im Publikum steht, gehört auch zu jener neuen Generation von Unternehmern. Er liebt es, kreative Köpfe, Unternehmer und Tekkies an einen Tisch bringen und hat dafür mit anderen Mitstreitern den Impact Hub Zürich gegründet. Tradition, so der Mittdreissiger, dürfe nicht zur Entschuldigung verkommen, um nichts zu verändern. Unternehmen, die in Gründer- oder Eigentümerhand sind, hätten es das etwas leichter, so seine Einschätzung. Wer selbst ins Risiko gegangen ist und täglich geht, habe weniger Angst vor Veränderung und sei bereiter, neue Denkmodelle zuzulassen. Digitalisierung ermögliche heute viel schneller als früher, dass man als 15 Jahre altes Unternehmen in der gleichen Liga wie ein 250 Jahre altes Unternehmen spiele. Das ist für beide Seiten eine Herausforderung.

Für die Tradition stehen Sven Gohlke, Regionalvorstand Europa der Commerzbank, und Professor Manfred Maus. Letzterer gründete 1970 die Baumarktkette OBI. Die Idee war damals ganz neu, nämlich alles, was der Heimwerker braucht, unter einem Dach anzubieten. Sein Credo aber ist, sich ständig auf die Suche nach neuen Impulsen und Ideen zu machen. Für das Baumarktgeschäft heisse es heute nicht mehr „Do it yourself“, sondern „Do it for me.“ Nicht stehen bleiben, sich nicht auf Erfolgen ausruhen, und trotzdem wissen, wo man herkommt – das ist das Traditionsverständnis des Grandseigneurs.

Auch Sven Gohlke gehört zu einer Generation Manager, der die digitale Transformation nicht in die Wiege gelegt wurde. „Wir müssen es schaffen, die Tradition – zum Beispiel in der Finanzierung des Aussenhandels – zu nutzen und dabei mit der digitalen Transformation flexibler zu werden. Die Dramatik, mit der sich unsere Geschäftsmodelle verändern erfordert vor allem ein schnelles Umdenken im Kopf. Und zwar jeden Tag aufs Neue.“ Marc Steinkat zeigt auf, was dies auch für den kulturellen Wandel in einem Traditionsunternehmen wie der Commerzbank bedeutet und zitiert einen Kollegen: „Ich erkenne meine Bank kaum wieder.“ Dass die Banken sich verändern und weiterentwickeln müssen angesichts von Schnellbooten aus der FinTech-Branche und neuen technologischen Trends wie Blockchain steht ausser Frage. Auch die Kunden und ihre Ansprüche verändern sich. Die Banken sind nicht mehr nur traditioneller Geldgeber, sie sind Impulsgeber in der Transformation – an der Seite ihrer Kunden, so das Fazit von Marc Steinkat. Denn am Ende ist es der Mensch, der die digitale Transformation treibt, nicht nur die Technik. Ein grosser Dank an die engagierten Diskussionspartner des Abends.
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Die Veranstaltung der Commerzbank-Initiative UnternehmerPerspektiven in Erfurt war eine ganz Besondere. Nicht nur, weil die Initiative ihr zehnjähriges Jubiläum feiert, sondern weil die Gäste im neueröffneten Steigerwaldstadion Zeugen eines außergewöhnlichen Anblicks wurden: Holger Werner, Bereichsvorstand der Mittelstandsbank Ost, betrat das Podium mit Hemd, Sakko, Jeans – und ohne Krawatte. Ein Zeichen für den Kulturwandel im Kontext der digitalen Transformation? Auf jeden Fall. „Ich stehe hier mit Jeans und ohne Krawatte, aber das bedeutet nicht, dass wir weniger konzentriert arbeiten. Es ist ein Zeichen für eine neue Form der Zusammenarbeit mit unseren Kunden.“ Denn auch die Commerzbank müsse sich überlegen, welche Rolle sie in fünf bis zehn Jahren spielen möchte. Dabei gehe der Trend zum Impulsgeber und Vernetzer – wofür man nicht immer zwingend einen Anzug brauche, so Werner.

Dr. Hubertus Porschen, der Keynote-Speaker des Abends und CEO der App-Arena GmbH, versorgt seine Mitarbeiter mit ihren Lieblingsgetränken, die sie sich aussuchen und auf Unternehmenskosten bestellen können. Die Idee dahinter: „Das hört sich eventuell erstaunlich an, aber für uns ist das ein Instrument der Mitarbeiterbindung. Es richtet sich an die veränderten Bedürfnisse junger Menschen, denen solche Kleinigkeiten sehr wichtig sind“, erläuterte Porschen, „und genau diese jungen Menschen brauchen wir beim digitalen Wandel“.

Auch wenn kostenlose Getränke für Mitarbeiter für Dr. Marcus Lange, Vorstand der TUPAG Holding AG, mit Blick auf den geldwerten Vorteil eher eine wagemutige Methode zur Mitarbeiterbindung sind, so ist auch in seinem Unternehmen der Wandel angekommen. Neben den unternehmenskulturellen Aspekten wie Empfehlungen zur Work-Life-Balance setzt das Unternehmen vor allem auf die interne Innovationsfähigkeit. „Der TUPAG-Konzern hat eine eigene Abteilung gegründet, die interdisziplinär und hierarchisch ungebunden die Schnittstellen zwischen verschiedenen Techniken, Strukturen und Prozessen besetzt, gegebenenfalls aufbricht und digitale Lösungen entwickelt und implementiert“, erklärte Lange und verdeutlichte damit den Kern der digitalen Transformation.

Denn Jeans, kostenfreie Getränke und Regeln zur Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit sind nur einige Aspekte der Veränderung. Umdenken, Kooperation, Offenheit und der Mut, bestehende formale Strukturen zu wandeln und neue Wege zu gehen, sind diejenigen Schlagworte, auf die es ankommt. Wir bedanken uns bei den Diskutanten für die anregenden Gedanken und freuen uns am 23. November in Bielefeld auf weitere spannende Erkenntnisse zur digitalen Transformation.
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„Das Internet ist für uns alle Neuland“, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel 2013 gesagt. Dass das auf den deutschen Mittelstand nicht zutrifft, zeigte die UnternehmerPerspektiven-Veranstaltung in Mainz. Selten waren die Diskussionen thematisch so breit gefächert wie in der Opel Arena – ein sicheres Indiz dafür, dass sich der Mittelstand schon lange mit dem, was die digitale Transformation mit Menschen und Unternehmen macht, auseinandersetzt. Doch eine Frage beschäftigte die Gäste ganz besonders: Wie gestaltet sich das Verhältnis zwischen der analogen und der digitalen Welt?

Einer, der sich in beiden Welten bewegt, ist Christoph Müller, Geschäftsführer der Müllerland Gruppe. Das Unternehmen betreibt zwei große Möbelhäuser – und nebenbei noch einen Onlineshop, in dem die Kunden alles finden, was sie sich ganz analog in den Verkaufsräumen ansehen können. Er stellt dabei die Kunden in den Mittelpunkt: „Die Kunden schauen nicht mehr in Prospekte, sondern immer zuerst ins Internet. Deswegen müssen wir als Unternehmen online sein.“

Für Oliver Fink, Geschäftsführer des Onlineportals neuwagen24.de, ist das Verhältnis zwischen analog und digital dagegen ein Persönliches: Als gelernter Autoverkäufer mit einigen Jahren Berufserfahrung in Autohäusern digitalisierte er das analoge Verkaufsmodell mit neuwagen24.de. Als „der Typ mit dem Onlineshop aus dem Internet“, wie sich Fink selbst beschreibt, sieht er sowohl im analogen, als auch im digitalen Autohaus ein Auslaufmodell: „Die Kunden werden gerade große Anschaffungen nicht mehr tätigen, weil ihnen die emotionale Bindung nicht mehr so wichtig ist. An Stelle des Besitzes tritt dann die Sharing Economy“, so Fink.

Jochen Ihler, Bereichsvorstand Mittelstandsbank Mitte, sieht das Spannungsfeld zwischen analog und digital als Benefit in der Kundenberatung: „Im Beratungsgespräch legen wir unseren Kunden sehr bewusst digital zugängliche Informationen der Wettbewerber vor, damit sie die größtmögliche Transparenz bekommen und wissen, wo wir uns vom Wettbewerb abheben.“

Wie sich analog und digital bei der Arbeit verbinden lassen, weiß Prof. Dr. Ruth Stock-Homburg, Dekanin des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der TU Darmstadt. Sie ist der Meinung, dass Arbeiten 4.0 schon längst Realität ist: „Betrachten wir doch einmal Fort- und Weiterbildung. Vieles läuft in Unternehmen über Webinare und E-Learning-Plattformen und damit digital. Zum Beispiel habe ich mir vor kurzem über YouTube-Turorials beigebracht, wie ich Roboter programmieren kann.“ Ob der Ausbilder künftig per YouTube-Tutorials seinen Auszubildenden zeigt, wie man Heizkörper anbringt, bezweifelt ein Gast aus Publikum: „Um einen Heizkörper zu montieren brauche ich lediglich zwei funktionierende Hände und gesunden Menschenverstand.“

Und auch Jürgen Schmieding und Peter Rademacher, Niederlassungsleiter in Mainz und Wiesbaden, finden einen Aspekt, der sich nur schwer digitalisieren lässt: Vertrauen und Menschlichkeit. Bis auf weiteres werden die Kundenbetreuer bei der Commerzbank also nicht durch Roboter ersetzt – und auch nicht die Gäste unserer nächsten Veranstaltung am 23. November in Bielefeld. Wir danken den Teilnehmern in Mainz für inspirierende Gespräche.
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„Liebe Gäste, ich freue mich, euch heute Abend hier begrüßen zu dürfen.“ Mit diesen Worten eröffnete Commerzbank-Niederlassungsleiter Hans-Jürgen Stricker die UnternehmerPerspektiven-Veranstaltung in Bielefeld. Keine ungewöhnlichen Worte für eine Begrüßung. Sehr wohl ungewöhnlich: die Anrede. In Anlehnung an Otto-Chef Hans-Otto Schrader, der von seinen Mitarbeiter nur ‚HoS‘ genannt wird, duzte Stricker das Publikum.

Die Anrede – einer von vielen Indikatoren für einen kulturellen Wandel im deutschen Mittelstand. Drei weitere: Dresscode, künstliche Intelligenz und Fehlerkultur. Und die standen im Fokus der Podiumsdiskussion in der Heimat von Dr. Oetker in Ostwestfalen.

Bestes Beispiel für einen neuen Dresscode: Talkgast Max Orgeldinger. Orgeldinger arbeitet in einem Hybrid aus Agentur und Unternehmensberatung – Torben, Lucie und die gelbe Gefahr ihr Name. In seinem Geschäft ist ein cooler Name die halbe Miete, sagt er, die fehlende Krawatte und die sportlichen Sneakers häufig der Türöffner.

Bestes Beispiel für künstliche Intelligenz: Ein Roboter, der zu Hause den Kaffee kocht. Das ist der Traum von AI-Experte Dr. Stefan Wess. Auch wenn künstliche Intelligenz für ihn bedeutet, dass Unternehmen mehr Arbeit auf ihre Kunden verlagern. „Wenn man mit dem Flugzeug reist, ist der Pilot häufig der erste Mensch den man sieht“, machte er auf die zunehmende Automatisierung aufmerksam. Rainer Stackmann, Leiter der Niederlassung Gütersloh, hat deshalb aber noch lange keine Angst vor Robotern: „Egal wie es mit der Digitalisierung weitergeht, das Bankgeschäft bleibt für uns ein people’s business.“

Nicht ganz so leicht mit einem Beispiel zusammenzufassen: die Fehlerkultur. Die muss erst mal definiert werden. Unternehmensberater Christoph Plass, Mitglied des Vorstands bei der Unity AG, erklärte: „Fehlerkultur meint, dass wir die Lösung an den Ort der Wertschöpfung zurückbringen. Es geht um Eigenverantwortung für die Mitarbeiter – der Chef kann sich nicht um alles kümmern.“ Nicht gemeint ist eine Ausrede, wenn der Mitarbeiter einfach nur schlampig gearbeitet hat. Welche Rolle das selbständige Arbeiten der Mitarbeiter hat, verdeutlichte Dr. Wess mit einem Beispiel: „Früher gab es mehr Schlachtschiffe, heute mehr Flotten. Manchmal braucht es einen Captain, der die Richtung vorgibt, es sind jedoch immer mehr Erkundungsschiffe unterwegs.“

Ein Gast aus dem Publikum zeigte sich dankbar für die Begriffsklärung, die nicht darauf abzielt, dass mehr Fehler gemacht werden müssen: „Warum sollten meine beiden Kinder auf die heiße Herdplatte fassen, wenn man schon beim ersten sehen kann, dass er vor Schmerz das Gesicht verzieht?“

Wir bedanken uns bei den Gästen der Talkrunde für den inspirierenden Dialog und nehmen zwei Erkenntnisse mit: Der zentrale Wert, den wir in die digitale Welt retten sollten, ist die Lust am Arbeiten. Und wenn die Kompetenz nicht stimmt, ist es egal, wie cool die Sneakers sind.
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Die Digitalisierung in ein Phänomen der Extreme: Immer wieder drehen sich die Diskussionen um (vermeintlich?) gegensätzliche Pole wie Jung und Alt, siezen und duzen, Anzug oder Sneaker, harte Faktoren wie Technik und weiche Faktoren wie Kultur, „Old Economy“ und „New Economy“ oder auch Hierarchie und Kooperation. Doch sind diese Schlagworte der Digitalisierung wirklich so gegensätzlich wie sie scheinen? Diese Frage bestimmte die Gespräche auf dem Podium der UnternehmerPerspektiven-Veranstaltung in Hannover.   Thorsten Drews, Geschäftsführender Gesellschafter der Werner Achilles GmbH & Co. KG, kennt sich mit diesen Gegensätzen aus: Nachdem er das Unternehmen von seinem Vater übernommen hatte, galt er als der „junge Nachfolger“. Jetzt gestaltet sich seine Rolle im Unternehmen etwas anders: „Ich bin nahtlos in die Kategorie „zu alt“ gerutscht. Nun frage ich mich, wo die Zeit dazwischen geblieben ist, in der ich genau im richtigen Alter war“, sinniert Drews nicht ganz ohne Selbstironie. Seinen unfreiwillig verordneten Wechsel von jung zu alt trägt Drews mit Fassung, denn er sieht das ganze aus der Perspektive der Gesamtbelegschaft. Genau diese sei dann besonders erfolgreich, wenn junge und pragmatische mit älteren und erfahrenen Mitarbeitern zusammenarbeiten, so Drews.   Auch auf den Märkten kommt es durch die digitale Transformation zu einem Widerspruch: Die Studie hat gezeigt, dass viele Unternehmen zeitgleich als Konkurrenten, aber auch als Partner interagieren. Max Orgeldinger, Digital Senior Strategist bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr, kennt diesen Gegensatz: „Im Silicon Valley haben die großen Unternehmen einen schönen Begriff dafür gefunden: „frenemies“, ein Kunstwort aus friends und enemies.“ Eine wunderbare Stilblüte der digitalen Transformation.   Dr. Stefan Otto, Bereichsvorstand Mittelstand Nord für die Commerzbank, ist in seiner täglichen Arbeit ebenfalls mit einem Gegensatz konfrontiert: die traditionelle Banker-Uniform des Anzugs und die – auch in der Commerzbank – zunehmende Lockerheit im Kleidungsstil. Sein Lösungsansatz ist pragmatisch – und als Banker natürlich sehr kundenfreundlich: „Ich wäre bereit, einmal abzustimmen, was unseren Kunden lieber ist: Anzug mit Krawatte oder Sakko und Jeans.“ Auch wenn es nicht zu dieser Abstimmung kam, so ist diese Herangehensweise ein deutliches Indiz dafür, dass sich die Bank für Impulse von außen öffnet und damit voll auf der digitalen Welle surft.   Damit zeigt die Diskussion in Hannover vor allem eines: Digitale Transformation schafft zwar einige Gegensätze. Dennoch gelingt es ihr, diese zu überwinden und auf überraschend konstruktive Weise zu verbinden. Um es anders auszudrücken: Digitale Transformation scheint das Unmögliche möglich zu machen. Ein Grund mehr für den Mittelstand, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen.   Wir danken allen Podiumsteilnehmern und Gästen für einen gelungenen Abend und anregende Diskussionen.
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Was haben die Gäste der UnternehmerPerspektiven 2016 erlebt? Sammeln Sie einige Eindrücke und entdecken Sie die Veranstaltung der Unternehmerperspektiven 2016 in Bielefeld als Film - eine der spannensten Veranstaltungen im 10. Studienjahr.

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