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studie17/next_generation

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Eine Initiative der Commerzbank

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Die Ergebnisse der 17. Studie zusammengefasst und erklärt

In welchen Märkten verdienen mittelständische Unternehmen ihr Geld? Wie bewerten sie ihre Geschäftslage? Was zeichnet das „neue Denken“ aus? Und welche Führungskräfte treiben den Wandel in den Unternehmen voran? Antworten auf diese Fragen gibt die Simpleshow zu den Studienergebnissen.

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... ist ein Digital Native!

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44 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Unternehmen. Jeweils die Hälfte der Mittelständler ist jünger bzw. älter als 30 Jahre.
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Jung und auf Wachstumskurs: So lässt sich die Demografie des Erfolgsmodells Mittelstand zusammenfassen. Denn der Mittelstand ist jünger, als es sein Ruf vermuten lässt: Die Hälfte aller Unternehmen ist jünger als 30 Jahre, neun Prozent nicht einmal zehn Jahre alt und damit ein „Digital Native". Und diese Gruppe macht gute Geschäfte: Im Vergleich zu Traditionsunternehmen ist sie deutlich häufiger in wachsenden Märkten mit neuen, innovativen Produkten und Dienstleistungen unterwegs.

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44 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Unternehmen. Jeweils die Hälfte der Mittelständler ist jünger bzw. älter als 30 Jahre.
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... unterschätzt den Veränderungsbedarf in reifen und gesättigten Märkten!

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Der Unternehmenserfolg hängt maßgeblich von der Qualifikation der Mitarbeiter ab, so die Einschätzung der Befragten.
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Umsatz und Gewinn sind auch in reifen Märkten möglich. In diesen sind vor allem ältere Unternehmen tätig. Denn die Studie zeigt: Unternehmen „altern“ mit ihren Märkten.

Die Kehrseite der guten Geschäftslage in reifen Märkten: Viele Unternehmen unterschätzen den anstehenden Modernisierungsbedarf. Sie spüren zwar einen wachsenden Veränderungsdruck, aber nicht einmal die Hälfte hält es in der Konsequenz für notwendig, die eigene Angebotspalette zu überarbeiten. Die Unternehmen setzen stattdessen auf eine bessere Qualifikation der Mitarbeiter oder die Optimierung der Produktion und IT-Infrastruktur.

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Der Unternehmenserfolg hängt maßgeblich von der Qualifikation der Mitarbeiter ab, so die Einschätzung der Befragten.
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... müssen im laufenden Jahrzehnt einen Führungswechsel stemmen!

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Der Beratungsbedarf der Unternehmen wächst und dabei sind vor allem auch ihre Bankpartner gefordert.
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Vier von zehn Unternehmen stehen in den nächsten fünf Jahren vor einem Wechsel an der Führungsspitze, meistens weil der Chef oder die Chefin in den Ruhestand geht. 35 Prozent haben den Wechsel in der Chefetage kürzlich hinter sich gebracht.

Mit der Übergabe des Staffelstabs sehen die Unternehmen zwar die Chance für grundlegende Veränderungen, sind bei der Umsetzung aber auf Unterstützung angewiesen – und erwarten diese auch von ihren Bankpartnern. Das Themenspektrum geht dabei weit über klassische Bankdienstleistungen hinaus bis hin zur Anpassung von Geschäftsmodellen.

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Der Beratungsbedarf der Unternehmen wächst und dabei sind vor allem auch ihre Bankpartner gefordert.
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... sind die Ausnahme im deutschen Mittelstand!

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Die typische mittelständische Führungskraft ist 40 bis 49 Jahre alt. Und: Es gibt mehr Top-Führungskräfte unter 40 als über 60 Jahre.
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Die Grafik zeigt: Junge Führungskräfte unter 40 Jahren und erfahrene „Neueinsteiger“, die älter als 40 und weniger als fünf Jahre in ihrem Unternehmen tätig sind, sind nicht die Regel im Mittelstand. Sie bringen jedoch spürbar frischen Wind in die Unternehmen:

Sie sind offener für digitale Entwicklungen, zeigen mehr Mut zu grundlegenden Veränderungen und legen ein anderes Tempo vor. Die Jungen öffnen vor allem Türen zu neuen Technologien und Ideen, die „Neueinsteiger“ haben aufgrund ihrer Seniorität mehr Durchsetzungsvermögen bei Veränderungen. Gemeinsam sorgen sie für das vielzitierte „neue Denken“.

Aber: Produktinnovationen werden vor allem von älteren Führungskräften vorangetrieben. Sie haben die notwendige Erfahrung, Weitsicht und Durchsetzungskraft. Die drei Gruppen können sich also perfekt ergänzen.

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Die typische mittelständische Führungskraft ist 40 bis 49 Jahre alt. Und: Es gibt mehr Top-Führungskräfte unter 40 als über 60 Jahre.
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... innovativen Banking-Angeboten

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Inkubatoren wie Gründerzentren verbinden innovative Finanzierungsformen mit weiteren Beratungs- und Vernetzungsangeboten.
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Wenn es um die Finanzierung von Innovationen und Unternehmensgründungen geht, setzt der Mittelstand auf Diversifizierung. Weil die Geschäftslage überwiegend gut ist, steht die Innenfinanzierung aus Einnahmen und Rücklagen ganz oben auf der Liste. Auch der klassische Bankkredit ist nach wie vor eine wichtige Säule.

Auf dem Vormarsch sind aber vor allem innovative Finanzierungsformen jenseits des Zahlungsverkehrs, die zum Teil erst mit der digitalen Transformation möglich werden. Besonders gefragt: Inkubatoren wie zum Beispiel der main incubator.

Positiv: Die neuen Serviceleistungen der Bank sind nicht nur die „Tools“ der nächsten Generation, sondern schon jetzt altersunabhängig ein Thema.



Sie wollen noch mehr über die nächste Generation Wirtschaft erfahren? Die vollständige Studie finden Sie hier.

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Inkubatoren wie Gründerzentren verbinden innovative Finanzierungsformen mit weiteren Beratungs- und Vernetzungsangeboten.
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Das vergangene Studien- und Veranstaltungsjahr hat gezeigt: Es braucht Mut, um neue Wege zu gehen. Mit der 17. Studie der Initiative Unternehmerperspektiven tut die Commerzbank genau das. Passend zum Titel der Studie „Next Generation: Neues Denken für die Wirtschaft“ setzte das Projektteam bei der Bildsprache an. Wurde bisher jede Studie von einem namhaften Künstler bebildert, suchte die Initiative in diesem Jahr über Social Media die kreativen Köpfe der nächsten Generation. Dazu initiierte sie den Kreativwettbewerb „Next Generation Wirtschaft“, der junge Nachwuchskünstler im Social Web dazu aufrief, einen Entwurf für ein Key Visual zur neuen Studie einzureichen.
 
Insgesamt gingen 52 Einreichungen ein, aus denen zunächst die Top 10 ausgewählt wurden. Im Anschluss kürte eine fachkundig besetzte Jury die Top 3 der Entwürfe. Die Jury entschied aber nicht allein: Die Top 3 wurden ins Community Voting geschickt. Will heißen: Gewinner wurde derjenige Nachwuchskünstler, der die meisten Likes auf sein Motiv vereinigen konnte. Die Nase vorn hatte am Ende Vernessa Himmler. Alle Hintergründe zu unserer Nachwuchskünstlerin und ihren Motiven finden Sie im Film.

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Porträt über die Illustratorin

Was hat unsere Nachwuchskünstlerin motiviert, am Kreativwettbewerb teilzunehmen? Welche Botschaft steht hinter ihren Motiven? Was zeichnet für Vernessa Himmler „neues Denken“ aus? Alle Fragen beantwortet das Filmporträt über die Gewinnerin des Kreativwettbewerbs.

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Das internationale Geschäft der Commerzbank

Neuer Werbespot für das Firmenkundengeschäft

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Technologie – Unternehmenskultur – neues Denken. Bereits im dritten Jahr beschäftigen wir uns bei den Unternehmerperspektiven mit dem Thema Transformation. Es ist DAS große Thema der Wirtschaft, welches auch uns als Commerzbank fordert. Im vergangenen Herbst haben wir die Weichen dafür noch einmal ganz neu gestellt: Commerzbank 4.0 ist das Ziel. Effizienter, digitaler und fokussierter wollen wir werden. Auch in unserem Konzern erleben wir so etwas wie einen Generationenwechsel. Ein ganz neuer Typ Banker belebt das Bild, nicht nur optisch, sondern vor allem mit neuem, innovativem Denken. Das bringt vieles in Bewegung zum Nutzen für unsere Kunden.

Dabei ist neues Denken oftmals keine Frage von Lebensalter. Der kürzlich gegründete digitale Campus der Commerzbank interessiert nicht nur die Jungen; und nicht nur die jungen, sondern alle engagierten und fachlich kompetenten Mitarbeiter sind dafür geeignet. Dort entsteht die „Next Generation Banking“ – neue, digitale Services und neue Geschäftsmodelle. Unsere Start-up-Hubs, die openspace GmbH und der main:incubator werden zu Kontaktzellen, in denen sich etablierter Mittelstand, junge Wilde und gestandene Banker austauschen und vernetzen.

In den nächsten drei Jahren wird sich mehr in der Commerzbank verändern als in den letzten 30 Jahren zusammen. Die technologische Entwicklung beschleunigt uns als Bank und unsere Kunden. Und doch gleicht der Prozess eher einem Marathonlauf als einem Sprint. In puncto Digitalisierung sind wir noch auf dem Weg, aber wir sind sehr gut unterwegs. In anderen Bereichen sind wir schon sehr weit, etwa was unsere Sektorenkompetenz anbetrifft oder unsere internationale Expertise. Bereits heute wickeln wir ein Drittel des deutschen Exports ab. Häufig muss das Rad nicht neu erfunden, sondern einfach neu zusammengesetzt werden. Die Reise hat begonnen, lassen Sie uns zusammen Neuland entdecken!

Ihr Michael Reuther

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Übergabe des Staffelstabs – häufig wird dieses starke Bild bemüht, wenn es um den Wechsel in Familienunternehmen geht. Doch die Realität sieht, zumindest für uns, anders aus. Die eigentliche Herausforderung ist es, den Übergang zu gestalten, wenn ein Vorstandsamt von den Eltern auf die Kinder übergeht. Wir haben das mit einer Art Pufferphase gelöst, in der ein Vertrauter des Unternehmens, der aber von außen kam, drei Jahre lang die Weichen als Vorstandsvorsitzender – mit Vater und Tochter im Gespräch – neu gestellt hat. Der Übergang vom Vater auf die Tochter in der Unternehmensleitung ist jedoch mehr als eine Personalie.

Wir haben uns ganz klar über einen längeren Zeitraum mit der Frage der Veränderung in einer von Digitalisierung beschleunigten Welt und mit den nicht unerheblichen Folgen für die Führung eines Unternehmens auseinandergesetzt. In einem Unternehmen wie dem unseren heißt das, dass die einzelnen Bereiche und Disziplinen als Wertschöpfungspartner ganz anders zusammen arbeiten müssen als noch vor einigen Jahren – auch über die Unternehmensgrenzen hinaus.

Ein zentralistischer, tayloristisch geprägter Führungsstil trägt angesichts der komplexen, von Gleichzeitigkeit geprägten betrieblichen Prozesse nicht mehr. Führungskräfte müssen für Orientierung sorgen, indem sie Visionen, Sinnhaftigkeit und Werte vermitteln. Sie müssen dafür sorgen, dass die Netzwerke im Unternehmen attraktiv sind und kooperieren. Angesichts vieler gleichzeitig stattfindender Entwicklungen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten ist das keine einfache Aufgabe. Auch unter menschlichen Gesichtspunkten, denn es bedeutet, egozentrisches und machtorientiertes Verhalten zu unterbinden.

Unser Weg dahin war, unsere ganze Führungsmannschaft zu verjüngen mit fachlich und menschlich heterogenen Persönlichkeiten. Der gemeinsame Nenner aller ist: Überzeugungsfähigkeit und Haltung. Für uns steht fest: Führung ist ein wesentlicher Schlüssel zum Gelingen von Industrie 4.0.

Ihre Dr. Anna-Katharina und Dr. Manfred Wittenstein

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Die Führungsetagen der deutschen Wirtschaft sind in Bewegung. Keine Frage. Fast 40 Prozent der Unternehmen erwarten einen Wechsel an der Spitze, weitere 35 Prozent stemmen gerade einen solchen. Erneuerung gibt neuen Drive, so weit gut. Doch: Wer soll künftig die Geschicke lenken? Wo kommen die Neuen her? Wie bisher meist aus dem eigenen Unternehmen? Oder aus anderen Unternehmen, um andere Perspektiven einzubringen? Sind die „Digital Natives“ schon durchsetzungsfähig genug?

Dass sich die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren digital und teilweise radikal transformieren wird, daran besteht kein Zweifel. Dazu braucht es zwingend neues Denken. Wir müssen in den Unternehmen aber auch diskutieren, was mit den alten Werten passiert. Welchen Stellenwert soll Treue künftig haben? Loyalität zu Mitarbeitern, zu Produkten, zu Kunden, zum Kerngeschäft – das hat sich bisher ausgezahlt.

Wir lernen aber gerade, dass dies nicht mehr reicht. Wir müssen parallel arbeiten: Das Alte profitabel halten und damit Freiräume für Neues schaffen. Die Herausforderung ist, diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu managen. Die Studie zeigt, dass es wichtig ist, Innovationsprozesse vehement und konsequent voranzutreiben, um dann stärker in Wachstumsmärkten Geld zu verdienen. Ohne Investitionen, ohne Modernisierung wird das nicht gehen. Aber eben auch nicht ohne neue Köpfe.

Die Studie belegt, dass Manager und Unternehmer, die über 40 sind und in anderen Unternehmen oder Branchen gearbeitet haben, komplexe Entwicklungsprozesse besonders gut führen können. Entscheidend aber ist es, dass diese neuen Denker von außen zum Mindset des Unternehmens passen. Ihre Impulse müssen von der Organisation akzeptiert werden können. Die zweite wichtige Aufgabe ist es, die Qualität zu sichern, um zukunftsfähig zu bleiben. Das können die langjährigen Führungskräfte des Unternehmens am besten. Qualitätsmanagement wird auch in Zukunft ein ganz zentrales Merkmal der deutschen Wirtschaft bleiben. Es kommt aufs Denken an, nicht aufs Alter.

Der Beirat der Unternehmerperspektiven

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Dr. Peter Bartels
Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand, PricewaterhouseCoopers GmbH WPG

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Dr. Holger Bingmann
CEO, MELO Group
Landesverband Groß- und Außenhandel, Vertrieb und Dienstleistungen Bayern

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Rüdiger A. Günther
Vorstandsvorsitzender und Chief Financial Officer, Francotyp-Postalia Holding AG

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Prof. Dr. Rüdiger Kabst
Lehrstuhlinhaber für International Business, Universität Paderborn
Vizepräsident für Technologietransfer und Marketing,  Universität Paderborn
Leiter Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center (TecUP), Universität Paderborn

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Dr. Manfred Wittenstein
Vorsitzender des Aufsichtsrats der WITTENSTEIN SE
Schirmherr der 17. Studie der Initiative Unternehmerperspektiven

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Der Generationenwechsel in deutschen Unternehmen ist im vollen Gange. Aber nicht nur an der Spitze selbst geht es um Nachfolge: Technologien, Geschäftsmodelle und Produkte stehen auf dem Prüfstand. Next Generation – ein neues Denken verändert die Wirtschaft. Ob und wie sich Unternehmen im Mittelstand neu erfinden müssen, um zukunftsfähig zu bleiben, hat die 17. von Kantar TNS durchgeführte Studie „Next Generation: Neues Denken für die Wirtschaft“ unter über 2.000 deutschen Unternehmern und Managern der ersten Führungsebene erhoben. Die Studie wurde am 27. April 2017 von Michael Reuther, Vorstand im Firmenkundengeschäft, zusammen mit dem Schirmherren-Duo Dr. Manfred und Dr. Anna-Katharina Wittenstein in Frankfurt vorgestellt. Dabei habe ihn, so Reuther, die Erkenntnis aus der Studie motiviert, wie stark die Unternehmen Banken als Berater im Generationenwechsel und beim Übergang in eine neue digitale Wirtschaftswelt forderten.

Die Erfahrungen, die die beiden Schirmherren beim Generationswechsel in ihrem Unternehmen für Antriebstechnik gemacht haben, illustrierten anschaulich, worauf es ankommt. Vater und Tochter zeigten einen Schlüssel für das Überwinden der Hürden auf, die bei der Übergabe im Fokus stehen. In einer beschleunigten, transformierten Wirtschaft gehe es nicht mehr darum, tayloristisch zu führen, erklärt Wittenstein, sondern für Orientierung zu sorgen, indem man Visionen, Sinnhaftigkeit und Werte vermittele. Die Familie Wittenstein hat den Wechsel zweistufig mit einem externen Interimsvorstand bewusst und mit Erfolg gestaltet.

Die Studienergebnisse stellte Michael Varona, Leiter Sales Management, Segment Development & Digitalisation, vor.

1. Gute Geschäfte sind auch in reifen Märkten möglich, der Modernisierungsbedarf aber wird unterschätzt.

2. Unternehmen haben Beratungsbedarf durch Banken bei Generationswechsel und Modernisierung.

3. Unternehmen erwarten neue Formen zur Finanzierung. Potenzial zur Digitalisierung besteht auch jenseits des Zahlungsverkehrs – und generationsübergreifend gewünscht.

Michael Reuther kommentierte die Ergebnisse. Auch im eigenen Konzern erlebe man einen Generationswechsel. „Wir selbst leben das neue Denken zum Beispiel in unserem Digitalen Campus, in dem junge und erfahrene Banker zusammen neue end-to-end-Lösungen für unsere Kunden entwickeln, die dann schneller den Weg zum Kunden finden“, so Reuther. Dabei sei die Erfahrung auch, dass neues Denken keine Frage von Lebensalter sei, sondern von Haltung und Neugier. Eine ermutigende Erkenntnis. Start-up Hubs, Open Space und Inkubatoren werden zu Kontaktzellen, in denen sich etablierter Mittelstand, junge Wilde und gestandene Banker austauschen und vernetzen So entstehen neue digitale Services und neue Geschäftsmodelle.

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So tickt die „next generation“ Wirtschaft

Wodurch zeichnet sich die nächste Generation Führungskräfte aus? Wie sieht das Geschäftsmodell der Zukunft aus? Welche Stärken, aber auch welche Schwächen hat der Mittelstand mit Blick auf seine Zukunftsfähigkeit? Diese Fragen beantwortet einer, der es wissen muss: Dr. Hubertus Porschen, CEO der App-Arena GmbH und Bundesvorsitzender der „Jungen Unternehmer“. Porschen, selbst Gründer und Teil der „next generation“ Führungskräfte, begleitete die Unternehmerperspektiven 2017 durch Deutschland. Auf mehreren Veranstaltungen war er als Keynote Speaker oder Talkgast vertreten – und imponierte dabei mit spannenden Thesen und inspirierenden Impulsen.

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30 Jahre nach der Wende tritt die Gründergeneration in Ostdeutschland nach und nach ab: 20.000 Unternehmen stehen dort erstmals vor der Übergabe. „Gerade beim ersten Mal ist die Unternehmensübergabe ein emotionaler Prozess, weil er noch nicht geübt ist“, weiß Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand der Commerzbank und zuständig für den Osten des Landes, aus Erfahrung. „Die Gründergeneration tut sich schwer damit, loszulassen.“ Und weil die Thematik insgesamt die breite Masse betrifft – zwei Drittel der Unternehmen müssen sich im laufenden Jahrzehnt damit beschäftigen – hat die Commerzbank-Initiative Unternehmerperspektiven sie in den Mittelpunkt ihrer neuen Studie gerückt.

Doch das ist nicht das einzige Next-Generation-Thema, das die Gäste der Auftaktveranstaltung in Dresden beschäftigt: Es geht auch um die Grenzen der Physik, an die uns die nächste Generation des Mobilfunks bringt. Es geht um die Energie der Zukunft. Und es geht um die Digitalisierung und die gar nicht so banale Frage: Heute wird täglich eine neue digitale Sau durchs Dorf getrieben. Woher weiß ich, welche die richtige ist?

„Gar nicht“, so die Antwort von Harald Zapp, Gründer und CEO der Next Big Thing AG. Zapp hat im Silicon Valley am Internet mitgebaut, heute ist das Internet der Dinge sein Tagesgeschäft. Einen vorgezeichneten Weg sieht er in der digitalen Transformation jedoch nicht: „Man muss es einfach ausprobieren – ein bisschen mehr „agile“, ein bisschen mehr „fast“, ein bisschen mehr „pivoting“.“ Schnelligkeit ist auch für Prof. Dr. Frank H. P. Fitzek von der TU Dresden ein wichtiges Thema. Er forscht an den Möglichkeiten des Mobilfunks 5G, um das Internet der Dinge zu steuern und dadurch zum Beispiel innerhalb von einer Millisekunde ein Auto zu bremsen, das gerade in den USA unterwegs ist. „Wenn ich einmal einen Zug verpasst habe, wird es schwer hinterherzurennen. Das kennt man ja vom Bahnhof. Unternehmen sollten deshalb auf jeden Zug sofort aufspringen. Macht Fehler! Aber macht sie schnell!“, so sein Credo.

Der Umgang mit den neuen Technologien ist dabei keine Frage des Alters, darin sind sich die Gäste der Talkrunde einig. „Die nächste Generation muss nicht unbedingt etwas anders machen. Sie muss einfach mal machen“, so Fitzek. Christian von Olshausen, der mit 37 Jahren die nächste Generation auf dem Podium vertritt, stellt dabei aber vor allem den Kundennutzen in den Fokus: „Es gibt jetzt digitale Kondome, um Bewegungen zu messen. Da stellt sich mir die Frage: Braucht man das?“ Von dem Nutzen seiner Produkte ist von Olshausen überzeugt. Mit seiner 2010 gegründeten sunfire GmbH will er erneuerbare Energien markttauglich machen. Heute vertreibt er noch ein Nischenprodukt, was er braucht, ist ein Umdenken: „In Sachen Energie ist Deutschland ein Millionär, der sein Vermögen aufbraucht, anstatt von den Zinsen zu leben“.

Neues Denken ist übrigens auch für die Banken ein wichtiges Thema. „Kurze Lunte, großer Knall“, bringt Burkhard von der Osten, Leiter der Commerzbank-Niederlassung Dresden die Auswirkungen der Digitalisierung für die Branche auf den Punkt. Sein Unternehmen hat deshalb die Commerzbank 4.0 ausgerufen. Bis 2021 will sich die Bank neu aufstellen.

Die nächste Unternehmerperspektiven-Veranstaltung ist schneller: Am 18. Mai setzen wir die Diskussionsrunde fort. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern in Dresden für die inspirierenden und humorvollen Einblicke.

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Die großen Veränderungen waren das Thema am zweiten Abend der Unternehmerperspektiven im Hotel InterContinental. Dr. Kirsten Schubert, Beraterin und Buchautorin, hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt, in ein Familienunternehmen hineingeboren zu werden und dann erleben zu müssen, dass man es als nächste Generation loslassen muss. Die Unternehmertochter hat mit ihrer Familie die schwere Entscheidung zum Verkauf der Facility-Management-Firma getroffen, um, wie sie selbst sagt, nicht 30 Jahre Dauertestamentsvollstreckung statt Unternehmensführung zu vollziehen. Ihre Erfahrungen hat sie in einem Buch verarbeitet. Sie berät heute andere Familienunternehmen bei der Bewältigung von Hürden bei der Nachfolge. Dabei geht es nicht nur darum, juristische Klippen zu umschiffen. Ehrlichkeit, ob die Kinder das Unternehmen wirklich weiterführen wollen oder können, sei zum Beispiel ein heikler, aber auch wichtiger Punkt. Kirsten Schubert sagt, wenn sich die Familie bei der Nachfolge beraten lässt, kommt es ganz automatisch zu dem Punkt, wo man diese sensible Entscheidung sehr bewusst treffen kann – auch, wenn das heißt, dass der Nachwuchs nicht übernimmt.  

Um Pioniergeist geht es auch Paolo Anania, CEO der Beratung Granpasso Digital Strategy und Mitglied im Präsidium der „Jungen Unternehmer“. Er hat schon früh festgestellt, dass er lieber als Unternehmer mit Gestaltungsspielraum als als Spezialist im Gefüge eines großen Unternehmens arbeiten will. Gerade junge Unternehmen brauchten viel Mut und Gründerspirit, um Neues auszuprobieren. Dabei sei es jedoch auch wichtig, das unternehmerische Risiko richtig einzuschätzen und rechtzeitig eine Idee zu begraben, wenn sie nicht fruchte. Klassisches unternehmerisches Handwerk und digitale Transformation gingen, so Anania, Hand in Hand. Digitalisierung heiße nicht, nur noch mit Einsen und Nullen zu operieren, sondern vor allem, das Mindset auf Kurs zu bringen. Das sei das eigentlich Disruptive an der Transformation. Diese Disruption ist keine Frage des Alters: Er beobachte immer wieder ältere Unternehmer und Manager in mittelständischen Unternehmen, die in Digitalisierungsprojekten aufblühten.

Das ist auch die Erfahrung von Michael Reuther, Vorstandsmitglied der Commerzbank und zuständig für das Firmenkundengeschäft. Die Bank brauche beides, um zukunftsfähig zu bleiben: die mutige technische Weiterentwicklung und den persönlichen, verbindlichen Kontakt zum Unternehmerkunden. Digitalisierung plus persönliche Nähe, so bringt es der Commerzbank-Vorstand auf eine Formel. Die Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen, sei eine große Herausforderung. Es gäbe eine regelrechte Permafrost-Schicht, die man durchdringen müsse, um den Weg zum Finanztechnologieunternehmen zu schaffen. Das sei vor allem ein Führungsthema: Digitalisierung müsse auch intern „verkauft“ werden. Mit Blick auf die Unternehmen in Deutschland, sagte Reuther, es sei es ihm zu wenig, wenn nur 33 Prozent Digitalisierung als Entwicklungspotenzial für sich erkannt haben. Wer nicht frühzeitig mit neuen Themen, Geschäftsmodellen und Produktinnovation in kleinen Schritten anfange, für den würde es immer schwieriger, Anschluss zu halten. Der Strategieberater Anania bekräftigte diese Einschätzung. So manches Unternehmen werde sich erstaunt umschauen, welche Art von Unternehmen dann ihr Geschäftsfeld beackern würde. Digitalisierung heiße vor allem Dematerialisierung. Vor allem der produzierende Mittelstand müsse künftig in Plattformen und weniger in Herstellungsprozessen denken.

Einen augenzwinkernden Abschluss des Abends formulierte der Kabarettist Alfons, der mit französischem Charme und Puschelmikrofon die Menschen auf der Straße nach dem Generationswechsel und der Transformation befragte. Es zeigte sich: Wir alle sind mitten in der digitalen Transformation. Nicht jeder weiß mit den Schlüsselbegriffen etwas anzufangen, aber wenn wir unser Wissen und unsere Erfahrungen bündeln, kann etwas Neues daraus entstehen.

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Auf den Mittelstand in Bayern rollt eine Welle von Unternehmensübergaben zu. Während in den letzten fünf Jahren nur 29 Prozent der Unternehmen von der Nachfolgethematik betroffen waren, müssen in den nächsten fünf Jahren gleich 40 Prozent einen Generationenwechsel stemmen. „Neues Denken“ ist für die Unternehmen in der Region damit von besonderer Bedeutung. Im Fokus der Unternehmerperspektiven-Veranstaltung in Nürnberg deshalb: neue Ziele, neue Werte, neue Kompetenzen für die nächste Generation Wirtschaft und Unternehmer.

Diese nächste Generation vertraten bei der Podiumsdiskussion Dr. Markus Thannhuber, Mitglied im Vorstand der familiengeführten Einhell Germany AG – sein Onkel hatte das Maschinenbauunternehmen 1964 als Ein-Mann-Betrieb gegründet – und Dr. Hubertus Porschen, Vorsitzender des Verbands „Die Jungen Unternehmer“, 34 Jahre alt und damit das, was die aktuelle Studie als „junge Führungskraft“ bezeichnet.

Beide wissen, was die nächste Generation von ihren Arbeitgebern erwartet. „Es gibt neue Vorstellungen von Arbeit, an denen sich Unternehmen nun orientieren müssen, um den Wandel erfolgreich zu stemmen. Junge Menschen wollen Work-Life-Balance und Flexibilität am Arbeitsplatz“, so Porschen. Umgekehrt stellt der technologische Wandel aber auch völlig neue Anforderungen an die Manager von morgen: „Wir müssen neue Kompetenzen entwickeln. Programmiersprachen sind die neuen Fremdsprachen“, erläuterte Thannhuber.

Der Treiber der wirtschaftlichen Umbrüche: die Digitalisierung. Beide Unternehmer – Thannhuber und Porschen – sind in diesem Bereich bereits heute stark aufgestellt. Porschen bieten als CEO von App-Arena.com Social-Media-Applikationen an. Als Mitgründer der Beratungsfirma iConsultants, die Unternehmen in ihrem digitalen Wandel unterstützt, ist Porschen mit den Herausforderungen der Transformation vertraut. Auch Thannhuber, studierter Physiker, implementiert zunehmend digitale Lösungen in sein Unternehmen und nutzt deren Chancen.

Auch der Wandel in den Banken wird durch die Digitalisierung stark vorangetrieben – und mit dem strategischen Ziel Commerzbank 4.0 befindet sich der Gastgeber des Abends längst mittendrin. So bekräftigte Bereichsvorständin Edith Weymayr, die die Talkrunde komplettierte, das JA zum digitalen Wandel und den damit verbundenen Services, auch rund um die Uhr. Aber sie stellte klar: „Wir werden niemals ganz auf den Mensch-zu-Mensch-Kontakt verzichten.“ Insbesondere nicht bei der Unternehmensübergabe, denn hier hat die Bank auch starke Beratungsangebote: „Wir schaffen die Plattform, auf der traditionelle Unternehmen mit potenziellen jungen Nachfolgern zusammentreffen“, so Weymayr. Eine solche ist auch die Initiative Unternehmerperspektiven.

Wir bedanken uns bei allen Talkgästen für ihre Beiträge und freuen uns auf die nächste Veranstaltung am 20. Juni in Mannheim.  

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1911 veröffentlichte Joseph Schumpeter sein Buch „Die Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“. Damit lenkte er früh die Aufmerksamkeit auf das heute omnipräsente Thema Innovation. Seine Kernidee: Das kapitalistische System sei Unordnung, die durch innovative Unternehmer mit neuen Ideen in den Markt getragen werde. Aus dieser Unordnung wiederum entstehe Wachstum und Fortschritt. Seine Theorien sind heute aktueller denn je – mehr als 100 Jahre später beschäftigten sich auch die UP im Mannheimer Schloss mit diesen Themen. Die zentrale Frage: Wie gelingen den Mittelständlern künftig Wachstum und Fortschritt?

Ulrich Coenen, Commerzbank-Bereichsvorstand für Unternehmerkunden, empfahl: „Unternehmen müssen ihren Blick vom operativen Geschäft auf die strategischen Grundlagen verlagern“ – und spricht damit aus Erfahrung. Denn auch die Commerzbank hat mit ihrer neuen Strategie genau diesen Schritt gewagt. Ziel: der Fortschritt zu einem modernen Finanztechnologieunternehmen um wirtschaftlich weiterhin erfolgreich zu sein.

Der Keynote-Speaker des Abends, Dr. Hubertus Porschen, setzt sich darüber hinaus für eine neue Art Führungskräfte ein, die „Digital Leader“. Sie zeichnen sich dadurch aus, „dass sie das Unternehmen zu einem sich selbst erhaltenden System aufbauen“. Vermutlich nicht ganz uneigennützig, wie der 34-Jährige feststellte. Immerhin hat die junge Generation Manager andere Ansprüche an die Arbeit, darunter auch der Wunsch nach Sabbaticals.

Auch eine neue Form der Zusammenarbeit wie die „distributive workforce“ kann hilfreich sein, wusste Franz-Josef Becker, Niederlassungsleiter der Commerzbank in Mannheim. „Diese Form der Arbeitsorganisation ermöglicht den Angestellten, zu jeder Zeit von jedem Ort aus zusammenzuarbeiten, ohne dass man sich physisch im Büro trifft.“ Dieses Konzept erscheint erfolgsversprechend: Das Unternehmen Boeing hat in einem Pilotprojekt festgestellt, dass die Teilnehmer mit dieser Arbeitsform in kürzerer Zeit ein optimiertes Produkt entwickelten, das weniger Bauteile besaß, weniger kostete und eine bessere Qualität aufwies als sein Vorgänger.

Einen anderen Weg sind Andreas und Sebastian Hänssler gegangen: Sebastian Hänssler hat das Unternehmen seines Vaters Andreas übernommen – und siehe da, das Unternehmen ist gewachsen und hat einen großen Schritt in Richtung Digitalisierung gemacht: „Wir investieren das Geld, das wir früher in Maschinen gesteckt haben, nun in Software“, veranschaulicht Hänssler Junior. Hänssler Senior freut sich über die gelungene Unternehmensübergabe: „Die Söhne sind erfolgreich und ich kann noch mitarbeiten. Ich könnte es aber auch lassen, was sehr komfortabel ist.“

Damit die Gäste die Wartezeit bis zur nächsten UP-Veranstaltung am 28. Juni in München überbrücken können, bekamen sie von Hubertus Porschen noch einen Netflix-Tipp: die Reportage über den Wahlkampf von Emmanual Macron – ein erfolgreiches Beispiel für digital Leadership.  

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Wie bekommen wir den Wechsel von analogem zu digitalem Denken in die Köpfe unserer Mitarbeiter? Was müssen wir als Unternehmer und Manager an uns selbst ändern, um nicht abgehängt zu werden? Diese Kernfragen treiben sie alle um an diesem Abend in der Münchner BMW Welt: den jungen Unternehmer Hubertus Porschen genauso wie den 50-jährigen Burda-Digital-Vorstand Stefan Winners, den umtriebigen Unternehmer Holger Bingmann und den Vorstand des Firmenkundengeschäfts der Commerzbank, Michael Reuther. Vier verschiedene berufliche Vitae aus drei Managergenerationen, die alle ihren eigenen Zugang zum neuen Denken gefunden haben.

Der gestandene Unternehmer Bingmann hat einen Leadership-Coach in die Führungsetage geholt. Seine größte Leistung, so Bingmann, sei gewesen zu akzeptieren, dass er sich selbst verändern müsse, wenn er etwas im Unternehmen verändern wolle. Zuhören und sich nicht ausschließlich als transaktionalen Menschen an der Spitze begreifen – darauf kommt es für ihn an. Dazu zählt auch, sich selbst und den eigenen Führungskräften schöpferische Pausen zuzugestehen: „Entspannt“ ist das Wort, das der engagierte Unternehmer und designierte Präsident des BGA recht häufig benutzt.

„Paranoid“ ist im positiven Sinne das Gegenstück. Stefan Winners meint damit die Wachsamkeit, mit der er beobachte, wie nicht Branchenwettbewerber, sondern ganz neue Player den Markt von hinten mit disruptiven Technologien und neuen Algorithmen aufrollen. Diese Entwicklungen früh zu erkennen und ihnen etwas entgegenzusetzen, darauf komme es an. Das sei nicht die Leistung einzelner Personen, sondern hervorragend ausgebildeter Artificial Intelligence-Teams. Diese zu gewinnen und zu halten sei eine Herausforderung, weil die Mitarbeiter Transparenz und Sinnhaftigkeit bei ihrer Arbeit einforderten. Das sei, so Winners, in einem Konzern, der jahrzehntelang auf andere Prioritäten bei der Mitarbeiterbindung gesetzt habe, nicht immer einfach. PS-starke Firmenwagen ziehen nicht mehr. Die rund 1000 offenen Stellen im digitalen Bereich zeigen, wie eng der Markt für diese Spezialisten sei. Aber er sei optimistisch, dass es diese neue Generation von Denkern geben werde, so Winners.

Nicht ganz so optimistisch sieht das Hubertus Porschen, der als Vorsitzender der Jungen Unternehmer auch einen Einblick in das Denken junger Gründer und Nachfolger hat. Eine wesentliche Ursache für den Mangel an Spezialisten für die digitale Transformation sieht er im Bildungssystem. Denn dieses bilde immer noch zu akademisch und zu wenig praxisorientiert aus. Ein IT-Spezialist, so Porschen, könne nicht unbedingt auch Software programmieren. Und das sei ein echtes Manko.

Wie wichtig der Austausch zwischen einer jungen, ganz anders denkenden Generation und den erfahrenen Machern ist, betont auch Michael Reuther. Er profitiere als Vorstand von der Idee des „Reverse Mentoring“, bei dem ihn eine 28-jährige Mathematikerin aus dem Unternehmen herausfordere, neue Ideen auszuprobieren und sich auf eine andere Art des Denkens einzulassen. Nur wenn es gelinge, alle Generationen und Denkweisen in Führungsteams zu integrieren – da sind sich alle auf dem Podium einig – könne es gelingen, die Herausforderungen der nächsten Jahre zu bewältigen.

Eine wichtige Rolle komme dabei auch den Eigentümern zu, die erfahrene Neueinsteiger und die „next generation“ fördern sollten. Das „konstruktive Chaos“, wie es die Bereichsvorständin Edith Weymayr in ihrer Begrüßung forderte, sei der Schlüssel dazu. Gefährlich hingegen werde es, wenn die Lähmschicht in den Unternehmen die so wichtigen neuen Impulse ausbremse.

Die Unternehmerperspektiven werden jedenfalls nicht ausgebremst, denn bereits am 29. Juni diskutieren weitere Gäste zum aktuellen Studienthema, dieses Mal in Frankfurt beim Hessischen Rundfunk.

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Ein Kühlschrank, der E-Mails verschicken kann? Eine Landmaschine, die voll automatisch anhält, wenn ein Tier Gefahr läuft, im wahrsten Sinne des Wortes unter die Räder zu kommen? Ein Bodyscanner, der in einer Maßschneiderei die Maße der Kunden nimmt? Ja, solche Dinge gibt es, wussten Guido Groß und Frank Lankau, die Niederlassungsleiter der Commerzbank in Darmstadt und Frankfurt – und sorgten damit bei den Gästen der Unternehmerperspektiven in Frankfurt für ein echtes Aha-Erlebnis. Auch wenn solche Technologien häufig noch als Spielereien gesehen werden, so veranschaulichen sie dennoch, dass bei vielen Unternehmen ein Umdenken stattfindet. Denn durch den gezielten Einsatz neuer Technologien werden Prozesse und Produkte revolutioniert.

Was für Unternehmen einen echten Mehrwert bringt, sorgt im Privaten für Begeisterung: Marcel Bischof, Niederlassungsleiter in Gießen, kann seit Kurzem von seinem Büro aus zu Hause das Licht an- und ausschalten – und ist fasziniert von dieser innovativen Technik. Zugegebenermaßen auch dann, wenn sie der Bank keinen Mehrwert bringt, so Bischof. Was den Einsatz bzw. die Erschließung solcher innovativen Technologien betrifft, scheinen die Mittelständler in Hessen bisher noch zurückhaltend zu sein. Immerhin, so Stefan Nodewald, Leiter der Niederlassung in Bad Homburg, bewegen sich die meisten Unternehmen im Bundesland in beständigen und reifen Märkten mit ebensolchen Produkten. Das legt die Vermutung nahe, dass innovative Produkte wie Smart Home-Anwendungen dort eher selten anzutreffen sind. Nodewald macht den Unternehmern unter Rückgriff auf die 17. Studie aber auch Mut: Wachstumsmärkte und innovative Produkte zahlen sich wirtschaftlich aus.

Edith Weymayr, Bereichsvorständin der Commerzbank, legt die vermeintliche Zurückhaltung des deutschen Mittelstands anders aus: „Ich glaube nicht, dass der Mittelstand zurückhaltend ist. Das beweisen die vielen Hidden Champions in Deutschland. Ich glaube vielmehr, dass sich die Unternehmer im geschickten Understatement üben.“

Um einen Schritt in Richtung Wachstumsmärkte zu machen, kann auch die Staffelstabübergabe eine Option sein. So auch bei Heinz-Werner Binzel, Geschäftsführer der Densys PV5 GmbH, der sich mitten im Übergabeprozess an seinen Sohn befindet. Denn ein frischer, junger Blick auf das Geschäft ermöglicht „zu identifizieren, was ein Unternehmen nach vorn bringt. Denn einige interessante Trends bekommt man als etablierter Manager manchmal gar nicht mit.“ Dem Großvater von Nicole Ruppel, der Geschäftsführerin der Adam Ruppel Asbach GmbH, ist zumindest im eigenen Betrieb sicherlich nichts entgangen: „Mein Großvater ist noch mit 90 Jahren durch die Produktion gegangen, mit 92 mussten wir ihn dann mit dem Rollstuhl schieben. Nach seinem Rundgang mussten wir zum Rapport antreten und erklären, wieso wir zu früh zu viel Material bestellt haben.“ Aber die Weitergabe von Erfahrungen und Wissen, die dabei stattgefunden habe, habe ihr sehr geholfen, so die Unternehmerin.

Dass dabei nicht nur die erfahrene Generation Wissen an die Nachfolger weitergibt, sondern auch andersherum, berichtete Dr. Hubertus Porschen, CEO der App-Arena GmbH und Vorsitzender der Jungen Unternehmer. „Gestandene Manager profitieren davon, sich mit vielen jungen Führungskräften auszutauschen. Denn die ‚Älteren‘ verstehen dann, dass viele innovative Ideen nicht nur wagemutige Schnellschüsse ‚der Jungen‘ sind, sondern dass dahinter richtige Trends und elementare Disruptionen stehen.“

Die nächsten Unternehmerperspektiven sind auch kein Schnellschuss, immerhin müssen alle Interessierten bis zum 6. Juli 2017 in Potsdam warten. Denn dann tauschen sich unsere inspirierenden Gäste wieder über die Zukunft des Mittelstands aus.

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Ist harte Arbeit verwerflich? Die provokant formulierte Frage eines Gastes an die Talkgäste der Unternehmerperspektiven-Veranstaltung in Potsdam sorgte zunächst für Gelächter. Das Thema hinter der Frage ist jedoch durchaus ernst: Es geht um nicht weniger als die Arbeitswelt der Zukunft, und die stand im Mittelpunkt des Abends. Mit ihr muss sich der deutsche Mittelstand schon heute beschäftigen, denn die Generation Y bringt ein anderes Verständnis von Arbeit mit in den Job als es noch ihre Vorgänger getan haben.

Einer der es wissen muss, denn selbst gerade mal 34 Jahre alt, ist Dr. Hubertus Porschen, CEO der App-Arena GmbH und Vorsitzender des Bundesverbands Junger Unternehmer. Seinen Job empfindet er jedoch nicht als harte Arbeit: „Mein Job ist mein Hobby. Ich muss mich manchmal zwingen aufzuhören, ansonsten würde meine Partnerin mich irgendwann verlassen.“ Dr. Holger Bingmann, Chairman der MELO Group und designierter BGA-Präsident, arbeitet nach eigener Aussage keine 12 Stunden am Tag und sowieso am liebsten dann, wann er will. Wenn Unternehmer Flexibilität vorleben, fördern sie die Kreativität ihrer Mitarbeiter, so sein Credo. Doch mit dieser Haltung stößt man in Deutschland schnell an die Grenzen des Arbeitsrechts. „Wenn ich abends um 11 Uhr eine Mail mit relevantem Inhalt von mehr als einem Satz und ohne Smiley am Ende schreibe, habe ich einen gesetzlichen Anspruch auf eine Ruhepause von 11 Stunden“, erläuterte Bingmann.

In den Mecklenburgischen Backstuben herrscht Schichtarbeit. Flexible Arbeitszeiten sind für die Mitarbeiter von Geschäftsführerin Kathrin Rossa daher weniger ein Thema. Sie beschäftigt sich stattdessen mit Produktinnovationen. In den Backstuben des Familienunternehmens sind diese übrigens noch ganz analog, z. B. in Form von „Berlinern“ mit Champagnerfüllung und dem neuen Einhorn-Trend. Die Vision für die Zukunft des Unternehmens malt immer noch der Vater mit dem großen Pinsel an die Wand. Der Austausch zwischen den zwei Familiengenerationen an der Führungsspitze funktioniert jedoch sehr gut und der Vater ist offen für den frischen Wind, den seine Töchter in das Unternehmen bringen.

Auch in der Commerzbank lernen erfahrene Führungskräfte gerne mal vom Nachwuchs, erzählte Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand und zuständig für die Region Mitte/Ost: „Im Rahmen eines „Reverse Mentoring“ schlüpfen erfahrene Führungskräfte der Bank, sogar auf Vorstandsebene, in die Rolle des Mentee, um so digitales Know-how zu erwerben.“

Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Jung und Alt, von bewährt und innovativ, zeigt sich auch am Beispiel der Schiffschraube. Dank des Einsatzes digitaler Technologien lassen sich Schiffsschrauben heute individuell entwickeln, sodass sie perfekt zu Schiff und Einsatzprofil passen. „Das Beispiel der Schiffsschraube schreit nach Teamwork, nach altersgemischten Teams, nach neuen Arbeitsbedingungen, agilen Strukturen und einer neuen Fehlerkultur“, zog Dr. Jan Rolin, Leiter der Commerzbank-Niederlassung Berlin Bilanz.

Wir bedanken uns bei den Gästen der Talkrunde in Potsdam. Den nächsten Stopp legen die Unternehmerperspektiven am 11. Juli in Hamburg ein – eine schöne Abwechslung für die Hansestadt nach dem G20-Gipfel finden wir!

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… Dann stellen sich viele (nicht alle) potentielle Nachfolger gern in ihren Dienst – so auch Alexander Kamenz, Geschäftsführer der E. Michaelis & Co. KG, einem führenden Unternehmen der Papier- und Verpackungsindustrie. Wie die aktuelle Studie zeigt, ist dies auch oft (nicht immer) der ideale Moment, um Modernisierungsvorhaben anzustoßen. So sah es auch Alexander Kamenz, als er nach seiner externen Tätigkeit bei einer Unternehmensberatung in das Familienunternehmen wechselte – und dies als Anlass nahm, die Produktpallette etwa um digitale Werbegeschenke zu erweitern. Bis 2014 führte er das Unternehmen gemeinsam mit seinem Vater, Ralph Kamenz, der ebenfalls an der Diskussionsrunde teilnahm. Dabei erleben Vater und Sohn Vielfalt in der Geschäftsleitung als großen Vorteil für die Entwicklung des Unternehmens. So führte der Junior seinerzeit sein Bewerbungsgespräch mit der Großmutter – für ihn ein Grund darauf hinzuweisen, dass er bei dieser Runde wenigstens eine Unternehmerin auf dem Podium erwartet hätte.

Das ließ sich Jan Hofer, der wie immer eloquente Moderator des Abends, nicht zwei Mal sagen und lud aus dem Plenum spontan Gülten Bockholdt, Geschäftsführerin der Bockholdt Gebäudedienste KG, auf die Bühne ein. Seit 1959 liegt dem Lübecker Familienunternehmen „Sauberkeit im Blut“. Aber auch die technische Entwicklung spielt bei der Gebäudereinigung, Krankenhaushygiene und Fassadenreinigung eine zunehmend wichtigere Rolle. Elektronische Reinigungsmaschinen oder digitale Abrechnungstools müssen von entsprechend geschulten Mitarbeitern bedient werden: Eine Hürde, „die zu nehmen immer schwieriger wird“, erklärt Gülten Bockholdt. Deshalb hat das Unternehmen die „Bockholdt Akademie“ ins Leben gerufen. Hier findet ein transparenter Wissensaustausch statt und jeder Mitarbeiter hat zusätzlich die Möglichkeit, sich in einem 4-Stufen-Programm zum Technischen Bereichsleiter oder zum Niederlassungsleiter qualifizieren.

Ebenfalls sehr erfolgreich die Nachfolge angetreten hat David Etmenan, CEO & Owner der Novum Group, einem Unternehmen aus der Hotellerie. Nachdem er bereits mit 19 Jahre in das elterliche Unternehmen eingestiegen war, hat er es geschafft innerhalb von 15 Jahren 144 Hotels an 45 Standorten in Europa aufzubauen. Mit Blick auf seine Branche sieht er die Digitalisierung als große Herausforderung, der er sich jedoch gern stellt. Für ihn ist die Mischung aus digitalen Optimierungsprozessen und der sogenannte „Faktor Mensch“ entscheidend für den Erfolg. Durch ein modernes Buchungssystem behält das Unternehmen die Schnittstelle zum Kunden, versteht sich aber gleichzeitig genauso als „analoger“, authentischer Gastgeber, für den die Kundenwünsche immer im Mittelpunkt stehen.

Auch bei der Commerzbank wird das vom Kunden gewünschte, persönliche Beratungsgespräch immer Dreh- und Angelpunkt der Geschäftsbeziehung bleiben – aber gleichzeitig um digitale Informations- und Serviceangebote ergänzt, betont Joerg Meinz, Niederlassungsleiter in Hamburg-Nord. Denn für ihn sind die digitale und die analoge Kundenbeziehung kein Widerspruch. Noch mehr Hintergrundinformationen zur Bank liefert Dr. Stefan Otto, der als Bereichsvorstand für das Firmenkundengeschäft im Norden zuständig ist: Die Bank plant bis 2020 80 Prozent der Prozesse end to end zu digitalisieren. Und auch hier werden die Bedürfnisse der „Next Generation“ Unternehmer eine entscheidende Rolle spielen.

Am Schluss fasste Ralph Kamenz das Thema Familiennachfolge noch einmal sehr treffend zusammen: „Die nachfolgende Generation hat weder das Recht, noch die Pflicht die Nachfolge anzutreten“. Wenn es geschehe, dann freiwillig und unter Prüfung der bestmöglichen Eignung für das Unternehmen – eine simple, wie kluge Voraussetzung dafür, dass Familienunternehmen auch in den nächsten Generationen so erfolgreich sind wie heute.

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Die „Next Generation“ ist keine Zukunft. Sie ist schon da. Den Beweis lieferte Keynote Speaker Lencke Steiner bei der Unternehmerperspektiven-Veranstaltung in Bremen. (Und davon konnte sie zum Glück auch ein heftiger Sturm in Norddeutschland nicht abhalten.) Mit gerade einmal 32 Jahren ist sie geschäftsführende Gesellschafterin der W-Pack-Kunststoffe, in der aktuell drei Generationen gemeinsam den Unternehmensalltag gestalten. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie die Unternehmensübergabe gelingen kann: „Wenn man einen Nachfolger gefunden hat, dann sollte man ihn einfach mal machen lassen. Speisen Sie ihn nicht mit kleinen Testprojekten ab, das zerstört nur langfristig die Motivation.“

Die Tipps von Steiner, Martin Pieper, CFO des Seehafenterminal-Betreibers J. Müller, und Commerzbank-Bereichsvorstand Dr. Stefan Otto waren an diesem Abend heiß begehrt. Über eine Stunde konnten die Gäste die drei Experten auf der Bühne interviewen. Denn im interaktiven Keynote-Format löchert nicht der Moderator die Podiumsrunde. „Es ist Ihre Veranstaltung. Es gibt keine Fragen, die Sie nicht stellen dürfen oder die wir nicht beantworten“, hatte Stefan Burghardt, Leiter der Niederlassung Bremen, die Gäste zum Auftakt der Herbstwelle im BLG-Forum begrüßt.

Via iPad konnten die Gäste ihre Fragen an die Talkrunde richten. Häufig im Fokus: Die Digitalisierung. Zum Beispiel, ob Fintechs Chance oder Bedrohung für die Bankenlandschaft sind. „Ich sehe im Wachstum der Fintech-Branche eine Chance, weil Fintechs schneller als traditionelle Banken Innovationen entwickeln, an denen sich Banken dann beteiligen können“, stellte Dr. Otto klar. Ein anderes Beispiel: ob Big Data bei Hafendienstleistungen helfen kann. Eine Frage, die Martin Pieper nur bejahen kann. Die Daten helfen ihm beim Tetrisspielen: „Wir haben es im Hafen mit einer großen Fläche und vielen Schiffen zu tun. Dank Big Data können wir sehen, wo Platz ist und wo Schiffe anlegen können.“

Angeregt von so viel Wissensdurst aus dem Publikum wollten es auch die Talkgäste genau wissen. „Können Sie sich vorstellen, eine Plattform ins Leben zu rufen, um Start-ups und Investoren zusammenzubringen?“, wollte Steiner von Dr. Otto wissen. („Diese Plattform, den ‚Main Incubator‘ gibt es bereits“, lautete die Antwort.) Dr Otto revanchierte sich mit einer Schätzfrage bei Moderator Jan Hofer: „Was glauben Sie, wie viele Kunden ihr Konto online eröffnen?“ (Die Lösung: 30 Prozent. Die Hälfte davon war im ersten Jahr noch in der Filiale). Was Martin Pieper zurück zur Digitalisierung brachte: „Finanziert die Commerzbank Digitalisierungsprojekte genauso locker wie Gabelstapler?“ („Ja klar“, bestätigte Dr. Otto).

Nicht aufgezeichnet, aber genauso lebhaft wie auf dem Podium gingen die Gespräche beim Get-together weiter. Und nach dem Blick auf das Nachtischbuffet sicher auch zu der Frage, ob kandierte Oliven im Dessert Trend oder Geschmackssache sind.

Wir bedanken uns bei den Talkgästen für die spannenden Einblicke in ihren Arbeitsalltag und freuen uns auf die Fortsetzung des Dialogs in Saarbrücken.

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Nicht nur die Ergebnisse der 17. Mittelstandsstudie der Commerzbank bieten Anlass für einen intensiven Austausch. Auch das – neben den Podiumsdiskussion und Keynote-Veranstaltungen – dritte Eventformat der Unternehmerperspektiven ist darauf ausgelegt, den Diskurs zum Thema „Next Generation“ zu stärken. Über iPads sollten die Gäste in der Saarbrücker Luminanz ins Gespräch kommen, über Studienergebnisse diskutieren und von eigenen Erfahrungen berichten. Die zentralen Fragen, die Volker Stuckmann, Niederlassungsleiter in Saarbrücken, „seinen Saarländern und Pfälzern“ in der Begrüßung stellte: „Welche Handlungsoptionen und Strategien sehen Sie, um mit der nächsten Generation von Geschäftsmodellen, Führungskräften und Produkten umzugehen? Und stimmen Ihre eigenen Erfahrungen dazu mit den Studienergebnissen für die Region überein?“

Doch bevor die Gäste zu Wort kamen, führte Dr. Hubertus Porschen, Gründer eines Start-ups und Bundesvorsitzender der Jungen Unternehmer, mit seinem Impulsvortrag in die „Next Generation Wirtschaft“ ein. Sein Fazit: Bei der nächsten Generation geht es nicht nur um Nachfolger, sondern auch um neue Geschäftsmodelle, neue Formen der Führung und der Zusammenarbeit oder neue Technologien, die die Wertschöpfungsprozesse von Unternehmen verändern – entstanden und beeinflusst durch die Digitalisierung. Wie nachhaltig beispielsweise Vertriebswege durch neue Technologien verändert werden, veranschaulichte Porschen mit einer persönlichen Erfahrung. „Ich war vor kurzen auf dem Weg zu einer Veranstaltung und wollte mit dem Taxi fahren. Also ging ich auf die Straße und winkte ein Taxi heran. Ich kam mit dem Fahrer ins Gespräch und er berichtete mir, dass ich seit 12 Stunden der erste Fahrgast sei, der das Taxi nicht per App bestellt hätte.“

Ein anderes Beispiel für eine neue digitale Technologien: Big Data. Wenngleich der Mittelstand der aktuellen Studie zufolge bei der Anwendung noch Aufholbedarf hat, steht für Porschen fest: Big Data wird die komplette Wirtschaft revolutionieren – und davon bleibt euch der Mittelstand nicht verschont. Eine Aussage, die nachwirkte: In der folgenden iPad-Abstimmung nannten 70 Prozent Big Data als DEN aktuellen Wirtschaftstrend.

Doch warum die Zurückhaltung in der Anwendung der Technologie, wenn sie doch so wichtig ist? Eine Unternehmerin gab eine ehrliche Antwort: „Wir sind schon seit Jahren dabei, alle wichtigen Prozesse in unserem Unternehmen zu digitalisieren. Unsere jüngeren Mitarbeiter standen allen Veränderungen offen gegenüber und bringen immer wieder digitale Neuerungen ein. Unsere große Herausforderung liegt momentan darin, die Hemmungen unserer älteren Mitarbeiter abzubauen.“ Eine Aussage, die bei vielen Gästen auf Zustimmung stieß.

Wir bedanken uns bei allen Unternehmern für so viel Ehrlichkeit und Selbstkritik – und freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen der Unternehmerperspektiven.

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Die Gegensätze waren verblüffend: Das ehrwürdige Schloss Dyck stammt aus der Renaissance. Einer „analogen Zeit“, in der der Wandel noch gemächlich von statten ging. Bei der Dialogveranstaltung der Unternehmerperspektiven aber wurde intensiv über die Digitalisierung und dessen disruptives Potential im 21. Jahrhundert diskutiert. Wird die „Next Generation“, die neue Generation an Führungskräften, neues Denken in den Mittelstand in Deutschland einbringen?

Kai Uwe Schmidt, Niederlassungsleiter Mittelstand der Commerzbank in Mönchengladbach beschrieb in seiner Begrüßung die aktuelle Welt, in der sich auch die deutschen Unternehmen bewegen mit dem aus den USA stammenden Akronym VUKA:
 - volatil, meint sich sprunghaft verändernd
- ungewiss, meint ohne verlässliche Paradigmen
- komplex, meint vielschichtig und undurchdringlich und
-ambig, mein mehrdeutig und in sich widersprüchlich.

Unternehmen seien in dieser Welt nur zukunftsfähig, wenn der Umbruch zum Aufbruch werde: ein Aufbruch in digitale Märkte und Geschäftsfelder. Diese Transformation aber sei eher ein Marathonlauf denn ein kurzer Sprint.

Die Ergebnisse der Unternehmerperspektiven 2017 für Nordrhein-Westfalen stellte Dr. Andre Carls, Bereichsvorstand Mittelstandsbank West der Commerzbank vor. Das Gros der Unternehmen in NRW (47 Prozent) sei in beständigen Märkten tätig. Ein echtes Potenzial für die Unternehmen der Region seien die Unternehmen in den Wachstumsmärkten – diese seien meist Digital Natives. Die Aufgabe, neue zukunftsfähige Geschäftsfelder zu entwickeln (56 Prozent), steht folglich auch bei der Mehrheit der Unternehmen ganz oben auf der Agenda.

Über iPads kamen die Gäste anschließend untereinander ins Gespräch: Die eingetippten Fragen wurden für alle im Saal sichtbar eingeblendet und die Diskussion durch Frank Behnke moderiert.
„Echtes disruptives Potential geht oft von Branchenfremden aus“, meinte ein Gast des Abends. „Diese sehen als Außenstehende das Veränderungspotential oft besser als Branchenkenner“. Eine Aussage, die bei vielen Gästen auf Zustimmung stieß.

Wir bedanken uns bei allen Unternehmerinnen und Unternehmern für ihre Offenheit – und freuen uns auf die kommenden Veranstaltungen der Unternehmerperspektiven.  

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Neues Denken ist eine Frage des Mindsets, der Perspektive, mit der man als Unternehmer seine Umwelt betrachtet. Dazu gehört nicht nur das eigene Unternehmen, sondern auch, dass man über den Tellerrand hinausschaut. Neues Denken ist in Schwerte offenbar bereits etabliert: Die Gäste in der alten Rohrmeisterei warfen problemlos einen Rundumblick auf die nächste Generation Wettbewerber, Märkte, Unternehmen und Führungskräfte.

Marc Werner, Niederlassungsleiter in Hagen, plädierte dafür, Märkte und Wettbewerber genauestens im Blick zu halten: „Wer von Ihnen hätte gedacht, dass einer der größten Konkurrenten für den klassischen Lebensmitteleinzelhandel Amazon sein wird? Ich nicht. Aber damit hört es nicht auf. Unser Einkaufserlebnis wird immer weiter auf den Kopf gestellt. Und zwar so sehr, dass sich ein Hersteller von Einkaufswagen fragen muss, ob sein stärkster Wettbewerber künftig ein Drohnenproduzent sein wird.“

Um neue Märkte zu erobern, also um mitunter vom Einkaufswagen- zum Drohnenhersteller zu werden, ist neues Denken unabdingbar, so Thorsten Meier, Niederlassungsleiter in Dortmund. Doch wo entsteht neues Denken? In der Führungsetage! „Die Führungsebene sollte sich durch Diversität auszeichnen. Es sollte junge Wilde, erfahrene Neueinsteiger und etablierte Manager geben, die unterschiedliche Stärken und Perspektiven einbringen und so zukunftsfähige Ideen entwickeln.“ Eine andere Möglichkeit, frischen Wind ins Unternehmen zu bringen, sieht Dr. Andre Carls, Bereichsvorstand der Commerzbank im Westen der Republik, darin, kleinere Unternehmen aufzukaufen: „Mit einer Akquisition trägt man nicht nur neues Know-how in den Betrieb, sondern auch ein Stück neue Unternehmenskultur: mit dem Mut und dem Willen, Neues auszuprobieren.“

Paolo Anania, CEO der Digitalberatung Grandpasso und Präsidiumsmitglied der Jungen Unternehmer, führte diesen, auf das Unternehmen gerichteten Blick weiter aus. „Wenn ein Unternehmen erfolgreich sein möchte, darf es nicht nur seine Vergangenheit sehen. Es muss immer wieder bereit sein, sich grundlegend zu hinterfragen und zu verändern.“ Häufig sei das aber auch eine Generationenfrage, die nicht immer leicht zu klären ist, so Anania. „Junge Nachfolger haben es häufig schwer, ihren Vorgängern zu erklären, dass sich das Unternehmen wandeln muss – gerade wenn die gestandenen Manager das beste Geschäftsjahr seit Bestehen des Unternehmens hingelegt haben.“

Vor dieser Herausforderung standen Cay-Peter Voss und seine Tochter Maya Carola nicht – woran die 20-jährige „Probezeit“, die die Juniorin im Unternehmen ihres Vaters, der Tintometer GmbH, durchlief, sicherlich nicht ganz unbeteiligt war. Für sie ist klar: „Unternehmensnachfolge funktioniert nur dann, wenn Vorgänger und Nachfolger in dieselbe Richtung – und zwar nach vorn – gehen.“ Diese Gangart gilt auch für technische Innovationen bei der Tintometer, die auf Geräte und Chemikalien zur Analyse von Wasser spezialisiert ist. Fluch und Segen zugleich, wusste Cay-Peter Voss zu berichten: „Wir haben ein System, dass die Bedienungsanleitungen zu unseren Geräten vollautomatisch in alle möglichen Sprachen übersetzt und auch Aktualisierungen automatisch aufnimmt und repliziert. Wenn man bedenkt, dass unser Unternehmen aber mittlerweile 27.000 Mails pro Tag erreichen, dann kommt man schon ins Grübeln.“ Voss senior leistet sich deshalb den Luxus, als einziger in der Firma komplett analog zu arbeiten.

Auch die Unternehmerperspektiven gibt es analog, das nächste Mal 4. Oktober im Lenkwerk in Bielefeld. Wir danken allen Teilnehmern für die gelungene Veranstaltung in Schwerte und freuen uns auf spannende Diskussionen in Bielefeld.

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"Wenn man von Ostwestfalen spricht, dann spricht man auch von bodenständig, von traditionsbewusst. Wird hier wirklich schon neu gedacht?“ Mit dieser Frage eröffnete Jan Hofer eine offene und selbstkritische Diskussion im Bielefelder Lenkwerk. Die klare Antwort von Rainer Stackmann, Leiter der Commerzbank-Niederlassung Gütersloh, lautet jein. „Ich sehe Offenheit bei gleichzeitig angezogener Handbremse. Das Festhalten an Altbewährtem hat an vielen Stellen noch Vorrang. Auf der anderen Seite ist die Region Heimat von Weltmarktführern, die z. B. Haushaltsgeräte produzieren, die per App steuerbar sind.“

Vielerorts muss also noch ein Umdenken stattfinden. Einzug gehalten hatte es hingegen bereits in der Talkrunde der Veranstaltung. Gleich zwei Frauen und zwei Gründer saßen auf dem Podium und diskutierten mit Commerzbank-Bereichsvorstand Dr. André Carls über das neue Denken – so viel zur typisch deutschen Diskussion um den fehlenden Gründergeist und die Notwendigkeit einer Frauenquote.

Doch was bremst das neue Denken eigentlich? Die Ursache war schnell gefunden: das deutsche Bildungssystem. „Unser Bildungssystem braucht Generalüberholung. Gründungsdynamik, digital Leadership und digitales Marketing werden nicht an Unis gelehrt“, übte Dr. Hubertus Porschen Kritik. Porschen hat bereits zwei Unternehmen gegründet, das zweite, die App-Arena GmbH, bietet Web-Applikationen, z. B. digitale Adventskalender. Unterstützung erhielt Porschen von Gründerkollegin Verena Pausder, Gründerin und Geschäftsführerin der Fox & Sheep GmbH: „In den USA produzieren die Universitäten Unternehmer. In Deutschland studiert niemand, um Unternehmer zu werden. Solange wir uns in Deutschland auf die Theorie konzentrieren, wird die Praxis immer hinterherlaufen.“ Die Fox & Sheep GmbH betreibt Apps, die Kinder ins Bett bringen. Dr. Carls nutzt diese Apps bereits privat und sie kommen bei seinen Kindern gut an. Pausder will damit nicht das digitale Kinderzimmer propagieren, aber dafür sensibilisieren, die Entwicklung auch nicht per se zu verteufeln. „Wir müssen frühzeitig den sinnvollen Umgang mit den digitalen Technologien üben“, ist sie überzeugt. Das Bildungssystem allein kann schließlich auch nicht alles leisten.

Vehement widersprechen musste an dieser Stelle Prof. Dr. Ulrike Detmers, die in ihrer Nebentätigkeit an der Fachholschule Bielefeld lehrt und Studenten die Praxisgrundlagen des Unternehmertums vermittelt. Das Bielefelder Bildungssystem ist vielen anderen Hochschulen offensichtlich schon einen Schritt voraus. Hauptberuflich ist Prof. Detmers Mitglied der Geschäftsführung und Gesellschafterin der Mestemacher-Gruppe. Mestemacher backt seit 1871 Vollkornbrote und westfälische Pumpernickel und ist in dieser Nische Weltmarktführer. Das Besondere an den Produkten: Die lange Haltbarkeit, die das Brot exportfähig macht. Neue kreative Ideen erhält sie durch Kooperationen mit Start-ups, die Rezepte entwickeln. Zum Beispiel die „Kochmädchen“ aus Berlin.

Auch für die Commerzbank sind der Austausch mit Start-ups und die Entwicklung neuer anwendungsorientier Lösungen ein wichtiges Thema. „Nordrhein-Westfalen wird meistens unterschätzt: Wir sind das Bundesland mit den meisten Start-ups. Wir haben deshalb deutschlandweit spezielle Start-up-Hubs eingerichtet, in denen wir speziell Start-ups beraten und zusammenbringen“, erklärte Dr. Andre Carls.

Zusammenbringen – das ist auch ein gutes Stichwort für die Talkrunde und das anschließende Get-together in Bielefeld. Wir bedanken uns für die vielen guten Gespräche auf der Bühne und am Buffet.

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Dr. Jan Roell muss es wissen. Er ist mitten in der Übergangsphase, von der er sagt, dass einfach mehr Kommunikation im Unternehmen notwendig ist. Die Nachfolge in seinem auf Prüftechnik spezialisierten Unternehmen Zwick Roell organisiert er nicht nur innerhalb der Familie, sondern nimmt die Mitarbeiter, z. B. in Bootcamps, mit auf den Weg. Er sagt, es ist alles andere als banal in einer Übergangsphase die Balance zu halten. Diese Phase könne von ersten Überlegungen bis zum Ausscheiden bis zu 15 Jahre dauern. Die große Herausforderung sei, so Roell, dass man einerseits weiter hundertprozentige Produkte abliefern und andererseits auch ein gewisses Maß an kreativem Chaos zulassen müsse. Nur so könne man Prozesse hinterfragen und verhindern zu übersehen, wo außen ein neuer Wettbewerb entsteht.  

Michael Rampf, mit seinem Bruder gemeinsam Geschäftsführer der Rampf Holding, bestätigt dies gern aus Sicht der übernehmenden Generation. Er sagt, die zwei Brüder haben allein schon durch die Tatsache, dass sie zu zweit die Aufgaben des Vaters übernommen haben, eine andere Dynamik ins Unternehmen gebracht. „Nur weil ich Rampf heiße, weiß ich noch lange nicht alles besser“, so Rampf. Er und sein Bruder haben das Unternehmen so aufgestellt, dass es im Notfall auch ohne sie laufe. Das sei wichtig, um es zukunftssicher zu machen.

Nicht nur eine neue Unternehmensspitze, sondern gleich ein neues und wesentliches jüngeres Führungsteam hat sich die Wittenstein SE gegeben. Dr. Anna-Katharina Wittenstein berichtet zwar von einer Kindheit, in der es ihrem Vater Dr. Manfred Wittenstein gelungen war, bei ihr und ihren Geschwistern das Interesse am Unternehmen zu wecken. Eine Selbstverständlichkeit war es aber nicht, dass sie schließlich den Vorstandsvorsitz übernommen hat. Beide, Vater und Tochter haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und manche Differenz nicht nur auf der Sachebene ausgetragen. Geholfen hat beiden eine Pufferphase mit einem externen Geschäftsführer. Der Vater beschreibt, dass er lernen musste, sich zurückzunehmen. Und das gehe nicht in einem halben Jahr, ergänzt er mit einem Augenzwinkern.

Das so viele jüngere Teams an die Stelle von ehemaligen Unternehmerpatriarchen rücken, lesen Niederlassungsleiter Siegfried Stangohr und Oliver Wenzler auch aus den Studienergebnissen ab. Altersgemischte Teams und neues Denken, so die Banker, sind in Baden-Württemberg häufiger in den Unternehmen zu finden als im Bundesdurchschnitt. Neues Denken und Digitalisierung helfen dem Mittelstand hierzulande bei der Unternehmensnachfolge. Auch für die Commerzbank ist das ein Thema. Allerdings, so Ulrich Coenen, Bereichsvorstand Privat- und Unternehmenskunden der Commerzbank, werde die Technik den direkten Kontakt zum Kunden weder in diesem noch im nächsten Jahrhundert ersetzen können. Eine Kundenbeziehung, so Coenen, soll und kann man nicht digitalisieren. Sie hat einen zu großen Wert.

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Die warme Herbstsonne tauchte die eher kühl anmutende Wassermannhalle in Köln in goldenes Licht, ganz ähnlich der Farbe des Nationalgetränks der Kölner, dem Kölsch. Doch bevor es bei der Unternehmerperspektiven-Veranstaltung hieß „Drink doch ene mit!“ wurden die großen Themen der Zeit diskutiert: Es ging um nichts weniger als die Zukunft der mittelständischen Wirtschaft. Dirk Schamberger, Niederlassungsleiter der Commerzbank in Köln, begrüßte die anwesenden Gäste und beschrieb das „neue Denken“ von mittelständischen Unternehmen anhand des Landmaschinenherstellers Claas: „Während Claas früher herkömmliche Traktoren herstellte, hat sich das Unternehmen heute auf ‚teamfähige‘ Landmaschinen spezialisiert. Das bedeutet, dass sich die Maschinen ohne menschliches Zutun untereinander absprechen. Die digitale Zukunft ist in der Region angekommen!“ Übrigens: Claas produziert unter anderem Traktoren für die Hopfenernte und sichert damit die Grundversorgung der Stadt in Sachen Kölsch.

Dr. Hubertus Porschen, selbst Gründer von zwei Unternehmen und Vorsitzender des Verbands der Jungen Unternehmer, führte in seiner Keynote die Folgen der Digitalisierung für die Wirtschaft aus: „Die direkte Kunde-Produzent-Beziehung gibt es in der digitalen Wirtschaft nicht mehr. Es schieben sich digitale Plattformen dazwischen. Der Touchpoint zum Kunden wird das Handy.“ Ein weiteres Phänomen der Digitalisierung sei außerdem, dass wenige Player in kurzer Zeit den gesamten Markt erobern. Diesbezüglich zeichnete Porschen ein pessimistischeres Bild als sein Vorredner, denn der große Wurf à la Airbnb oder WeChat sei deutschen, ja sogar europäischen Unternehmen bisher nicht gelungen: „WeChat, ursprünglich ein Instant Messaging Dienst aus China, hat täglich über 700 Millionen Nutzer. Der Dienst wurde so weiterentwickelt, dass die App-Besitzer mittlerweile sogar Straßenmusiker darüber bezahlen. Diese Disruptionskraft gibt es in Deutschland in dieser Form noch nicht.“ Nach diesen düsteren Worten wäre den Gästen ein kühles Blondes gegönnt gewesen.

Dr. Andre Carls, Bereichsvorstand Mittelstandsbank West der Commerzbank, war da optimistischer: „Die Mittelständler werden die Gewinner der Digitalisierung sein“, sagte er, „aber sie müssen in die Ausbildung investieren und – fast noch wichtiger – sie müssen endlich anpacken und neue Geschäftsmodelle und Angebotspaletten entwickeln!“ Die Commerzbank ist diesbezüglich bereits aktiv, indem sie spezielle Start-up-Hubs gegründet hat. Mit Erfolg: Zwar sind die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen der Studie zufolge im Durchschnitt vier Jahre älter als im Rest der Republik, dafür ist aber auch der Anteil an Start-ups höher. „Es freut mich, dass die Start-up-Hubs so erfolgreich sind. Ich hoffe, die Start-ups werden eine Vorreiterrolle auf dem Weg in eine digitale Zukunft einnehmen“, schloss Dr. Carls.

Auch das Publikum ließ sich die Chance nicht nehmen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Durch zuvor verteilte Tablets stellten die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer Fragen, die für alle in der Halle sichtbar auf einem Bildschirm erschienen. „Wie weit wird die Digitalisierung auch die Währungswirtschaft erfassen?“, wollte ein Teilnehmer wissen. Dr. Andre Carls antwortete ohne zu zögern: „Ich glaube nicht, dass die Kryptowährung Bitcoin die herkömmlichen Währungen ablösen und die Transaktionswährung der Zukunft wird.“

Etwas handfester wurde es dann beim Get-together. Dabei kamen die Kölner bei dem wohlverdienten Kölsch – übrigens die einzige Sprache, die man auch trinken kann – ins Gespräch und nutzen die Zeit für das Networking. Wir bedanken uns für die vielen Beiträge und Gespräche während und nach der Veranstaltung. Haben Sie Lust mit dabei zu sein? Die nächste Veranstaltung der Unternehmerperspektiven findet am 7. November in Mainz statt.

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„Im echten Leben ist es wie im Fußball: Einen Titel zu verteidigen ist schwerer, als ihn zu gewinnen.“ Was dieses Eingangsstatement von Jürgen Schmieding, Leiter der Commerzbank-Niederlassung Mainz, bei der Unternehmerperspektiven-Veranstaltung in der Heimstätte des FSV Mainz 05 mit dem Mittelstand zu tun hat? „Auch die Unternehmen stehen kontinuierlich vor der Frage, wie sie ihren Erfolg halten oder gar ausbauen können und ob sie für den Erfolg die richtigen Spieler in ihrem Führungsteam haben“, schlug Schmiedings Kollege von der anderen Rheinseite, Peter Radermacher, die Brücke.

Dass der Mittelstand im Rennen um den Titel nicht auf einem Abstiegsplatz steht, zeigte die Diskussion auf der Bühne. „Hat der deutsche Einzelhandel gegen die Amazons dieser Welt überhaupt Überlebenschancen?“, wollte ein Gast wisssen. Davon ist der Vorsitzende der Jungen Unternehmer, Dr. Hubertus Porschen, überzeugt: „Die Unternehmen müssen sich einfach auf ihren USP besinnen. Einkaufen muss zum Erlebnis werden, die Flagshipstores machen es vor. Der Einzelhandel kann noch serviceorientierter werden, zum Beispiel die Tüten nach Hause bringen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die deutschen Unternehmen haben bislang einfach nur gepennt.“  

Digitalisierung ist dabei nicht alles, wie auch die nächste Frage aus dem Publikum deutlich machte: „Scheinbar keine Bewegung ohne Gegenbewegung. Man streamt Musik von Spotify, gleichzeitig erlebt die Schallplatte eine Renaissance. Wie passt das zusammen?“ Während Schallplatten für Porschen „was für Liebhaber“ sind, kann sich Commerzbank-Bereichsvorstand Michael Kotzbauer durchaus vorstellen, Schallplatten-produzierende Unternehmen zu finanzieren: „Schallplatten sind das derzeit am schnellsten wachsende Medium.“ Kotzbauer geht ansonsten eher digital durchs Leben – sogar den Lieferstatus seiner Pizza überwacht er via App.

Was die Renaissance der Schallplatte in jedem Fall zeigt: In einer sich immer schneller drehenden Welt steigt das Bedürfnis nach Reduzierung der Komplexität. „Je komplexer das Produkt, desto größer der Wunsch nach persönlicher Beratung“, weiß Dr. Alexandra Kohlmann, Geschäftsführerin der Rowe Mineralölwerk GmbH, aus Erfahrung mit dem eigenen Angebot. Während Dr. Kohlmann 2016 in das Unternehmen ihres Vaters eingestiegen ist, hat Dr. Karl Tack das Geschäft kürzlich an seine Kinder abgegeben. Der ehemalige Polizist und Lehrer leitete mehr als 20 Jahre die Gebrüder Rhodius GmbH. Dank des Internet und einer vernetzten Welt hat der Produzent von Getränken und Schleifscheiben keine Probleme, Know-how in das Unternehmen nach Burgbrohl aufs Land zu holen. Die Übergabe ist ihm leicht gefallen, weil sie gut planbar war: „Der Ausstieg kommt nicht so plötzlich wie Weihnachten.“

Apropos Weihnachten: Während die ersten Weihnachtsmärkte bereits geöffnet haben, setzt die Veranstaltungsreihe der Unternehmerperspektiven zum Schlussspurt an. Freuen Sie sich auf die letzten Termine des Jahres am 9. November in Hannover und am 23. November in Erfurt

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So eine Veranstaltung hat gerade noch gefehlt – und zwar im positiven Sinne. Fast ein ganzes Jahr haben die Unternehmerperspektiven mit Unternehmern im Rahmen der zahlreichen Veranstaltungen das Thema „Next Generation: Neues Denken für die Wirtschaft“ diskutiert. In Hannover wurde es dann so richtig konkret. Denn die Gäste im EXPOWAL fanden sehr praktikable Antworten auf Frage, wie man frischen Wind ins Unternehmen bringt. Herausgekommen ist: ein kleiner Leitfaden, den Sie hier exklusiv nachlesen können.

Schritt 1: Aufbau einer Dialogkultur. Stefan Wissuwa, nagelneuer Niederlassungsleiter für das Firmenkundengeschäft in Hannover, schlug dafür einen pragmatischen Weg vor. „In Unternehmen können sich etablierte Manager etwas von jungen Wilden abschauen und vice versa. Viel wichtiger ist aber, dass das Unternehmen von beiden Perspektiven profitiert – und dazu müssen sich beide Parteien erst einmal zusammensetzen und miteinander reden.“ Nur mit einem lebendigen Dialog und einer konsensfähigen Lösung können Konventionen aufgebrochen und Akzeptanz aufgebaut werden.

Schritt 2: Change a running system. Ein bisschen provokant, aber nicht einer gewissen Selbstkritik entbehrend, attestierte Philipp Becker, Finanzvorstand und Prokurist der Vision Lasertechnik GmbH, dem deutschen Mittelstand ein Trägheitsproblem: „Einige Unternehmen sind fett und faul. Sie ruhen sich auf Erfolgen aus und sehen keinen Bedarf, die mühsam erarbeiteten Veränderungsimpulse umzusetzen. Der schlimmste Satz ist ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘. Wenn man als Unternehmer an diesem Punkt angekommen ist, sollte man schleunigst alles hinterfragen.“

Schritt 3: neuen Kundennutzen schaffen. Ist ein Unternehmen an dem Punkt, seine Prozesse und Strukturen zu reflektieren, ist es bereits einen guten Schritt weiter. Aber genau an dieser Stelle liegt oft der Hund begraben: „Viele Unternehmen fangen dann an, Geschäftsprozesse zu digitalisieren. Zum Beispiel verkaufen sie ihre Produkte bei Amazon. Damit haben sie aber in Grunde nichts erreicht. Die zentrale Frage muss vielmehr sein: Wie kann ich als Unternehmer die Prozesse und Strukturen so umkrempeln, neu anordnen oder erweitern, dass ein komplett neuer Kundennutzen entsteht? Nur dann entstehen neue Geschäftsmodelle – und das ist Digitalisierung“, forderte Hubertus Porschen, CEO der App Arena GmbH und Bundesvorstand der „Jungen Unternehmer“, die Anwesenden heraus.

Schritt 4: „Das Ding nicht nur durchdenken, sondern auch ordentlich executen“, summierte Wissuwa in selbstironischem Banker-Denglisch. Und lieferte Dr. Stefan Otto, Bereichsvorstand für die Commerzbank im Norden, damit eine Steilvorlage: „Natürlich könnten wir in jeder Abteilung spezielle Transformationsverantwortliche ernennen, die neben ihrer täglichen Arbeit die Bank noch digitalisieren sollen. Das würde dann wahrscheinlich einige Jahre länger dauern als geplant und doppelt so teuer werden. Um das zu vermeiden, haben wir einen Campus errichtet, auf dem unsere Mitarbeiter zusammenkommen und außerhalb ihrer sonstigen Aufgaben, außerhalb ihrer Hierarchien und in einer komplett anderen Umgebung die Bank weiterentwickeln.“

Genauso ordentlich executet wie der Veränderungsprozess der Commerzbank war auch dieser Abend der Unternehmerperspektiven. Wir danken allen Teilnehmern für die Impulse und freuen uns darauf, in Erfurt am 23. November 2018 weitere Unternehmer zu begrüßen und mit ihnen gemeinsam die letzte Veranstaltung in diesem Jahr zu begehen.

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