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Die Mittelstandsinitiative der Commerzbank

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Zusammengefasst: Die Ergebnisse der 18. Studie

Big Data ist das Thema der Stunde! In allen Branchen und unabhängig von der Größe beschäftigen sich Unternehmen mit dem Sammeln von Daten. Big Data, Big Business? Nicht zwangsläufig. Die entscheidenden Fragen der 18. Studie der Mittelstandsinitiative Unternehmerperspektiven lauten deshalb: Wie können diese Daten nutzbar gemacht werden? Sind die Tech Giants dabei eher Feind- oder Vorbild? Und welche Rolle spielen Datensicherheit und Cybercrime im Mittelstand?

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Der Mittelstand weiß: Digitale Daten haben enormes Potenzial. Doch nutzt er dieses  bereits gewinnbringend?

Nicht immer. Die große Mehrheit der Unternehmen sammelt zwar fleißig Daten, wertet diese jedoch nicht systematisch aus – und zieht zu wenig Nutzen aus der Analyse.

Der Status quo: Bisher fokussieren Mittelständler auf interne Daten und optimieren bestehende Prozesse. Nur selten entwickeln sie datenbasiert ihr Geschäftsmodell weiter.

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Viel ist nicht immer automatisch gut. Besonders viele Daten sammeln 18 Prozent der Befragten. Nur 8 Prozent analysieren, setzen auf Spezialisten und ziehen Nutzen aus Big Data. Sie sind die Smart-Data-User in der Studie. 

Die größten Hürden bei der Verarbeitung von Big Data liegen in der Organisation und der Führungskultur der Unternehmen. Bei den meisten Unternehmen ist Big Data eher das Hobby des Chefs.

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Banken und Sparkassen sind als Datenlieferanten und -auswerter gefragt. Sie sollen Daten vereinfacht und taggenau aufbereiten, daraus Tools und Prognosen ableiten und vor allem auch neue Daten generieren.

Finanzpartner sind zunehmend über ihr originäres Geschäftsmodell hinaus gefordert. Für sie bietet sich die Chance für neue Produkte und Services.

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Mit der Bedeutung digitaler Daten steigt das Risiko, Opfer digitaler Kriminalität zu werden. Dem Mittelstand sind die technischen Risiken bewusst. Dass sie Opfer gezielter digitaler Kriminalität werden könnten, glauben nur wenige Unternehmen.

Dennoch ist das Sicherheitsbestreben im Mittelstand eher schwach ausgeprägt. Schutzmaßnahmen beschränken sich meist auf das „Stopfen“ technischer Sicherheitslücken.

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Man muss ehrlich konstatieren, dass die meisten Unternehmen unserer aktuellen Befragung im Mittelstand nicht genau wissen, wie sie am besten Nutzen aus Big Data ziehen sollen. Wir sehen, dass zum Beispiel nur 67 Prozent systematisch Daten zur finanziellen Lage und Entwicklung ihres eigenen Hauses sammeln. Nachdenklich stimmt auch, dass es offensichtlich unterschiedliche Geschwindigkeiten bei Big Data im deutschen Mittelstand gibt. Während die einen bereits über den Einsatz von künstlicher Intelligenz nachdenken, sammeln die anderen nur einen Teil der internen Daten im Unternehmen. Für mich ist die zentrale Frage, wie letztere es schaffen, ihre „Big Data-Readiness“ in den nächsten fünf Jahren so zu verbessern, dass sie den Anschluss in ihren Märkten nicht verpassen. Und wie können wir als Bank dabei helfen?

Zurzeit liegt der Fokus bei den meisten Banken noch darauf Finanzdaten zu sammeln. Das wird aber in Zukunft nicht mehr reichen. Wir arbeiten – quasi in kleinen Labors mit unseren Kunden – an Lösungen, wie wir sie bei der Nutzung ihrer eigenen Daten unterstützen können. Und über Angebote wie unsere Open Space in Berlin bringen wir junge Start-ups mit disruptiven Geschäftsideen und etablierte Mittelständler zusammen, die voneinander lernen. Die einen können Big Data, die anderen erfolgreich Unternehmen führen.

Das Tempo mit dem die Digitalisierung und ganz besonders Big Data die Bankenbranche verändert, ist hoch. Interessant ist dabei für uns auch der Gedanke, was wir Banken etwa zum Thema Datensicherheit beitragen können. Wir schulen jetzt schon regelmäßig unser eigenen Mitarbeiter und die unserer Kunden, um das Bewusstsein für Cyber-Sicherheit so hoch wie möglich zu halten. Aber wir müssen auch weiter denken: Können Bankkunden in Zukunft ihre Bank auch als eine Art Data Deposit nutzen? Schließlich haben Banken die höchsten Sicherheitsstandards.

Auch das Risikomanagement der Banken verändert sich. Die Chancen, die sich hinter den Schlagwörtern Big Data, Advanced Analytics, Artifical Intelligence verbergen, werden völlig neue Optionen zur Risikoerkennung und –steuerung eröffnen. Wir arbeiten zum Nutzen unserer Kunden daran. Beim Thema Digitalisierung wollen wir als Commerzbank im internationalen Bankenwettbewerb Fast Follower und in Deutschland Marktführer sein.

Uns ist sehr wichtig über die aktuellen Themen rund um die digitale Transformation mit dem Mittelstand im Gespräch zu bleiben. Wir haben in vielen engagierten Diskussionen vor vollen Rängen in unseren Veranstaltungen erlebt, dass die Themen echte Druckpunkte bei den Unternehmen ansprechen. Das wird auch bei Big Data so sein. Wir freuen uns auf die Gespräche.

Ihr Michael Reuther

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Big Data, Smart Data, Künstliche Intelligenz – die Begriffe sind in aller Munde, man liest sie allerorten. Aber wie sehr sind die Strategien zur Analyse und Nutzung von großen Datenmengen eigentlich schon in den Unternehmen angekommen? Dazu drei Gedanken.

Erstens: Stellen wir uns auf einen permanenten technologischen Wandel ein. Dass die intensivere Datennutzung zum Branchenumbruch führt, habe ich in meiner eigenen Branche, dem Großhandel, intensiv miterlebt. Das bedeutet viele neue Chancen und Herausforderung zugleich. Zunehmend wird die Veränderung der Märkte, die mit den neuen digitalen Technologien einhergeht – und ganz besonders durch Big Data – existenziell. Wir werden mit der digitalen Transformation keinen Status Quo erreichen, in dem wir uns gemütlich einrichten können. Sie wird uns dafür im Gegenzug neue Wachstumsmöglichkeiten bescheren.

Zweitens: Kümmern wir uns um Know-how und Nachwuchs für die Unternehmen. Big Data erzeugt Handlungsdruck. Was mache ich als Unternehmer, wenn ich diesen Druck spüre? Ich suche Experten und Spezialisten. Die gibt es aber kaum oder zumindest nicht in ausreichender Zahl. Die Wenigen, die geeignet sind, gehen in die Metropolen, gründen selbst oder lassen sich von Konzernen locken. Die mittelständischen Unternehmen behelfen sich zunächst mit externen Experten und Beratern. Wir brauchen aber eigene Mitarbeiter, die fit für Big Data sind, Experten für Algorithmen, Analytiker, kurz: digitale Fachkräfte. Die müssen wir aus- und weiterbilden. Da ist nicht nur alleine die Politik gefordert, sondern auch die Unternehmen selbst. Wichtig ist, dass sie eine Kultur schaffen, in der diese neuen Fach- und Führungskräfte ankommen und bleiben können.


Drittens: Erzählen wir Erfolgsgeschichten. Nichts wirkt motivierender und unmittelbarer als eine gute Geschichte. Wir brauchen Vorbilder für Big Data, über die öffentlich geredet wird. Wie die von der Großbäckerei, die erhoben hat, wann welche Kunden mit welchen Wünschen und bei welchem Wetter oder lokalen Ereignissen in den Bäckerladen kommen. Die Bäckerei kann nun Sortiment, Verfügbarkeit und Personal flexibel anhand der Echtzeitdaten einsetzen. Das Ergebnis: Lebensmittelausschuss verkleinert, Kunden zufriedener, Gewinn gesteigert. Ein weiteres begeisterndes Beispiel kommt aus der deutschen „Old Economy“, dem Stahlhandel. Das Traditionsunternehmen Klöckner hat – inspiriert und unterstützt von einem Start-up – eine Plattform aufgebaut, die einen Nutzwert weit über das eigene Produkt hinaus bietet und auch der Konkurrenz offen steht.

Lassen Sie uns über Big Data reden – von Erfolgen und auch von Misserfolgen. Dann wird es für viele Unternehmen leichter sein, einen eigenen Plan für „Smart Data“ zu entwickeln.

Ihr Dr. Holger Bingmann
– Schirmherr der Studie –


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Michael reuther 0626 rgb
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"Die Frage, die wir uns als Bank stellen müssen, ist: Was können wir aus Big Data machen? Überhaupt wird es für unsere eigene Branche spannend werden. Künftig wird es darum gehen, wie wir unsere Kunden bei der Nutzung ihrer eigenen Daten unterstützen können. Welche neuen Geschäftsmodelle können wir entwickeln? Wir sind mittendrin in diesem Prozess. Wichtig ist es, dabei für Transparenz zu sorgen und im Dialog mit den Kunden zu bleiben. Wir geben Wissen und Erkenntnisse, die wir selbst auf dem Weg zum Technologiekonzern gewonnen haben, auch an unsere Kunden weiter. Die Reise, auf die wir uns als Commerzbank begeben haben, ist noch lange nicht zu Ende. Sie hat gerade erst angefangen.“

Michael Reuther

Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG

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2018 03 27 foto bettina meyer
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"Leider haben viele Unternehmen heute noch keine Vorstellung davon, welche weitreichenden Folgen der technische Fortschritt von heute für die Welt von morgen mit sich bringt. Natürlich ist uns bewusst, dass wir zunehmend in einer Welt der Daten leben, in der jede unserer Handlungen registriert, verarbeitet und gespeichert wird. Welches Potenzial in dieser gigantischen Datenmenge steckt, ist vielen Unternehmen bislang aber nicht bewusst. Bereits heute werden zum Beispiel die Einkaufsgewohnheiten von Verbrauchern bis ins Detail analysiert, um auf diese Weise das Warenangebot, den Ablauf des Einkaufsvorgangs und den dafür notwendigen Aufwand auf Verkäuferseite zu optimieren. Es wird daher für Unternehmenslenker immer wichtiger, in Zukunftsszenarien zu denken."

Bettina Meyer

Sprecherin des Vorstands der euromicron AG


2018 03 27 foto bettina meyer
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Bartels
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„In mittelständischen Familienunternehmen arbeiten häufig mehrere Generationen zusammen. Konflikte sind dabei nicht ungewöhnlich. Der Junior erkennt z.B. das Potenzial eines stärker auf Daten basierenden Geschäftsmodells und möchte einzelne Bereiche des Unternehmens frühzeitig digitalisieren, auch, um selbst Erfahrungen zu sammeln. Der Senior hat das Unternehmen aufgebaut und mit dem analogen Geschäftsmodell erfolgreich gemacht. Der Handlungsbedarf ist für ihn nicht in gleicher Weise ersichtlich.“


Dr. Peter Bartels

Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand PricewaterhouseCoopers GmbH WPG

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Kabst
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„Hacker sind nicht per se schlecht. Man kann mit sogenannten Bug Bounties Hacker dafür belohnen, wenn sie Lücken im Sicherheitssystem identifizieren und dem Unternehmen melden. Viele Unternehmen im Mittelstand kennen das noch nicht. Es kann sich aber sehr lohnen, sich damit zu beschäftigen. Auch die Zeit und die Rechnerkapazität, die ein Hacker braucht, um eine Lücke zu finden, kann Aufschluss über die Qualität des Sicherheitssystems geben.“


Prof. Dr. Rüdiger Kabst

Lehrstuhlinhaber für International Business, Universität Paderborn

Vizepräsident für Technologietransfer und Marketing, Universität Paderborn

Leiter Technologietransfer- und Existenzgründungs-Center (TecUP), Universität Paderborn

Kabst
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Wittenstein manfred
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„Gut ist, dass die Unternehmen jetzt erkennen, was sich in den nächsten fünf Jahren mit Big Data ändern wird. Der Zug ist noch nicht abgefahren. Aber der Druck wird höher, wenn nicht gar existenziell. Auch Datensicherheit, das zeigt die Studie, hält der Mittelstand für machbar. Wenn die Unternehmen bereit sind, sich mit Cybersecurity auseinanderzusetzen, können sie ein höheres Sicherheitslevel erreichen. Die Botschaft: Jedes Unternehmen kann und muss etwas tun, um bei Big Data Schritt zu halten.“


Dr. Manfred Wittenstein

Aufsichtsratsvorsitzender, Wittenstein SE

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"Was mache ich als Unternehmer, wenn ich den Druck spüre, mich mit Big Data beschäftigen zu müssen? Ich schaue mich am Markt um nach Experten und Spezialisten, die ich einstellen kann. Die finde ich aber kaum. Auch wenn ich eigene Mitarbeiter weiterbilden will, gibt es zu wenige Angebote. Wir müssen die Unternehmen in die Lage versetzen, sich selbst zu helfen und nicht nach der Politik zu rufen. Heute bilden wir noch viel zu viele Menschen in Berufen aus, die morgen nicht mehr gefragt sind. Es braucht dringend neue Berufsbilder, Ausbildungswege und Studiengänge, in den die Spezialisten von heute und morgen ausgebildet werden können."

Dr. Holger Bingmann

Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V.

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G%c3%bcnther
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„Meine Erfahrung ist, dass sich viele Unternehmen natürlich Gedanken machen über Big Data. Aber wenn man in die Unternehmen hineinschaut, dann ist es oft nicht weit her mit der Digitalisierung. Mag sein, dass da so ein bisschen das Sankt-Florians-Prinzip vorherrscht. Noch ist der digitale Wandel nicht in allen Branchen durchgängig angekommen – schon gar nicht Big Data. Diese Haltung des Abwartens und Schauens ist aber fatal. Fünf Jahre gehen in einem Unternehmerleben sehr schnell vorbei.“

Rüdiger A. Günther

CEO und CFO der Francotyp-Postalia Holding AG

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Meffert
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„97 Prozent der Befragten finden, dass Big Data und Advanced Analytics nicht mehr zu ignorierende Themen sind. Positiv stimmt mich, dass immerhin für die Hälfte aller befragten Unternehmen Big Data bereits heute zentral ist. Allerdings: Nur 12 Prozent nutzen Daten wirklich, um ihr Geschäft zu verbessern oder neue Umsatzpotenziale zu erschließen. Dafür braucht es Spezialisten in den Unternehmen – hier hat Deutschland ein echtes Nachwuchsproblem. Nicht nur deshalb gilt: Die digitale Transformation – Big Data gehört dazu – muss ein Thema für die Geschäftsleitung sein."

Dr. Jürgen Meffert

Director, McKinsey & Company Inc.

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Marika lulay
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"Das Thema Krisen- und Notfallpläne ist ein wirklich wichtiges. Es muss bedenklich stimmen, wenn nur wenige Unternehmen so etwas in der der Schublade haben. Unternehmen sind aber gut beraten, eigene Krisennotfallpläne zu entwickeln, in denen vor allem Zuständigkeiten und Abläufe geregelt sind, um den Schaden im Fall der Fälle möglichst klein zu halten. Die Smart-Data-User haben das begriffen. Man muss immer damit rechnen, dass mal eine Sicherheitslinie nicht hält, egal wer sie gebaut hat. Auch eine Bank sollte sich dafür interessieren, ob ihre Kunden so etwa haben, und Unterstützung beim Erstellen eines solchen Planes anbieten."    
            
Marika Lulay

CEO GFT Technologies

Marika lulay
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Zum zweiten Mal haben die Unternehmer-perspektiven Nachwuchstalente dazu aufgerufen, einen Entwurf für das Key Visual zur neuen Studie einzureichen. Mit Erfolg: Die Initiative hat zahlreiche gelungene Motive erreicht!

Der Nachwuchs traut sich was: Die Illustratoren interpretierten kreativ und bildgewaltig den „Rohstoff des 21. Jahrhundert“, das neue, digitale Datengold – kurz: Big Data. Die besten Entwürfe haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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V5
Dem digitalen Datengold und seinen Facetten gibt Lisa Pohl, Jahrgang 1993, ein Gesicht: Die im Taunus aufgewachsene Künstlerin illustriert die 18. Studie. Bereits mit fünf Jahren interessierte sie sich für Malerei. In einem Atelier bekam sie Zeichenunterricht und gab später selbstständig Kurse. Bis 2016 studierte sie in Hildesheim Gestaltung mit dem Schwerpunkt Grafikdesign, heute ist sie als Grafikerin bei einem Anbieter für den Bedruck von Textilien tätig.
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Was ist für dich persönlich Big Data?

Big Data ist für mich überall um uns herum, schließlich erzeugt man Daten mit allem, was man tut. Ich denke, Big Data wird in Zukunft immer wichtiger werden und es wird noch viele Entwicklungen geben, die den Alltag von vielen Menschen vereinfachen werden. Trotz allem sollte man natürlich darauf achten, welche Informationen man über sich preisgeben will.

Wo hast du dir deine Inspiration für die Motive gesucht?

Die Idee ist immer der Knackpunkt einer Illustration. Ich habe ein einfaches Motiv gesucht, das das jeweilige Thema einfach und einprägsam symbolisiert. Dafür habe ich mir Mindmaps gemacht. Meist waren die ersten Bilder, die mir eingefallen sind, auch die besten. Haben Freunde und Familie die Bildsprache auf Anhieb verstanden, habe ich mit dieser Idee weitergearbeitet.

Was möchtest du mit deinen Motiven ausdrücken?

Ich möchte Big Data dem Betrachter auf einfachem Weg näher bringen. Es benötigt keine komplizierte Bildsprache, um verständlich zu sein. Gleichzeitig will ich zeigen, dass Daten überall sind. Daher bestehen meine gesamten Grafiken aus Daten, symbolisiert durch die Einsen und Nullen im Hintergrund. Viele dieser Daten können weiter genutzt werden und sind deswegen als "Datengold" von großem Wert. In meiner Grafik findet sich Datengold noch ungenutzt in Goldadern sowie zum Beispiel bei dem Key Visual abgebaut in den Lorenwagen. Übrigens, für Freunde des Binärcodes: Ich habe im Hintergrund das Wort “Datengold” im Binärsystem geschrieben.  

Eine tolle Idee! 

War es harte Arbeit, die Motive für die Unternehmerperspektiven zu entwerfen?

Brainstormen und Zeichnen gefällt mir sehr. Sobald eine Idee da ist, macht es wirklich viel Spaß, sie auszuarbeiten und Gestalt annehmen zu lassen. Arbeit ist allerdings das "Drumherum". Das Abspeichern der Formate, das Organisieren der Dateien. Aber das gehört eben dazu.  

V5
Dem digitalen Datengold und seinen Facetten gibt Lisa Pohl, Jahrgang 1993, ein Gesicht: Die im Taunus aufgewachsene Künstlerin illustriert die 18. Studie. Bereits mit fünf Jahren interessierte sie sich für Malerei. In einem Atelier bekam sie Zeichenunterricht und gab später selbstständig Kurse. Bis 2016 studierte sie in Hildesheim Gestaltung mit dem Schwerpunkt Grafikdesign, heute ist sie als Grafikerin bei einem Anbieter für den Bedruck von Textilien tätig.
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Big Data – neues Öl, Datengold, Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Es gibt viele Spitznamen für Big Data, die zeigen: Es ist ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Darüber sind sich auch 97 Prozent der Befragten der neuen Mittelstandsstudie einig. Dass dieser neue Rohstoff gleichzeitig viele Fragen mit sich bringt, zeigt sich bei der Auftaktveranstaltung der Unternehmerperspektiven in Krefeld.

Dr. Hubertus Porschen, CEO der AppArena und Keynote-Speaker des Abends, zeichnet zunächst ein Bild der neuen, digitalen Welt: Disruptive Geschäftsideen drängen auf den Markt, darauf bedacht, den Bedürfnissen der Kunden zu entsprechen. Kunden seien mehrwertorientierter und erwarteten Angebote, die auf ihre persönliche Lebenssituation zugeschnitten sind. „Möglicherweise stehen sie diesen Entwicklungen etwas skeptisch gegenüber“, lenkt Porschen ein. Man müsse aber nur zurückdenken an Tante Emma: Sie kannte ihre Kunden persönlich, verstand deren Bedürfnisse. „Ihr einziges Problem? Sie kann nur lokal agieren. Tante Emma heißt deswegen heute Tante Amazon“, so Porschen. Als Produzent stehe man heute vor der Herausforderung der sharing economy. Die Schnittstelle zwischen Kunden und Produzenten werde nun über Plattformen hergestellt. Um dennoch kundenorientiert arbeiten zu können, sei es unvermeidlich, mit Daten zu arbeiten oder endlich damit anzufangen.

Bei all den Potenzialen herrscht in Deutschland aber auch eine große Unsicherheit in Bezug auf die Digitalisierung. Negativ konnotierte Botschaften in den Medien sowie mangelnde Konzepte aus der Politik tragen zu dieser Unsicherheit bei. Sie zeigt sich auch in der ersten Publikumsfrage des Abends: „Wo hört nutzerbezogener Content auf und wo fängt Manipulation an?“ Den Unterschied macht die Art und Weise, die erhobenen Daten einzusetzen, weiß Hubertus Porschen: „Wenn ich Daten generiere, dann geht es mir nicht darum, der Oma an der Haustür eine Versicherung zu verkaufen. Im Gegenteil: Ich möchte, dass der Nutzer im Idealfall zu mir kommt und mich um ein Angebot bittet.“ Die größte Herausforderung, die in Bezug auf Big Data gemeistert werden muss, ist daher seiner Meinung nach die Abkehr von der Tabuisierung des Datenthemas.

Die Talkrunde mit Dr. Andre Carls, Bereichsvorstand der Commerzbank West, widmet sich weiteren Hürden der Digitalisierung. Wie man den Einstieg schaffe, auch ohne eigene IT-Kenntnisse, fragte das Publikum. Für Dr. Andre Carls ist klar: „Man muss in Kooperationen und Netzwerken denken, man kann nicht alles selbst machen.“ Input von außen sei ebenso wichtig, wie Dinge selbst auszuprobieren, so Carls weiter. Die Nutzung und die Analyse von Daten lohnen sich auch für kleine Betriebe. Besonders Facebook und Social Media nennt Hubertus Porschen in diesem Zusammenhang „echte Goldgruben“ für das Datenmanagement.

Die Sorge, soziale Strukturen würden in Zukunft durch Algorithmen ersetzt werden, entkräftet Dr. Carls: „Big Data ersetzt nicht den Menschen. Entsprechende Modelle werden zwar unterstützend herangezogen, die finale Entscheidung liegt aber beim Mitarbeiter.“ Dass der persönliche Kontakt auch im Bankgeschäft noch sehr wichtig ist, merke die Commerzbank besonders im Privatkundengeschäft. Rund 70 Prozent der etwa 500.000 Neukunden pro Jahr kämen rein aus dem Filialgeschäft dazu.

Mit einem nicht ganz so ernsten Blick auf die Thematik schließt Kabarettist Alfons die Veranstaltung. Mit seinem Puschelmikrofon bewaffnet, hört er sich bei Passanten zum Thema Big Data um. Die Ergebnisse: Nicht jedem sind die Begrifflichkeiten bekannt, es muss auch auf Verbraucherseite noch viel Aufklärung geleistet werden.

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Wie geht man als Mittelständler mit Big Data um? Sind die Jungen wirklich besser in der Datennutzung? Und wie setzt man Daten smart ein? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Podium der zweiten Veranstaltung der Unternehmerperspektiven 2018 am vergangenen Donnerstag in Düsseldorf. IPad-Künstler Andreas Axmann verzaubert das Publikum zunächst mit seinen Illusionen zu Big Data. Den Übergang zur ernsthaften Auseinandersetzung mit Big Data schafft Jan Hofer durch einen Gang ins Publikum. Die IT würde ausgebaut werden und man wolle sich verstärkt an den Bedürfnissen der Kunden orientieren, so die Aussagen der Gäste. Im digitalen Wandel seien allerdings auch die Mitarbeiter nicht zu vernachlässigen, hakt Prof. Dr. Rüdiger Kabst, Lehrstuhlinhaber für International Business an der Universität Paderborn, ein. „Viele Menschen haben Angst, durch die zunehmende Digitalisierung nicht mehr gebraucht zu werden“, so Kabst. „Es ist äußerst wichtig, auf diese Bedenken einzugehen und die Mitarbeiter in den digitalen Wandel mitzunehmen.“

Um einen neuen Blick auf Big Data zu gewinnen, sei frischer Wind im Unternehmen nicht verkehrt, schlägt Prof. Dr. Kabst vor. „Die Jungen sind tatsächlich besser im Umgang mit Daten: Sie sind wagemutiger und haben das pubertäre Austesten von Grenzen noch nicht verlernt“, umschreibt Rüdiger Kabst die junge Generation. Dr. Hubertus Porschen, CEO der AppArena GmbH, sieht noch einen weiteren Grund, warum junge Menschen in der Digitalisierung die Nase vorne haben: „Sie verfügen über ein ganz anderes Verständnis der digitalen Welt und besitzen Wissen, das nicht über den traditionellen Bildungsweg vermittelt wird.“ Für seinen persönlichen Instagram Account beschäftigt er einen 17-jährigen Praktikanten. „Er muss mir manchmal mehrmals erklären wie genau das alles funktioniert und warum das funktioniert“, gesteht der Mittdreißiger Porschen lächelnd.

Wie man Daten smart einsetzt, weiß Hubertus Porschen selbst: „Durch intelligente Datenanalyse kann man viel gezielter auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Kunden reagieren. So lassen sich Angebote viel persönlicher gestalten und auf die jeweiligen Präferenzen zuschneiden.“ Martin Teichmann, Geschäftsführer der Kesselheld GmbH, nutzt in seinem Unternehmen die Daten ebenfalls in house. Die Postleitzahl sowie die gesuchten Keywords bestimmen, welche Seiten angezeigt werden, sodass nur für den Kunden relevante Ergebnisse erscheinen. Er versteht aber auch die Herausforderung, die Big Data besonders für kleine Unternehmen mit sich bringt: „Neue, digitale Geschäftsmodelle sind für kleine mittelständische Unternehmen kaum umsetzbar. Meist hilft nur der Zusammenschluss mit anderen, um entsprechende Angebote bieten zu können.“ Michael Werker, Geschäftsführer der Surplex, einem Auktionsportal für gebrauchte Maschinen und Produktionsmittel kann die Notwendigkeit, sich mit Big Data auseinanderzusetzen nur unterstreichen. Das Geschäftsmodell seines Unternehmens hat sich im Laufe der Jahre an die fortschreitende technologische Entwicklung und die veränderten Kundenbedürfnisse angepasst. Auch Datensicherheit ist immer wieder ein Thema: „Wir sind schon mehrfach gehackt worden. Aber das hat uns nur angespornt die Lücken zu schließen und wachsam zu bleiben.“

Jens Koschik, Niederlassungsleiter Mittelstand Düsseldorf, zieht nach der lebhaften und informativen Diskussion ein einfaches Fazit: „Um mit Daten zu arbeiten und diese effektiv nutzen zu können, braucht es Mut und Agilität. Wir müssen lernen, wie die Jungen zu denken. Ich fordere Sie daher auf: Seien Sie mutig, seien Sie pubertär!“

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In der Kulisse des Mannheimer Schlosses fand am Dienstag die dritte Veranstaltung der diesjährigen Unternehmerperspektiven statt. Franz-Josef Becker, Niederlassungsleiter Mittelstand Mannheim und Heidelberg, führt in das Thema des Abends ein: Big Data als große Chance für Unternehmen, zu wachsen und sich zu differenzieren. Obwohl viele Firmen diese Möglichkeiten erkennen, sieht Becker noch großen Informationsbedarf. „Der Begriff ‚digital‘ macht vielen noch Angst, sie fühlen sich eher bedroht als herausgefordert.“ Der Niederlassungsleiter weiß, was in der digitalen Geschäftswelt unverzichtbar ist: „Eine Vision, eine gehörige Portion Kreativität und ganz viel Mut.“

Mut braucht es vor allem, wenn man damit anfangen will, Big Data Technologien für das eigene Unternehmen zu nutzen. „Es gibt nicht die perfekte Big Data Strategie, die jeder einfach anwenden kann“, so Michael Kotzbauer, Bereichsvorstand der Mittelstandsbank Mitte/Ost. „Am besten ist eigentlich das Trial and Error-Prinzip.“ Man müsse sich nur trauen, anzufangen und gegebenenfalls auch mal zu scheitern. Wichtig sei nur, dass man aus seinen Fehlern auch lerne, erläutert Kotzbauer weiter.

Paolo Anania, CEO der Granpasso Digital Strategy, beschreibt in seiner Keynote-Speech vier Schritte, die den Einstieg zur Datennutzung erleichtern. Zuerst müsse man sich seiner Unternehmensidentität klar werden. Zweitens sei es wichtig, die Bedürfnisse seiner Kunden zu kennen. Der dritte Schritt bestünde schließlich darin, zu ermitteln, welche Daten zur Verfügung stehen und welche erhoben werden können. Zuletzt gehe es darum, alle gewonnenen Erkenntnisse zu kombinieren: „Man befindet sich nach diesen drei Schritten automatisch auf einem Weg, der es ermöglicht, tatsächlich mit Smart Data umzugehen. Denn dann hat man Daten ausgehend von der Unternehmensidentität ausgesiebt und kann ihnen, den Kundenbedürfnissen entsprechend, eine bestimmte Richtung gegeben.“

Dr. Markus Schill, Vorstand der VRmagic Holding AG und Hersteller medizinischer Simulatoren, kann von dieser Entwicklung aus eigener Erfahrung berichten: „Wir haben uns am Anfang überhaupt keine Gedanken über Daten gemacht, wir wollten nur ein einwandfreies, technisches Gerät entwickeln.“ Da jedoch die Kunden der VRmagic nach weiteren Informationen zur Handhabung und Einbindung der Simulatoren in die medizinische Ausbildung verlangten, sind nun alle Geräte weltweit miteinander vernetzt, um relevante Daten auszuwerten und diese für Vergleiche bereitzustellen.

Dass man nicht nur mit Mut, sondern auch mit Spaß das Thema Big Data angehen kann, beweist zum Abschluss des Abends der iPad-Künstler Andreas Axmann. Er demonstriert die Digitalisierung seines Alltags und entlässt das Publikum frohen Mutes im Konfettiregen an das Buffet.

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„Alle reden über Big Data, warum werden die Daten noch nicht besser genutzt?“ Mit dieser Frage eröffnete Moderator Jan Hofer die Unternehmerperspektiven-Veranstaltung in Hamburg. Die Antwort liegt für Ralf Priemer, Geschäftsführender Gesellschafter der Channel Pilot Solutions GmbH und Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Grand Elysée Hotel, auf der Hand: „Das Problem ist nicht die systematische Erfassung von Daten, sondern die Kombination der richtigen Daten. Dazu brauche ich ein Grundverständnis, was ich mithilfe der Datenanalyse überhaupt erreichen will.“

Anregungen, wie Big Data in der Praxis Nutzen schaffen kann, lieferte die Talkrunde deshalb gleich mit. Zum Beispiel im Lebensmitteleinzelhandel: „Einer unserer Kunden importiert Früchte aus der Äquatorregion. Die Nachfrage wird so getrackt, dass es immer genügend Früchte gibt, die den richtigen Reifegrad haben und so die Kundenbedürfnisse optimal bedient werden können“, berichtete Thomas Bothe, Leiter der Commerzbank-Niederlassung Hamburg.

Auch in der Immobilienbranche bringt Big Data schon heute Mehrwert, beispielsweise in der klimaintelligenten Steuerung von Gebäuden, wie sie Jan-Christoph Maiwaldt, CEO der Noventic GmbH entwickelt: „Wir erfassen beispielsweise den Wasserverbrauch in Privatwohnungen. Wenn ältere Menschen nicht mehr regelmäßig Wasser verbrauchen, wird automatisch ein Signal ausgelöst, das einen vorher bestimmten Angehörigen alarmiert.“

Sogar die Konfiguration von Lautsprechern nach dem Vorbild der Automobilindustrie lässt sich mit Big Data optimieren. Thomas Carstensen, Gründer der INKLANG Lautsprecher Manufaktur GmbH, nutzt Google Adwords, um seine Zielgruppe – männlich, 45+, Whiskey-Trinker – dort anzusprechen, wo sie unterwegs ist – häufig auf Dating-Portalen –, um den sogenannten „Blindverkauf“ über das Internet zu erhöhen. Sein Ziel: Den stationären Handel nach und nach zu reduzieren.

Und was macht das alles mit der Finanzbranche? „Das Denken in der Commerzbank hat sich in den letzten drei Jahren spürbar verändert“, berichtete Bereichsvorstand Uli Coenen. „Wir haben maßgeblich in drei Bereiche investiert: Wir wollen Daten zur Prozessoptimierung nutzen, wir beschäftigen uns mit der Frage, wie wir das Kundenerlebnis verbessern und drittens wie wir relevante Empfehlungen für unsere Kunden aussprechen können.“

Doch manchmal ist es auch einfach gut, wenn die Potenziale von Big Data nicht genutzt werden können. Während „Dynamic Pricing“ im Internet zur Normalität geworden ist, konnte es sich im stationären Handel nicht durchsetzen – sonst hätte die Cola an einem sommerlichen Tag wie diesem in Hamburg wohl ein kleines Vermögen gekostet.

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Big Data, Advanced Analytics und andere neue Technologien verändern die Geschäftswelt in einem sehr hohen Tempo. Dieses Tempo müsse man selbst auch aufnehmen, um nicht von Wettbewerbern überholt zu werden, kommentiert Dr. Lars Friedrich, Leiter des Bereichs Konzernstrategie der Commerzbank AG, die neuesten Entwicklungen. Doch bleibt bei diesem Wettlauf nicht der Mensch auf der Strecke? „Wir müssen uns die Frage stellen: Wollen wir diese Form der Digitalisierung überhaupt? Was passiert mit unserem Privatleben, mit der Wirtschaft und der Gesellschaft?“, wirft Professor Stefan Brunnhuber, Senator der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Psychologe, ein.

Gerhard Fettweis, Professor für Nachrichtentechnik an der TU Dresden, sieht in den durch die Digitalisierung angestoßenen Prozessen gleichermaßen Risiken und Chancen. „Natürlich werden Abteilungen geschlossen und durch Technologien ersetzt. Es entstehen aber gleichzeitig neue Bedarfe und Möglichkeiten, die auch neue Arbeitsplätze schaffen.“ In Bezug auf unseren privaten Umgang mit Daten plädiert Ulf Heinemann, Geschäftsführer der Robotron Datenbank-Software GmbH, für ein aufgeklärtes Verhalten: „Wir sind in der Lage, selbst zu entscheiden, inwiefern Unternehmen Daten von uns erhalten. Denken Sie nur mal darüber nach, welche Kundenkarte Sie wann, wo und wie oft verwenden!“.

Doch wie verantwortungsvoll werden Unternehmen mit den Daten umgehen, sollte die Verwendung von Daten nicht durch eine Ethik geregelt werden, so die Frage aus dem Publikum. Das Podium ist sich einig: Um bei all den technischen Möglichkeiten den Menschen hinter den Daten nicht zu vergessen, sei eine Ethik ein unverzichtbares Regelwerk. Das Thema Big Data müsse daher in Zukunft verstärkt nicht nur von technischer, sondern auch von ethischer und moralischer Seite aus betrachtet werden. Die Diskussion des Abends liefert erste Denkanstöße, die bisher wenig Aufmerksamkeit erhielten, aber durchaus weiterhin Beachtung finden sollten.  

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„Wenn wir uns Big Data, wie einen Restaurantbesuch vorstellen, so sind wir erst beim Amuse Gueule angekommen“, zitiert Jürgen Bester, Niederlassungsleiter des Mittelstands Bonn, zu Beginn des Abends. „Was wir heute mit Big Data tun, ist erst der Vorgeschmack – uns erwartet noch viel mehr!“. Die größten Hürden bei der Verarbeitung von Big Data lägen in der Führungskultur von Unternehmen, bestätigt Bester ein zentrales Studienergebnis: „Der Umgang mit Daten darf nicht nur in der Chefetage entschieden werden, jeder Mitarbeiter mit Ideen sollte sich einbringen können.“ Die anwesenden Unternehmer greifen diesen Gedanken in ihrer Diskussion auf: Interne Spezialisten seien der wichtigste Faktor, um Big Data im Unternehmen nutzbringend einzusetzen. Dabei sei es nicht wichtig, dass diese Spezialisten besonders große Fachkenntnisse besäßen, so ein Diskussionsteilnehmer. Wichtig sei deren Begeisterung und Kreativität in Bezug auf das Thema Big Data.

Paolo Anania, Mitgründer und CEO des Beratungsunternehmen Granpasso Digital Strategy, rückt in seiner Keynotespeech den Kunden in den Fokus. „Auch in Zeiten von Big Data kommt es auf Emotionen an: Um die Kunden über Sympathiewerte an das Unternehmen zu binden, müssen wir emotionale Beziehungen aufbauen.“ Das Publikum pflichtet dem bei. Der Nutzen intelligenter Datennutzung bestehe vor allem darin, Angebote und Produkte individualisieren zu können sowie Kunden stärker zu binden.

Die Gäste in Bonn wünschen sich bei der Beschäftigung mit Big Data Unterstützung der Commerzbank besonders durch die Aufbereitung von Branchentrends und -entwicklungen. Schließlich habe die Bank einen weiteren Blick über die Wirtschaftszweige und könne so Nischen entdecken und Veränderungen schneller wahrnehmen.

Das „Big Data-Menü“ bot auch im Anschluss an die Diskussionsrunde am reichhaltig gefüllten Buffet noch viel Gesprächsstoff.

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In Sachen Big Data haben die USA eine Vorreiterrolle. Und auch China holt auf, was künstliche Intelligenz angeht. Bleibt Deutschland da auf der Strecke? Welchen Herausforderungen müssen sich Unternehmen hierzulande stellen und wodurch wird die Entwicklung neuer Technologien verlangsamt?

„In Deutschland herrscht ganz klar Nachwuchsmangel“, konstatiert Christian Bär, Chief Digital Officer der Datev. „Der technologische Fortschritt geht mit einer solchen Geschwindigkeit voran, dass wir vor fünf Jahren noch nichts von den Fachrichtungen wussten, für die wir heute Experten brauchen.“ Dr. Holger Bingmann, Geschäftsführer der Melo Group, Präsident des BGA und Schirmherr der Studie, stimmt dieser Ansicht zu. „Wir müssen dringend die Ausbildungen junger Leute an den Universitäten unterstützen, damit wir keine Verlierer in der Digitalisierung werden“, so Bingmann. Den Umkehrschluss dieser Entwicklungen hebt Michael Reuther, Vorstand der Commerzbank, hervor: „Die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt gehen auch in die andere Richtung. In drei Jahren wird es manche Jobs einfach nicht mehr geben.“ Die Angst vor Arbeitslosigkeit sei allerdings unbegründet. „Wir brauchen diese Menschen an ganz anderen Stellen, hinter jeder erfolgreichen Technik steht ein Mensch“, so Reuther. Max Orgeldinger, Head of Counsulting bei Torben, Lucie und die gelbe Gefahr, rät zu Transparenz gegenüber den Mitarbeitern beim Einsatz von Big Data. „Viele Abläufe in den Unternehmen sind in digitaler Form effizienter und können durch intelligente Nutzung von Daten deutlich schneller abgewickelt werden“, weiß Orgeldinger. „Binden Sie ihre Mitarbeiter in diesen Prozess ein. Das vermeidet Unsicherheiten und bringt vielleicht auch neue Ideen.“

Zum Abschluss des Abends wirft Vince Ebert einen satirischen Blick auf das Thema Big Data. Sein Fazit zur Diskussion formuliert er aber ganz ohne Ironie oder Satire: „Viele Dinge, vielleicht sogar die wesentlichen, können Daten nicht erkennen. Das geht nur mit Menschlichkeit und Empathie.“

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„Wenn wir wüssten, an welchen Daten wir heute noch – salopp gesagt – vorbeilaufen, dann könnte Big Data ein echter Erfolg für den deutschen Mittelstand sein.“ So eröffnete BGA-Präsident Holger Bingmann die Diskussion über den Nutzen von Big Data im Frankfurter Kap Europa. An guten Beispielen mangelte es nicht. Bettina Meyer, CEO der Euromicron erzählte von Mausefallen mit Sensor, die es den Kammerjägern in großen Hallen erleichtere, die Plagegeister einzufangen. Niederlassungsleiter Marcel Bischof hatte bereits in der Studienvorstellung von einem Schiffsschraubenproduzent berichtet, der nach anfänglicher Skepsis verstanden hat, dass seine Produkte im Wasser wertvolle Informationen liefern können. Sie senden nun Daten an Häfen, Reedereien und Wetterstationen, um Liegezeiten zu verkürzen und den Energieverbrauch von großen Schiffen zu optimieren. Vorstand Michael Reuther berichtete von der intelligenten Just-in-time-Abschreibung einer Maschine, deren Nutzungsdaten direkt an die Bank gehen und ein „Pay-per-Use“ auch im Industriebereich ermöglichen.

Etwas eingetrübt wird die kreative Stimmung, in der von Melinda Crane sehr fundiert moderierten Runde, von der Diskussion um den enormen Mangel an digitalen Fachkräften. Gründer Paul Martin, der sein IT-Unternehmen Vertical, wie er selbst sagt, „brachial“ auf ein neues, agiles Geschäftsmodell umgestellt hat, ist der Meinung, man müsse wirklich groß denken, um die passenden Leute zu bekommen und zu halten. Aber auch vorhandenes Know-how sei wichtig. Man müsse das Wissen der Mitarbeitenden einsammeln, abspeichern und richtig konfiguriert wieder zur Verfügung stellen. Keine banale unternehmerische Aufgabe, meint Matthias Kohlhardt, Vorstand bei Profi Engineering Systems. Er plädiert dafür, ganz oben in den Unternehmen mit der Führung anzufangen. Wenn diese, ganz gleich ob mit oder ohne Krawatte, nicht wirklich hinter einer Veränderung der Unternehmenskultur stünde, könne das Potenzial von Big Data nicht wirklich genutzt werden. Diese Veränderung im Denken fordert auch Bingmann, der selbst initiativ geworden ist, um dem digitalen Fachkräftemangel etwas entgegenzusetzen: Er gründete eine eigene Hochschule.

Zum Ende der informativen Talkrunde geht der Blick aufs Weltgeschehen. Ob ausländische Unternehmen mit ihren bestens ausgebildeten Fachkräften deutschen Unternehmen nicht den Rang abliefen, so die Frage eines Gastes aus dem Publikum. Nein, antwortete Michael Reuther, die Globalisierung sei ein Ansporn und wichtig. Schließlich käme das Know-how auch auf diesem Wege nach Deutschland. Wie wichtig eine globalisierte Weltwirtschaft sei, könne man gerade jetzt beobachten, wo dem internationalen Handel ein Krieg drohe, den noch vor wenigen Monaten niemand für möglich gehalten habe.

Versöhnlich und verzaubert klingt der offizielle Teil des Abends mit Andreas Axmann aus. Der Digitalmagier zaubert so manchen analogen Gegenstand aus seinem Tablet und den Gästen ein Lächeln ins Gesicht. Sein Credo: Wir sollten das Staunen nicht verlernen, das sei das beste Rezept für eine gute Innovationskultur mit Big Data.

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Am Vorabend des WM-Starts 2018 geht es bei den Unternehmerperspektiven in München – ganz klar – nicht ohne Fußball. Herbert Maier findet eine schöne Metapher, um den Unterschied zwischen Big Data und Smart Data zu erklären. Heute, so der Marktregionsleiter der Commerzbank, würden in einem Fußballspiel Millionen von Daten gesammelt und zum Teil schon in Echtzeit ausgewertet und den Trainern zur Verfügung gestellt. Wie spielentscheidend so etwas sein kann, hat 2004 der Zettel von Torwarttrainer Köpke an seinen Keeper Jens Lehmann im Spiel gegen Argentinien gezeigt. Das sei Smart Data, aus den vielen Daten, die relevanten und entscheidenden herauszufiltern und zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2018 sei das deutlich einfacher geworden. Es gebe wahrscheinlich immer noch diesen Zettel, auf dem würde vor einem Elfmeterschießen aber wahrscheinlich stehen: „Rodriguez 80% rechts unten“. Mehr zu Big Data im Fußball hier zum Nachlesen: Soccer Analytics

Den Zettel mit den entscheidenden Hinweisen würde kein Trainer der Welt offen irgendwo liegen lassen oder gar in die Kameras halten. Der Umgang mit Daten und Datenschutz ist auf dem Podium in der Münchner BMW Welt an diesem Abend ein zentrales Thema – auch wenn der von Cybercrime verursachte Schaden in der bayerischen Wirtschaft nur halb so groß ist wie im Bundesdurchschnitt. Daten seien ein genauso schützenswertes Gut wie Geld, bringt Dirk Schlesinger, CIO des TÜV Süd, das Thema auf den Punkt. Allerdings müsse man genau erkennen, welche Daten besonders kritisch und schützenswert sind, aber auch welche Daten nicht. Wer alles über einen Kamm schere, riskiere langsam zu werden in der Nutzung der Daten. Datensicherheit ist ein wichtiges Thema, ist man sich auf den Podium einig. Man müsse sich hier vor allem über europäische oder internationale Lösungen unterhalten. Nur so könne Einheitlichkeit und damit Handlungssicherheit geschaffen werden. Nationale Alleingänge seien zum Beispiel auch bei der Umsetzung der DSGVO keine Lösung, so Ralph Meyer, Geschäftsführer von Spendit.

Doch: „Der Zug ‚Big Data‘ wird weiterfahren, auch wenn wir mit Risiken und Rückschlägen fertig werden müssen.“ Analysiert Michael F. Starck, Managing Director, die Situation im Mittelstand. Edith Weymayr, Vorständin für den Bereich Süd, ergänzt aus Banksicht, man müsse mit den Kunden zusammen neue Lösungen mit Big Data entwickeln. Mehr Kollaboration, mehr Joint Ventures, mehr Zuhören fordert auch BGA-Präsident Dr. Holger Bingmann. Das fange ganz oben in der Unternehmensführung an, kann der Unternehmer aus eigener Erfahrung berichten. Eine Strategie haben, wissen, was man mit den Daten anfangen wolle und den Kunden fragen, was er brauche – das sind die Empfehlungen des Podiums in München für einen sinnvollen und gewinnbringenden Anfang mit Big Data und Smart Data.

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Die erste Veranstaltung der Unternehmerperspektiven nach der Sommerpause verband Big Data, den Rohstoff des 21. Jahrhunderts, mit dem industriellen Charme der frühen zwanziger Jahre: In den Räumlichkeiten der Alten Fleiwa in Oldenburg, einer ehemaligen Fleischwarenfabrik, wurde zwischen alten, industriellen Fertigungsmaschinen über neue digitale Lösungen diskutiert.  

Wie ein Unternehmen vom intelligenten Einsatz des Datengoldes profitieren kann, skizzierte Carsten Ebell, Niederlassungsleiter in Oldenburg, gleich zu Veranstaltungsbeginn am Beispiel einer Bäckerei. „Durch die Analyse und den Vergleich von Wetterdaten und Verkaufszahlen weiß die Bäckerei genau, bei welcher Witterung welche Produkte gefragt sind. Sie kann so ihr Angebot anpassen und effizienter produzieren“, erklärte Ebell. Dr. Stefan Otto, Bereichsvorstand der Mittelstandsbank Nord, verwies in diesem Zusammenhang auf den neuen digitalen Campus der Commerzbank: 600 Mitarbeiter arbeiten daran, neue digitale Serviceleistungen für die Commerzbankkunden zu entwickeln. „Bis 2020 wollen wir 80 Prozent der internen Prozesse digitalisiert haben“, betonte Otto.  

Dass man bei dem Einsatz von Daten allerdings nicht immer alles nutzen sollte, was möglich ist, betonte Paolo Anania, Mitgründer und CEO der Granpasso Digital Strategy GmbH, in seiner Keynote Speech. „Bloßes Datensammeln macht keinen Sinn. Zunächst sollte man sich überlegen, welches Ziel man genau erreichen will“, rät Anania. „Kurz gesagt: learn to run before you fly.“  

Im Rahmen der anschließenden Fragerunde tauschte sich das Publikum unter der fachkundigen Anleitung von Fernsehmoderatorin Claudia Kleinert intensiv über den Nutzen von Big Data aus. Das Ergebnis: Vor allem die Verbesserung der Kundenbindung ist für viele einer der Hauptvorteile von Big Data. Von ihrer Bank erwarteten die Teilnehmer indes besonders Unterstützung durch die Bereitstellung von Instrumenten zur automatischen Betrugserkennung sowie die Aufbereitung von Branchentrends und -entwicklungen. 

Im Anschluss an die Veranstaltung bot ein Buffet in der ehemaligen Fertigungshalle der Fleischwarenfabrik einen zwanglosen Rahmen, um weiter über die technischen Fortschritte der Digitalisierung zu diskutieren oder aber über den Zweck der alten Fertigungsmaschinen zu fachsimpeln.

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Wohin geht die Reise mit Big Data? Auf welche Trends von morgen sollten Unternehmer schon heute setzen – und welcher angebliche Hype ist bald schon wieder Schnee von gestern? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt der Unternehmerperspektiven-Veranstaltung in der Domstadt Köln. Austragungsort dieses Mal: Das historische Wallraf-Richarts-Museum.  

Im vierten Versuch klappte es: „Jetzt kommen wir aber wirklich zur letzten Frage für den heutigen Abend“, kündigte Claudia Kleinert mit einem Augenzwinkern an. Schon dreimal zuvor hatte die Moderatorin des Abends das Ende der Veranstaltung einläuten wollen – gar nicht so einfach bei einem nicht enden wollenden Fragezustrom. Denn das Interesse nach Informationen rund um den Bereich Big Data war groß an diesem Abend.  

Per Tablet konnten die Gäste dem Unternehmer und Chatbot-Experten, Laurent Burdin, und Michael Mandel, Mitglied des Vorstands und zuständig für Privat- und Unternehmerkunden, nach Herzenslust Fragen stellen. Besprochen wurde unter anderem, wie Mitarbeiter bei dem Umgang mit Big Data am besten einzubinden sind, die Einsatzmöglichkeiten von Voice Tools sowie das Sammeln von Daten in Zeiten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).  

Burdin und Mandel hatten ihr Know-how beim Umgang mit Big Data zuvor bereits unter Beweis gestellt. In seiner Keynote-Rede nahm Burdin das Publikum mit auf eine Reise rund um digitale Technik von morgen. Die Aufforderung seines mit Informationen zu Sprachassistenten, Autonomem Fahren und Künstliche Intelligenz gespickten Vortrags: „Positioniert Euch früh genug, wenn Ihr auch gefunden werden wollt.“  

Michael Mandel betonte derweil, dass die aktuelle Entwicklung im Umgang mit dem Datengold noch nicht abgeschlossen sei. „Wir haben die Lernphase beendet. Nun müssen wir User Cases zur Orientierung schaffen“, appellierte er. Die Commerzbank hat sich hierzu mit dem Geschäftsbereich Big Data & Advanced Analytics (BDAA) bereits passend aufgestellt. Dessen Aufgabe: Entwicklung neuer digitaler Kundenangebote.  

Der Abschluss der Fragerunde bedeutete jedoch noch keinesfalls das Ende des Abends. Im Rahmen eines geselligen Ausklangs fachsimpelten die Besucher in der Museumsaula noch lange miteinander. Mit der Auswahl des Veranstaltungsorts hatte Gastgeber und Niederlassungsleiter Köln, Dirk Schamberger, eine potenzielle Frage rund um Big Data-Nutzung bereits zuvor beantwortet: Tradition und Moderne, das funktioniert; oder aber „Alte Kunst trifft neue Ideen“, wie der Niederlassungsleiter es treffend formulierte.

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„Unternehmer kommt von unternehmen und nicht von unterlassen“. Damit brachte es Commerzbank-Vorstand Michael Reuther, zuständig für das Segment Firmenkunden, in der Diskussion auf den Punkt.  In deren Mittelpunkt: Die Frage, wie stark man auf Big Data im Beruf setzen sollte. Die Beteiligten neben Michael Reuther: Die Unternehmer Achim Dries und Paul Vahle sowie Dr. Ralf Geruschkat von der Industrie und Handelskammer. Viel Fachkompetenz auf dem Podium also – und viel Gesprächspotenzial.  

Ganz so leicht ließ sich die Frage zu Big Data nämlich nicht beantworten. Das verdeutlichte die Interaktion mit dem Publikum. Auf der Habenseite hier: So gut wie jede Branche will Big Data. Beispiele für Pionierarbeit bei der systematischen Datenauswertung gibt es zu Hauf – und nicht nur im Silicon Valley. Zuweilen lohnt ein Besuch auf dem Land, wie Dr. André Carls, Bereichsvorstand Mittelstandsbank West, zu berichten wusste. Dort nutzt ein Hersteller von Mähdreschern unter anderem Wetterdaten für die Ermittlung des tagesaktuellen, optimalen Fahrwegs.  

Und dennoch: Big Data stellt den Mittelstand mitunter vor Herausforderungen. Denn die systematische Datenerfassung setzt neben technischem Know-how auch Ausdauer voraus – da war sich die Runde einig. Gerade bei der Suche nach dem passenden Geschäftsmodell sei Durchhaltevermögen wichtig. Der Rat von Achim Dries, Geschäftsführer, Paul Vahle GmbH + Co. KG, hier: Probieren, probieren, probieren – auch wenn das mitunter hohe Anfangsinvestitionen bedeutet. „Sie müssen auch bereit sein, im schlimmsten Fall Geld zu verbrennen und Erfahrungen zu sammeln“, so der Unternehmer.  

Aber trotz dieser Aufforderung von Achim Dries gilt auch im Zeitalter von Big Data: Geld ist nicht die Welt. Das betonte Dr. Ralf Geruschkat, Hauptgeschäftsführer, Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen. Seine Meinung zu dem Thema: Ohne die entsprechende Unternehmenskultur geht bei Big Data nichts. „Allein von der Spitze aus zu delegieren, hilft nicht. Die Mitarbeiter müssen bei dem Wandel ins Boot geholt werden“, forderte der Hauptgeschäftsführer und erntete damit im Publikum zustimmendes Nicken.

Einigkeit bestand bei der Frage, ob Künstliche Intelligenz (KI) den Menschen ablösen wird. Trotz des rapiden Wachstums dieser Technologie stehen die Chancen laut Guido Weiland, Leiter Innovation Center der Materna AG Information & Communications, für unsere Spezies nach wie vor sehr gut. „Ich möchte nicht absolut werden, aber mit seinem kreativen Handeln ist der Mensch dem Thema KI nach wie vor voraus.“ Ein schönes Schlusswort, mit dem die Gäste beruhigt den Abend ausklingen lassen konnten.

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„Wer sind wir und warum gibt es uns?“ Was zunächst philosophisch anmutet, ist für Paolo Anania, Mitgründer und CEO der Granpasso Digital Strategy GmbH, die wohl wichtigste Frage, die es vor dem Einsatz von Big Data zu klären gilt. „Nur wer seinen Purpose kennt, weiß seine gesammelten Daten so einzusetzen, dass die gewünschten Ziele erreicht werden und das Unternehmen authentisch wirkt“, so Anania auf den Unternehmerperspektiven in Emsdetten.

Die in der Stroetmanns Fabrik anwesenden Unternehmer sind sich bei der Zielsetzung für eine Datenstrategie einig: Im Vordergrund steht zunächst die Individualisierung von Angeboten und Produkten. Man möchte zum „Kundenversteher“ werden und auf individuelle Bedürfnisse eingehen können. Um dies zu erreichen, sei es besonders wichtig den Kunden zuzuhören, betont Anania. „Relevante Angebote und Inhalte binden die Kunden auch emotional an ein Unternehmen. Emotionalität entsteht also nicht durch die Tränendrüse, sondern durch das Gefühl, verstanden zu werden“, so Anania weiter.

Wie man sein Angebot an Kundenbedürfnisse anpassen kann, zeigt die Commerzbank mit ihrem neuen Pay-per-Use-Kredit. Dabei entscheidet der Nutzungsgrad von Maschinen über die Höhe des Investitionskredites: Bei niedriger Auslastung sinkt die Tilgungsbelastung, steigt die Produktion und damit die Umsätze, steigt auch der Kredit. „Bei diesem Beispiel machen wir uns das Internet of Things, also die digitale Vernetzung von Maschinen zu nutzen“, weiß Dr. Andre Carls, Bereichsvorstand Mittelstandsbank West. „Auf unserem digitalen Campus in Frankfurt und im Konzernbereich Big Data and Advanced Analytics (BDAA) arbeiten wir außerdem kontinuierlich an der Entwicklung neuer Angebote im Bereich Big Data“, ergänzt Beate Simon, Niederlassungsleiterin Mittelstand Münster.

Weitere Unterstützung durch die Bank wünschen sich die Unternehmer bei der Analyse der Märkte. Die zeitnahe Aufbereitung aktueller Branchentrends und –entwicklungen stehen hier im Fokus. Ziel ist es, den Kunden so schneller handlungsfähig zu machen.

Zum Abschluss des Abends präsentierte Kabarettist Alfons die öffentliche Meinung zu Big Data. Bewaffnet mit seinem Puschelmikrofon, einem Klemmbrett und einem Augenzwinkern wählte er den humoristischen Zugang zum Thema Big Data.

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Deutschland hat Nachholbedarf, zumindest in Sachen Bildung. So die Meinung von Dr. Rainer Hillebrand, stellvertretender Vorsitzender der Otto Group und Konzern-Vorstand Konzernstrategie, E-Commerce und Business Intelligence. „In China und in den USA wird seit Jahren mit Tablets gearbeitet. In Deutschland hinken wir hier immer noch hinterher“, bemängelt Hillebrand auf den Unternehmerperspektiven im Bremer BLG Forum. Eine Herausforderung, die insbesondere für den Umgang mit den Themen Digitalisierung und Big Data gelöst werden müsse.  

Neben der richtigen Bildung ist aber auch die Einstellung wichtig, wenn es um den Umgang mit Big Data geht. Da ist sich Paolo Anania, CEO der Granpasso Digital Strategy, sicher. Sein Kredo: Man muss zuerst wissen, was man eigentlich mit den Daten machen möchte und welche Kundenbedürfnisse angesprochen werden sollen, bevor man diese sammelt. Selbstreflektion und die Suche nach dem Mehrwert sind hier die Stichworte. Aber auch die emotionale Komponente dürfe dabei nicht zu kurz kommen. Wer ein Beispiel dafür sucht, wie so etwas geht, sollte sich einmal einen Kaffee bei Starbucks gönnen. Der Kunde wird dort namentlich angesprochen, wenn sein Heißgetränk fertig ist. „Und schon ist man durch die persönliche Ansprache Teil des Ganzen“, erklärt Anania.  

Wie wichtig es ist, die Kundenbedürfnisse anzusprechen, weiß auch Dr. Stefan Otto, Bereichsvorstand Mittelstandsbank Nord. Wie das geht, zeigt die Commerzbank mit ihrem Pay-per-Use-Kredit. Dafür nutzt die Bank die digitale Nutzung von Maschinen. Ein Beispiel hierfür ist die Abbezahlung des Kredits einer Produktionsmaschine. Statt der Überweisung eines festen monatlichen Betrags orientiert sich dieser an der Ausnutzung der Maschine. Ist die Nachfrage groß und die Produktion steigt, erhöht sich auch der Tilgungsbetrag. In ruhigeren Zeiten, bei denen die Auslastung geringer ist, sinkt der Betrag, um den Käufer zu entlasten.  

Pay-per-Use-Kredite sind aber nur der Anfang. Mit ihrem neu gegründeten Konzernbereich Big Data and Advanced Analytics (BDAA) arbeitet die Commerzbank kontinuierlich an weiteren Neuerungen, um Big Data für den Kunden nutzbar zu machen. „Wir sind die Bank an Ihrer Seite – und dieser Fokus begleitet uns bei allem, was wir tun“, bekräftigt Stefan Otto.

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Warum hinken wir in Deutschland in Sachen Big Data hinterher? Wo liegen die Hürden und Herausforderungen – und wie schaffen wir es, den Rückstand zu Vorreiternationen aufzuholen?  

Im Rahmen der Studie gaben lediglich drei Prozent der befragten Unternehmer an, Big Data sei für sie kein relevantes Thema. Dr. Holger Bingmann, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e.V., hebt hervor, dass dennoch in vielen Unternehmen der sinnvolle Einsatz der verfügbaren Daten nicht zum Alltag gehöre. „Vielen fehlt die Expertise im Datenmanagement“, betont Bingmann. Dabei müsse man nicht zwingend auf externe Fachkräfte zurückgreifen: „Gezielte Fortbildungen der eigenen Mitarbeiter sind unerlässlich, um Big Data erfolgreich im eigenen Unternehmen zu integrieren“, so Bingmann weiter. Paolo Anania, CEO der Granpasso Digital Strategy, vermisst bei deutschen Unternehmen außerdem den Innovationsgedanken. „Schaut man bei amerikanischen Smartphones auf den Homescreen, findet man zu 100 Prozent amerikanische Apps. Auf deutschen Homescreens findet man ebenfalls amerikanische Apps – und zwar zu 80 Prozent“, zeigt Anania exemplarisch auf.  

Ein weiteres Hindernis sehen die Diskutanten in der mangelhaften deutschen Infrastruktur. Michael Reuther, Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG, plädiert dafür, den Haushaltsüberschuss der Bundesrepublik gezielt in die Infrastruktur und in die Bildung zu investieren. Ruth Weißmann, Vorständin der aktivoptik Service AG, bemängelt ebenfalls die fehlende Infrastruktur in Deutschland. „Es kann nicht sein, dass in einem Land wie Deutschland, die Filialeröffnung eines Unternehmens an fehlendem Internetanschluss scheitert.“ Rechtliche Rahmenbedingungen, im Besonderen die neue europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), empfinden die Teilnehmer nicht als Hindernis sondern als Chance: „Das Arbeiten mit Kundendaten verlangt ein hohes Maß an Vertrauen und Verantwortung. Die DSGVO hilft uns, den genauen Umgang mit den Daten mit den Kunden abzustimmen und die anschließende Datenauswertung zu legitimieren“, so Peter Radermacher, Niederlassungsleiter Mittelstand Wiesbaden. Sein Kollege Jürgen Schmieding, Niederlassungsleiter Mittelstand Mainz, ergänzt außerdem, dass speziell Cybercrime ernst zu nehmen sei. „Die Commerzbank besitzt einen hohen Sicherheitsstandard, um ihre Kunden und sich selbst schützen zu können. Neben der Beraterseite sind wir als Bank also auch auf der Technikseite gefragt.“  

Das Fazit des Abends: Deutschland hinkt in Sachen Big Data im internationalen Vergleich zwar hinterher, durch die richtige Aus- und Weiterbildung von Fachkräften sowie den Mut zur Innovation kann dieser Rückstand aber aufgeholt werden.

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"Big Data is not about data.” Mit diesem provokanten Statement eröffnet Stefan Wissuwa, Niederlassungsleiter Mittelstand in Hannover, die Veranstaltung. Was genau damit gemeint ist, zeigte der folgende Abend.  

Laut Dr. Stefan Otto, Bereichsvorstand der Mittelstandsbank Nord, gibt es heutzutage keine Branche mehr, bei der Big Data nicht relevant wäre. Dabei sind lediglich 8% der mittelständischen deutschen Unternehmen Smart Data Nutzer. Für Herrn Otto viel zu wenig. Doch woran liegt es, dass der Mehrwert der Daten zwar erkannt, das „Datengold“ aber nicht gehoben wird?

Eine Antwort darauf hat Jörg Peine-Paulsen vom Wirtschafts- und Verfassungsschutz Niedersachsen: „Die Problematik liegt in der Komplexität“. Nach Leo Marose, CEO und Co-Founder der StackFuel GmbH, ist die Angst vor dem Schritt in die Zukunft und vor der Digitalisierung oft größer als die Möglichkeiten, die diese eigentlich bietet. Dabei ist es nicht unbedingt eine Generationenfrage, sondern vielmehr eine Frage des richtigen Mindset. Fehler zu tolerieren gehört bei Paolo Anania, Mitgründer und CEO der Granpasso Digital Strategy Group GmbH, genauso zu den Idealvoraussetzungen wie die Kompetenzausbildung aller Mitarbeiter im eigenen Unternehmen. Doch an wen kann man sich wenden? Wer berät die Unternehmen? Neben professionellen Experten, wie Jörg Peine-Paulsen, Leo Marose oder Paolo Anania, an die man sich wenden kann, lohnt es sich eventuell sogar, externe Digital-Native-Berater in den eigenen Betrieb zu holen.

Wichtig ist für Ulrich Coenen, Bereichsvorstand Unternehmerkunden, jedoch auch, den ersten Schritt selbst machen. Paolo Anania schlägt dafür eine klare Zielformulierung vor, um zu erkennen, was das Unternehmen ausmacht und was man erreichen möchte. Letztlich geht es um eine Fokussierung auf die eigene Identität. Auch der Zusammenschluss mit anderen Unternehmen aus der Region und der aktive Austausch bieten oftmals Lösungsansätze. Uli Coenen rät Datenneulingen, sich den digitalen Herausforderungen zu stellen. Erst die Mischung aus Kreativität, Know-How und Technik macht Big Data möglich.

Doch wie aus Big Data auch Smart Data machen? Der Rat der Podiumsteilnehmer: Den Keller mal ordentlich aufräumen und ausmisten. Sprich, sich die Frage stellen, welche Daten tatsächlich von Bedeutung sind, um so Redundanzen zu vermeiden. Danach gilt es, sich zunächst auf kleine, auf den Kundennutzen bedachte Projekte zu fokussieren. Daraus können sich nicht nur neue Geschäftsmodelle ergeben, sondern in der Folge auch eine mögliche Gewinnsteigerung.

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